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Telebasel Report vom 20. Februar 2019.

Basel

Liebe Raucher, steigt aufs Dampfen um!

Zieht, pafft, inhaliert – so viel ihr wollt! Aber tauscht eure Zigaretten gegen ein E-Dampfgerät. Ein Kommentar.

Ich gebe es zu: Vom Rauchen habe ich keine Ahnung. Habe ich nie gemacht und werde ich, Gott bewahre, auch nie tun. Dampfen tue ich auch nicht. Wofür auch? Trotzdem habe ich als lebenslanger Nichtraucher/-dampfer eine erkenntnisreiche Recherche hinter mir. 

Erkenntnis 1: Dampfen ist nicht gesund. Punkt. Es ist sogar schädlich. Genauer gesagt, das im Liquid enthaltene Nikotin (und Du willst dieses Nikotin im Liquid, denn alles andere ist für Dich als Mindestens-ein-Päckli-pro-Tag-Schloter schlichtweg Kindergeburtstag). Dieses Nikotin verkalkt Deine Gefässe. Das ist nicht gut. Aber das weisst Du ja alles. Du bist ja nicht dumm. Sind ja keine Federkohl-Chia-Smoothies, die Du Dir täglich in die Lunge ziehst. Wenn es so einfach wäre, aufzuhören, hättest Du es ja auch schon lange getan, oder? Eben.

Rauchen ist die kackikste Kacke aller Kacken

Erkenntnis 2: Rauchen ist viel schlimmer als dampfen. Quasi die kackickste Kacke unter den Kacken. Wegen des Tabaks. Oder besser gesagt: Wegen des Verbrennens von Tabak. Du zündest diese Kack-Stängel ja an. Und schaffst Dir damit Deinen krebserregenden Giftcocktail aus über 5‘000 Stoffen gleich selbst. Bravo! Und genau hier liegt der Hund begraben: beim Dampfen wird verdampft, beim Rauchen verbrannt. Das eine ist schlecht, das andere der Tod (zumindest für rund 9‘500 Schweizer und Schweizerinnen pro Jahr).

Dampfen kann auch Kunst: So schön kann verdampftes Liquid aussehen. (Bild: Telebasel)

Nicht gesund, aber gesünder

Und genau deshalb gibt es für Raucher nur eines: umsteigen. Trotz Erkenntnis 1. Denn da sind sich die Wissenschaftler für einmal einig: Dampfen ist nicht gesund, aber zumindest gesünder als rauchen. Und zwar massiv: Gemäss dem Royal College of Physicians inhalierst Du beim Dampfen 95 Prozent weniger Schadstoffe als beim Rauchen. 95 Prozent! Eine Zahl, die anfangs noch bestritten wurde (nicht selten finanziert durch die Tabaklobby), heute aber selbst vom Bundesamt für Gesundheit, ja selbst von Dampf-Gegnern anerkannt wird.

Ende der Einigkeit

Leider hört da die Einigkeit dann aber auf. Entstehen beim Verdampfen der verschiedenen Liquids einfach andere gefährliche Stoffe? «Ja», sagen die einen, «nein» die anderen. Was passiert, wenn man nicht nur zwei, drei Jahre dampft, sondern zwanzig, dreissig? «Nichts», sagen die einen, «Katastrophales» die anderen. Auch nach tagelanger Recherche bleiben diese Fragen offen. Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gibt es (noch) nicht, und wenn doch, widersprechen sie einander diametral.

Optisch gleicht der E-Zigaretten-Dampf dem normalen Zigarettenrauch. Aber auf die Inhalte kommt es an. (Bild: Telebasel)

Vernebelungstaktik

Zahlreiche Experten verweisen auf zig mögliche, natürlich äusserst schädliche und problematische Folgen des Dampfens. Die Dampfer-Lobby ihrerseits versucht selbst x-fach bewiesene Fakten über die Schädlichkeit von Nikotin in Frage zu stellen. Am Ende ist man als Konsument benebelt – ob man nun dampft oder nicht.

