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Der Telebasel News Beitrag vom 7. März 2019.

Baselland

Jetzt redet der Rohner-CEO zum Leck

Seit zwei Tagen steht die Pratteler Chemiefirma Rohner AG unter heftiger Kritik: Ein Leck auf ihrem Areal soll zur Grundwasserverschmutzung geführt haben.

Kurz vor Redaktionsschluss der Telebasel News wird die Interviewanfrage an die Rohner AG doch noch beantwortet – vom CEO persönlich. Am Telefon sagt Daniel Pedrett, dass die Kommunikation der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) verfrüht gewesen sei. Denn die Tatsache, dass das Grundwasser verschmutzt ist, basiere auf der Annahme, dass das Leck der Rohner AG schon länger bestand. «Das ist theoretisch möglich, aber zur Zeit nicht bewiesen», sagt Pedrett.

Ausserdem erläutert der CEO die ausgelaufenen Chemikalien näher: «Es handelt sich um biologisch abbaubare Substanzen.» Die wirklich schädlichen Stoffe des Spezialitätenchemiewerks würden in abgeschlossenen Kreisläufen gesammelt und gesondert entsorgt. Die von der Leckage betroffene Leitung sei aber eine Zuleitung zur ARA Rhein gewesen.

Gemeinderat will Schliessung prüfen lassen

Der Pratteler Gemeindepräsident Stephan Burgunder (FDP) bemängelt seinerseits die Kommunikation der Rohner AG. Die Verantwortlichen seien kaum fassbar und Informationen bekäme die Gemeinde höchstens auf Nachfrage hin. Weil dieser Zwischenfall nicht der erste ist, reisst ist der Gemeindeexekutive nun der Geduldsfaden: «Wir fordern, dass der Kanton eine Schliessung dieser Firma prüft, bis man eine 100-prozentige Sicherheit für unsere Bevölkerung gewährleisten kann», sagt Burgunder.

Bewohner stehen hinter Gemeinderat

In der Bevölkerung findet die Forderung des Gemeinderates Unterstützung: «Was der Gemeindepräsident sagte, unterstütze ich voll», pflichtet etwa Albert Deiss bei, der in Pratteln wohnt. Die befragten Pratteler sind wegen der Umweltschäden besorgt, welche bei der Havarie entstanden sein könnten.

«Wenn man denkt, dass das schmutzige Abwasser mit Gift belastet ins Grundwasser gelangt, dann ist das eine Sauerei», findet auch Annemarie Hüper aus Pratteln. Es sei an der Zeit, dass auf die Worte auch Taten folgen würden. «Es ist jetzt höchste Zeit. Man darf jetzt nicht nur reden sondern man muss wirklich handeln», so Hüper.

Strafuntersuchung läuft

Um den Schaden einzudämmen, lässt das BUD das Grundwasser beim Rohner-Areal auspumpen. Ausserdem hat die BUD Strafanzeige eingereicht – vorerst gegen unbekannt. Nun muss also die Baselbieter Staatsanwaltschaft Licht in die Affäre bringen.

Erste Aufschlüsse kann die laufende Untersuchung von Grundwasserproben bringen. «Mittels chemischem Fingerabdruck kann ziemlich sicher auf den Verursacher zurück geschlossen werden», sagt auch Rohner-CEO Pedrett.

1 Kommentar

  1. wer’s glaubt!
    wir sind es ja gewohnt, belogen zu werden. Ich liebe den Satz “für die Bevölkerung hat zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden….”. OK, das hat jetzt nicht der Rohner CEO gesagt. Da ja in Pratteln offenbar gaaaar nichts passiert ist.Report

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