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Basel

Erste Bilder des neuen SBB-Areals auf dem Wolf

Auf dem Areal des Güterbahnhofs Wolf in Basel soll ein neues Stadtquartier enstehen. Wie das Quartier dereinst aussehen soll, wurde am Mittwoch gezeigt.

Das 160’000 m2 grosse Areal Wolf dient heute praktisch ausschliesslich dem Güterumschlag. Für rund 100’000 m2 sieht das Richtprojekt nun eine neue Nutzung vor, wie es an einer Medienkonferenz hiess. 62’000 m2 sollen im Osten des langgestreckten aber weiterhin für Gewerbe und Logistik zur Verfügung stehen.

Eigentümerin des Areals Wolf sind die Schweizerischen Bundesbahnen. Diese wollen zwischen der St. Jakobsstrasse und dem Gleisfeld ein «schönes neues Stück Stadt und einen spannenden lebenswerten Ort schaffen», wie Andreas Steiger von SBB Immobilien vor den Medien sagte. Das Richtprojekt sieht 73’000 m2 Wohnfläche, 36’000 m2 Büro- und Dienstleistungsfläche sowie 11’000 m2 für öffentliche Einrichtungen, Verkauf und Gastronomie vor.

Lange Hofüberbauung als Herzstück

Herzstück der Areal-Umgestaltung bildet eine rund 800 m lang Hofüberbauung, in der Wohnen und Arbeiten räumlich getrennt werden. Die vorgesehenen rund 550 Wohnungen sollen im Westteil erstellt werden. Das denkmalgeschütze Dienstgebäude und historische Lagerhallen bleiben bestehen und einer öffentlichen Nutzung zugeführt.

Entstanden ist das Richtprojekt aus der Verschmelzung der beiden Vorschläge der Architekten Christ & Gantenbein (Basel) und EM2N (Zürich). Eingereicht hatten sie diese in einer 2017 durchgeführten Studie, an der insgesamt vier Architekturbüros beteiligt waren. Eine besondere Herausforderung bildete das Gleisfeld entlang des Areals wegen Lärms und Gefahrengütertransporten.

Eigene S-Bahn-Station

Grosses Gewicht bei der Entwicklung des heute noch ziemlich isolierten Areals wird der Mobilität beigemessen. So sind ein neuer Veloweg und ein Busbahnhof vorgesehen, der auch von Fernbussen bedient wird. Die Verbindung zum Dreispitz-Areal soll für Fussgänger und Velofahrer zudem über eine Passerelle sichergestellt werden. Angedacht ist auch eine S-Bahn-Station.

Vorangetrieben wird die Transformation des Areals Wolf von den SBB gemeinsam mit dem Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt. Kantonsbaumeister Beat Aeberhard versicherte vor den Medien, dass Gewerbe und Logistik nicht verdrängt, sondern vielmehr gestärkt werden sollen. Eine Teil der Logistik wird jedoch nach Basel Nord verlagert.

In einem nächsten Schritt erarbeiten der Kanton Basel-Stadt und die SBB nun einen Bebauungsplan, der 2020 dem Grossen Rat vorgelegt werden soll. Die ersten Bauetappen sollen 2024 in Angriff genommen werden. Nach Angaben von Andreas Steiger wird mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet. Ob die SBB weitere Partner ins Boot nehmen, ist noch offen.

Realisiert werden soll das Vorhaben entsprechend den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft. Verfolgt wird zudem ein ganzheitlicher Smart-City-Ansatz, der die Lebensqualität ins Zentrum stellt.

Schon ab diesem Frühling werden im Rahmen von Zwischennutzungen in einem «Smart City Lab» auf dem Areal neue Ideen für die Mobilität und Logistik der Zukunft entwickelt. Der Wolf soll laut den Promotoren zum «smartesten Areal» der Schweiz werden.

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