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Der Telebasel News-Beitrag vom 20. Februar 2019.

Basel

Kritik an Uni nach Belästigungsvorwürfen

Eine Doktorandin meldete ihren Professor wegen mutmasslicher sexueller Belästigung. Resultate der Untersuchung erhielt die Frau auch nach Monaten nicht.

Eine Doktorandin hat der Leitung der Universität Basel im letzten Frühling einen mutmasslichen Fall von sexueller Belästigung gemeldet. Daraufhin wurde eine interne Untersuchung eingeleitet, welche Ende Jahr abschlossen war. Die genauen Ergebnisse und allfällige Massnahmen wurden der Doktorandin laut Basler Zeitung jedoch nie mitgeteilt.

Keine konkreten Resultate

Gegenüber Telebasel sagt die Doktorandin, die Uni habe ihr nur mitgeteilt, dass die Untersuchung abgeschlossen sei und dass mit dem betroffenen Professor ein Gespräch geführt wurde. Konkrete Resultate habe man ihr nicht bekanntgeben wollen.

Uni-Sprecher Matthias Geering bestätigt, dass der Doktorandin nur mitgeteilt wurde, dass das Verfahren abgeschlossen wurde. Er begründet dies mit juristischen Gründen. «Das ist ein Abklärungsverfahren, welches hier stattgefunden hat. Dies ist also kein Verfahren im straffrechtlichen Sinne. Und deshalb dürfen wir allen Beteiligten nicht mehr sagen, als dass das Verfahren abgeschlossen ist.»

«Das Verfahren ist einfach eine Belastung»

Die Doktorandin wünscht sich jedoch mehr Informationen. Sie sei überzeugt, dass ihr das bei der Verarbeitung helfen würde. «Sechs Monate wartet man. Das Verfahren ist einfach eine Belastung.» Sie verlangt deshalb von der Universität, dass diese ihre Kommunikation in solchen Fällen in Zukunft offener gestaltet.

Auch Matthias Geering könne verstehen, dass der Wunsch nach mehr Transparenz da sei. «Menschlich ist es absolut nachvollziehbar. Und ich muss auch sagen, dass diese Regelung, von der unsere Juristen sagen, es sei die juristisch korrekte, eigentlich dem gesunden Menschenverstand etwas widerspricht.»

Am Donnerstag wolle die Uni-Leitung besprechen, ob die Informationspolitik in Zukunft angepasst werden kann. Allzuviel dürfe man sich aber nicht erhoffen: «Wir können nur umsetzen, was im legalen Rahmen von der Gesetzgebung her möglich ist».

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