(Symbolbild: Key)

Basel

Frau verliert ganzes Vermögen an Internet-Betrüger

Durch eine Internetbekanntschaft wurde ein Frau um ihr ganzes Vermögen betrogen. Die Täter ergaunerten mehrere 100'000 Franken.

Die Frau muss blind vor Liebe gewesen sein. Laut der Basler Staatsanwaltschaft überwies sie ihrem «Freund» während mehrerern Monaten hohe Geldbeträge – sogar die Gebühren für die Kontoführung sollte sie übernehmen. Letztlich waren diese Gebühren so hoch, dass ihr ganzes Vermögen aufgebraucht wurde und sie sich zusätzlich mit mehreren zehntausend Franken verschuldete, um weitere Gebühren zu bezahlen, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Das Opfer erstattete Anfang Februar Anzeige. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem extremen Fall von Love Scam. «Es ist ein speziell hoher Geldbetrag», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Die Betrüger suchen auf kostenlosen Online-Partnerbörsen, Dating Portalen oder in sozialen Netzwerken nach Opfern. Laut Gill operieren die Betrüger «gut organisiert – meist irgendwo in Afrika.»

Staatsanwaltschaft warnt

Die Opfer finden nicht die grosse Liebe – vielmehr landen sie im Elend. «Die Frau ist derart belastet, es ist eine persönliche Katastrophe», so Gill. Die Opfer würden meist über Monate in eine schwere Abhängigkeit gebracht und seien am Ende emotional, finanziell und psychisch am Boden.

Die Täter hätten laut Gill das Ziel, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen – und zwar ohne je ein einziges Treffen. Er warnt darum, vorsichtig zu sein beim Kontakt mit Personen im Internet, die man nicht persönlich kennt – und keine Telefonnummern, Adressen, Bankkonti und weitere persönliche Daten preiszugeben.

4 Kommentare

  1. Diese Verbrecher nehmen sich Zeit. Die kommen nicht gleich zu Beginn mit Geldansprüchen. Zuerst gehen sie sehr anteilnehmend auf die Frau ein, bestätigen sie, wirken liebe- und verständnisvoll. Sie versprechen auch viel. Machen einen gebildeten Eindruck. Sie haben ja auch die Identität eines Anderen im Internet übernommen mit dessen Fotos, usw.
    Dass es mit den Treffen nicht klappt hat immer einen Grund, der nicht selbst verschuldet sein soll. Wenn die Frau gefühlsmässig mit dem Typ, ihrem Liebhaber verbunden ist, kommen die sehr geschickt an das Geld ran. Denn diese Frauen wollen ihm ja ihre Liebe beweisen, usw. Dass allerdings nach dreimaligem finanziellen Aushelfen ohne den Mann einmal persönlich getroffen zu haben, immer noch nicht alle Alarmglocken läuten ist schon sehr bedenklich. Eine Betrogene ist dann nach Afrika gereist, um ihren Liebhaber und die Organisation dahinter ausfindig zu machen. Dort telefonieren und schreiben mehrere Männer in einem Saal mit ihren “Opfern”. Ein richtig gut funktionierendes Geschäft. Das Gefühl reingefallen und ausgenutzt worden zu sein, muss schrecklich sein. Denn diese Frauen haben ja tatsächlich an diese grosse Liebe geglaubt, obwohl von Anfang an nur Interesse am Geld da war.Report

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