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Der Telebasel Talk vom 14. Februar 2019

Basel

Tigermücke in Basel: Was heisst das für uns?

Die Tigermücke kann Tropenkrankheiten übertragen. Nun wurde sie in Basel nachgewiesen. Wie gefährlich ist das für uns? Im Talk: Kantonschemiker Philipp Hübner.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann gefährliche Tropenkrankheiten übertragen, darunter Denguefieber, das Chikungunya-Virus oder Zika. Die Mücken, die am Tag stechen, gelten als sehr aggressiv. Ihr Stich kann – auch ohne Krankheitsübertragung – starke Reaktionen verursachen. Beim Monitoring 2018 sind in Basel-Stadt 21 Tigermücken und 423 Eier gefunden worden.

Wegen seines Gefährdungspotenzials wird das Insekt über die Landesgrenzen koordiniert beobachtet. In Basel-Stadt waren 2018 dazu insgesamt 91 Fallen in 12 Gebieten platziert worden. In 16 dieser Fallen wurden Tigermücken oder deren Eier nachgewiesen, im ersten Fall Mitte Juni.

Erwachsene Tigermücken gingen nur in einem Gebiet in die Falle, dies beim Zoll zur französischen Grenze. Da das Gebiet schon als Hotspot im Visier war, kamen dort auch Eiablagefallen zum Einsatz, in denen man 340 Eier fand. In zwei weiteren Gebieten wurden weniger Eier gefunden: auf dem ehemaligen DB-Rangierbahnhof 20 und bei der Busstation SBB Gundeldingen 72.

Mehr Fundorte

Gemäss Kantonslabor nimmt die Anzahl der Fundorte zu. Teilweise breiteten sich die Tigermücken dort auch aus. Zudem habe die Populationsdichte zugenommen. Im Gebiet an der französischen Grenze werde die Asiatische Tigermücke inzwischen von Anwohnern als «spürbare Belästigung» wahrgenommen – und erstmals auch als solche gemeldet.

Entsprechend wird das Insekt auch bekämpft. Dabei sei 2018 erstmals ein biologisches Insektizid (Vectobac°G) eingesetzt worden, das sonst nur für Profis zugelassen ist. Behandelt wurden damit schwer zugängliche stehende Wasser, wie etwa Dolen oder Regenrinnen, die Tigermücken zur Eiablage nutzen könnten.

Man müsse nun feststellen, dass die Tigermücke immer wieder eingeschleppt werde und «die Mückendichte in den betroffenen Gebieten auf tiefem Niveau steigt», bilanziert das Basler Kantonslabor. «Fest etabliert» habe sie sich beim Zoll an der französischen Grenze.

Todesfälle auf La Réunion

Deshalb werde im angelaufenen Jahr nicht nur die Überwachung fortgesetzt, sondern auch in jenem Grenzgebiet die Bekämpfung gleich zu Saisonbeginn aufgenommen. Intensiviert werde auch der trinationale Informationsaustausch.

In der Schweiz war die Asiatische Tigermücke 2003 im Tessin zum ersten Mal entdeckt worden. Sie gelangt zum Beispiel mit exotischen Pflanzen, im Passagierraum von Autos oder durch den Handel mit gebrauchten Autoreifen ins Land. Dass man sie entlang wichtiger Verkehrswege findet, ist also kein Zufall. Unterstützt wird die Ausbreitung der Mücke durch ihre enge Vergesellschaftung mit dem Menschen und ihre grosse Anpassungsfähigkeit.

In der Schweiz ist bis heute keine Krankheitsübertragung durch Tigermücken dokumentiert, wie das baselstädtische Kantonslabor in einer Mitteilung vom Donnerstag festhält. Asiatische Tigermücken waren jedoch bei der Chikungunya-Epidemie von 2005/2006 auf der französischen Insel La Réunion Überträger des Virus’. Bis September 2006 wurden dabei Schätzungen zufolge 266’000 Menschen infiziert, es waren 248 Todesfälle zu beklagen.

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