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Der Telebasel News Beitrag vom 28. Februar 2019.

Basel

Novartis führt 14 Wochen Vaterschaftsurlaub ein

Per 1. Juli 2019 gewährt Novartis 14 Wochen Vaterschaftsurlaub. Damit steht der Pharmakonzern in der Schweiz an der Spitze.

Grosse Freude bei Jungvätern in der Novartis. Der Vaterschaftsurlaub wird beim Basler Pharmakonzern auf 14 Wochen erhöht. Das habe Vas Narasimhan, Novartis-CEO, seinen Mitarbeitern im Januar verkündet, heisst es bei der «bz Basel». Damit werde das Unternehmen zum grosszügigsten Arbeitgeber der Schweiz – was die Papizeit betrifft.

Zuvor standen frischgebackenen Vätern lediglich sechs Tage Vaterschaftsurlaub zu. In Absprache mit den Vorgesetzten habe diese dann um zehn Tage erhöht werden können. Dies jedoch unbezahlt. Der Mutterschaftsurlaub bleibt bei 18 Wochen.

Novartis würde Roche überholen

Derzeit arbeite ein Projektteam am neuen Elternzeitmodell der Novartis. Noch nicht geklärt sei die Frage, zu welchem Lohnanteil der Vaterschaftsurlaub vergütet werde. Ein Sprecher des Konzerns sagte gemäss «bz Basel», dass weitere Details Ende März oder Anfang April zu erwarten seien.

Auf Anfrage von Telebasel geben sich die Medienverantwortlich der Novartis sehr zurückhaltend: «Ja, es ist richtig, dass Novartis plant den Elternurlaub anzupassen und einen neuen, globalen Standard von mind. 14. Wochen einzuführen. In der Schweiz ist die Implementierung per 1. Juli 2019 geplant.» Mehr aber verraten die Novartis-Kommunikatoren nicht. Das ganze sei in Planung und noch gar nicht beschlossen.

Mit dem neuen Standard würde Novartis seine Väter wesentlich mehr Urlaub geben als andere Betriebe. Der hieisge Pharmakonkurrent Roche schreibt an Telebasel: «Roche Mitarbeiter haben bei der Geburt eigener Kinder Anspruch auf 6 Arbeitstage bezahlten Vaterschaftsurlaub, sowie auf 10 Tage unbezahlten Vaterschaftsurlaub. Mitarbeiterinnen haben Anspruch auf 18 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub und somit 4 Wochen mehr Urlaub als in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben.»

Telebasel hat an der Generalversammlung der Novartis in der St. Jakob Halle einige zufällig ausgewählte Aktionäre befragt. Die meisten begrüssen einen solchen Vaterschaftsurlaub. Vorbehalte machen sie allenfalls im Hinblick auf kleinere Unternehmen, die sich eine solche Grosszügigkeit gegenüber Vätern gar nicht leisten könnten. Selbst der Kanton Basel-Stadt kündet an, den Vaterschafts-Urlasub von einer auf zwei Wochen. Letztlich haben Aktionäre aber nicht zu melden, wenn Novartis einen Vaterschaftsurlaub einführt.

«Positionierung als arbeitnehmerfreundliches Unternehmen»

«Ziel ist die Positionierung von Novartis als arbeitnehmerfreundliches Unternehmen, das Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legt», sagte ein Novartis-Sprecher gegenüber der Zeitung. Die Unternehmenskultur des Silicon Valleys, welche die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden und die Familie besser mit dem Job vereinbaren lässt, zeige sich in diesem Schritt von Novartis.

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