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Beitrag in den Telebasel News vom 16. Februar 2019.

Baselland

«Ich würde mein Gehalt als Regierungsrat kürzen»

Niemand kannte ihn, niemand hat mit ihm gerechnet: Samuel Mathys aus Muttenz will in die Baselbieter Regierung. Ein Witzkandidat ist er jedoch nicht.

Wer ist der Mann? Das fragt sich seit dieser Woche so mancher Politbeobachter im Baselbiet. Die Landeskanzlei hatte die offizielle Liste mit den Kandidaten für die Regierungsratswahl herausgegeben – und plötzlich steht da Samuel Mathys drauf. Ein Name, der völlig unbekannt ist.

Aus dem Dorfkern in Muttenz

Samuel Mathys ist 43 Jahre alt und in Muttenz aufgewachsen. Er wohnt in einem etwa 300 Jahre alten Bauernhaus in Muttenz, gleich im Dorfzentrum. Er ist ledig, aktuell sucht der studierte Jurist und Psychiatriepfleger Arbeit.

Politisch lässt er sich keiner Partei zuordnen, Mitglied ist und war er nie bei einer Partei. Er meint: «Die Parteilosen sind ja eigentlich sowieso die Mehrheit. Es wäre schön, wenn die mich wählen würden.» Doch politisch ideenlos ist Mathys keineswegs.

Er würde sein Gehalt kürzen

Ein politisches Programm hat der Muttenzer zwar keines. Doch angesprochen auf die gekürzten Gehälter der Baselbieter Staatsangestellten sagt er etwa: «Da finde ich es wichtig, dass die oberen Etagen, also die Regierungsräte, selber Einbussen in Kauf nehmen. Prozentual vielleicht sogar mehr als die unteren Stufen – um so mit gutem Beispiel voranzugehen.»

Würde er bei einer Wahl also eine Kürzung in Kauf nehmen? «Auf jeden Fall!»

Eine fixe Ideologie ist beim parteilosen Mathys keine auszumachen. Vielmehr beschreibt er sich selber als Technokrat. Bei einer Entscheidung würde er zuerst auf die Wirtschaft schauen, dann die Auswirkungen auf Arm und Reich abschätzen und erst so zum Urteil kommen.

Verschwörungstheorie: Agent der Bürgerlichen

Mit der Ankündigung von Mathys’ Kandidatur machten in Baselbieter Politkreisen sofort wilde Theorien die Runde. Denn Mathys ist ebenfalls wie die einzige SP-Kandidatin Kathrin Schweizer aus Muttenz.

Die Verschwörungstheorie: Der politisch gemässigte Mathys ist ein Geheimagent im Auftrag der Bürgerlichen. Er könnte nämlich der linken SP-Frau aus dem gleichen Dorf wichtige Sympathiestimmen abjagen. Und somit den Einzug der Linken in die Baselbieter Regierung verhindern.

Mathys verweist die Theorie ins Reich der Märchen: «Das ist überhaupt nicht der Fall. Zur Auswahl stehen ja nur der linke und der rechte Block. Es geht wirklich darum, eine Alternative zu bieten.»

Lustig ist die Verschwörungstheorie allemal. Gewählt wird im Baselbiet am 31. März 2019.

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