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Der Telebasel News-Beitrag vom 18. Februar 2019.

Basel

Zugentgleisung: SBB rätseln weiter über Unfallursache

Nach der Entgleisung eines ICEs in Basel laufen die Untersuchungen der SBB. Die Strecke soll ab Mittwochmorgen wieder berfahrbar sein

Nach der Entgleisung eines ICEs bei Basel am Sonntagabend bleibt die Bahnstrecke zwischen der Schweiz und Deutschland weiter unterbrochen. Die Sperrung könnte laut einer von der DB verbreiteten Prognose bis Dienstagabend dauern.

Der entgleiste Wagen habe bereits in der Nacht auf Montag geborgen werden können, erklärte der Einsatzleiter der SBB, Martin Spichale, vor Ort. Derzeit arbeite man daran, die Strecke für den Zugverkehr wieder instand zu setzen.

Drohnen-Bilder von der Unfallstelle. (Video: Telebasel)

Betonmauer knapp verfehlt

Der erste Wagen hing quer zwischen den Geleisen und wurde so noch gut achthundert Meter mitgeschleift. Die Lok erreichte gerade den Tunnel zwischen dem offenen Abschnitt nach der Rheinbrücke und dem Bahnhof SBB, als sie zum Stillstand kam.

Rund zwanzig Meter weiter im Tunnel werden die beiden Gleise durch eine Betonwand getrennt. SBB-Einsatzleiter Martin Spichale sprach am Montag vor Ort vor den Medien von «Glück im Unglück, dass nicht mehr passiert ist».

Ursache unklar

Der Güterverkehr sei von der Unterbrechung der Bahnstrecke nicht betroffen, sagt Martin Spichale bei der Medieninformation. Der Passagierverkehr bleibe jedoch gemäss SBB-Einsatzleiter noch bis Dienstag unterbrochen. Reisende werden gebeten, auf Tram und Bus auszuweichen, um vom Badischen Bahnhof zum Bahnhof SBB zu gelangen.

Wie es zur Entgleisung kommen konnte, sei noch unklar. Dass eine Weiche involviert ist, sei wahrscheinlich. Im betroffenen Abschnitt sei eine Weiche vorzufinden. Jedoch ist laut Spichale nicht klar, ob der Wagen bei der Weiche entgleist ist oder bereits vorher aus den Schiene gesprungen war.

Zug evakuiert

Der mit rund 240 Reisenden besetzte ICE 373 war auf dem Weg von Berlin nach Interlaken, als gegen 20:50 Uhr zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Bahnhof Basel SBB die vordersten Wagen entgleisten. Der Triebkopf sowie ein Wagen sprangen aus den Schienen, wie ein DB-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Ernsthaft verletzt wurde beim Unfall niemand. Eine Person begab sich laut Mitteilung der Polizei in Sanitätspflege. Die Reisenden wurden am Abend von der Feuerwehr aus dem Zug evakuiert und zum Bahnhof Basel SBB gebracht. Die Unglücksstelle liegt in einem Tunnel in der Nähe des Bethesda-Spitals. Der Ost-Ast, auf dem unter anderem Güterzüge im europäischen Nord-Süd-Verkehr fahren, ist nicht betroffen.

SBB prüfen nun, ob allenfalls der internationale Personenverkehr die Unfallstelle auf diesem Ost-Ast umfahren kann, wie ein SBB-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Dies würde bedeuten, dass jene Züge in Basel nur am Badischen Bahnhof halten, nicht aber am Bahnhof SBB – umsteigen müsste man also anderswo.

Bereits Ende November 2017 war bei der Entgleisung eines deutschen ICEs in Basel grosser Sachschaden entstanden. Der Zug entgleiste am frühen Abend bei der Einfahrt in den Bahnhof SBB. Damals waren drei Waggons des Zugs aus Hamburg entgleist. 500 Passagiere konnten die Wagen unverletzt verlassen. Nach dem Unfall stand der ganze Bahnhof wegen eines Stromunterbruchs für zwei Stunden komplett still.

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