Aber sind wir mal ehrlich: Wen interessiert das schon? Sollen die sich doch gegenseitig zerfleischen. Dort, wo es für den Konsumenten entscheidend ist, sind sich ja alle einig: Dampfen ist weniger schädlich als rauchen. Ob nun 95 Prozent, 50 Prozent, 20 Prozent oder nur 1 Prozent: Jeder Rauchertote, der durch Umsteigen auf dampfen hätte gerettet werden können, ist einer zu viel.

Problemfall «Dual Use»

Klar: ein Restrisiko bleibt. Wie gesagt, dampfst Du Nikotin und kein Heilkraut. Die Wahrscheinlichkeit, dass in 20 Jahren eine Langzeitstudie zum Schluss kommt, dass dampfen doppelt so schlimm ist wie rauchen, ist aber sehr klein. Das sage nicht ich, sondern Thilo Burkard, Co-Leiter Tabakprävention am Unispital. Sie liegt gefühlt sogar bei unter Null (das hingegen würde er so nie sagen. Deshalb sage ich es).

Aber Achtung, für Dampfer gibt es trotzdem eine goldene Regel.

Im Dampf der E-Zigarette hat es gemäss Royal College of Physicians 95% weniger Schadstoffe. (Bild: Telebasel)

Ganz oder gar nicht

Gemäss Thilo Burkard sind fünf Zigaretten täglich nicht entscheidend vorteilhafter als 30 Zigaretten täglich. Die grössten Gesundheitsrisiken kämen nämlich von den ersten fünf Zigaretten des Tages. Wenn Du jetzt also freudig jubelst, dass Du dank Deinem E-Dampfgerät Deinen Zigi-Konsum von 20 auf 10 halbiert hast – komm wieder runter. «Dual use» hilft nämlich niemandem (ausser der Tabak- und E-Zigaretten-Lobby).

Daher gilt: Wer sich und seinem Körper Gutes tun will, raucht nicht. Auch nicht auf dem Weg zum Bahnhof. Auch nicht nach dem Mittagessen. Auch nicht nach…, Du weisst schon. Umsteigen tut er dann komplett. Ganz oder gar nicht.

Übrigens: die Suchthilfe Ost bietet zurzeit einen begleiteten Ausstieg mithilfe der E-Zigarette an. Noch immer werden Teilnehmer fürs Experiment gesucht.  https://suchthilfe-ost.ch/rauchstopp/

Weitere Hilfe für den Ausstieg aus der Zigarettensucht gibt es hier:
https://www.smokefree.ch/de/

Rauchstopp-Sprechstunde am Universitätsspital Basel: Tel. 061 265 50 05

3 Kommentare

  1. Also Nikotinsucht, ok. Nennen Sie mir bitte 2 (zwei) Personen, die süchtig nach Nikotinkaugummis, Nikotinspray, o.ä. sind, sie werden keine finden.
    Nikotinsucht wird immer mit Tabaksucht, die es sehr wohl gibt, verwechselt.
    GrußReport

  2. Oh doch, Nikotin macht DOCH süchtig! Nur ist es NICHT krebserregend! Das sind die 5000 anderen Substanzen/Verbrennungsprodukte der Zigarette.

    Jetzt ist die Frage, ob Nikotin so schlimm sein soll weil es süchtig macht. Da kann man aber noch über Viele herziehen. Was heisst schon süchtigReport

  3. Nikotin alleine macht nicht süchtig. Es ist genauso UNGESUND wie Koffein, Punkt.
    Was heisst DIESES nikotin? Es gibt nur EIN nikotin. Das gleiche NIKOTIN befindet sich in Nikotinpflastern, nikotinkaugummis, Nikotinsprays,… , welches an 12 Jährige frei in der Apotheke verkauft wird
    Doch nicht richtig recherchiert?
    GrußReport

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