Cindy Weissenberger trägt die Ueli-Bier-Uniform seit November 2018. (Bild: zVg)

Basel

Cindy Weissenberger bricht in Männer-Domäne ein

Zum ersten Mal braut eine Frau in der Fischerstube. Die 25-jährige Cindy Weissenberger ist gelernte Brauerin und bringt trotz ihres Alters viel Erfahrung mit.

Die Basler Traditionsbrauerei Fischerstube hat seit November eine neue Brauerin in ihren Reihen. In der 44-jährigen Geschichte des Unternehmens ist das eine Premiere – noch nie stand eine Frau am Sudkessel in der Rheingasse.

Erst 25, aber mit mehrjähriger Erfahrung

Trotz ihres jungendlichen Alters bringt Cindy Weissenberger einen ganzen Kessel voller Erfahrungen mit sich. Die in der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall aufgewachsene Brauerin hat im Alter von 15 Jahren eine Lehre als Lebensmittel-Technologin mit Fachrichtung Biertechnologie begonnen. «Ich wollte immer schon mit Lebensmitteln und Technik arbeiten. Mir macht es auch Spass, mit Rezepten zu spielen und kreativ zu werden», erzählt sie.

Am besten gefalle ihr an der Arbeit, dass jeden Tag neue Herausforderungen anstehen: «Technischer Natur oder um etwas Neues ausprobieren».

Fehlender Nachwuchs

Bier brauen ist eine Männer-Domäne und bei Frauen als Beruf nicht gerade angesagt. Cindy Weissenberger sagt: «Ich habe keine Schwierigkeiten. mich in einer Männerwelt zu bewegen. Ich habe gelernt, mich durchzusetzen». Ausserdem habe sie auch schon in Brauereien gearbeitet, in denen Frauen brauen.

Doch das Metier klagt generell über Nachwuchsmangel. «Es gibt leider sehr wenig Jugendliche, die sich für diesen Beruf interessieren», sagt Anita Treml Nidecker, Geschäftsführerin der Fischerstube. Woran dass liegt, kann sie nicht beantworten.

Laut Cindy Weissenberger gibt es aber eigentlich nur eine Voraussetzung, die erfüllt sein muss: «Wichtig ist, dass man gerne braut».

«Die Stadt gefällt mir sehr gut»

Unter der Leitung von Braumeister Jürgen Pinke will sie jetzt noch mehr Erfahrungen sammeln, altbewährte und neue Bierspezialitäten brauen und in der Rheingasse neues ausprobieren.

In Basel fühlt sich die Zugezogene mittlerweile ganz wohl: «Bisher gefällt mir die Stadt sehr gut. Ich kannte sie zuvor nicht gross und freue mich auf den Sommer in Basel». Bei Sonnenschein geniesst die 25-Jährige dann auch gerne Mal ein Stout – auch wenn sie sich nicht auf ein Lieblingsbier festlegen will.

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