Es stehe nicht zur Diskussion, strategische Bereiche von Syngenta aus der Schweiz abzuziehen. (Bild: Keystone)

Basel

ChemChina hält sich laut Syngenta-Verwaltungsrat an Abmachungen

Syngenta-Verwaltungsrat Jürg Witmer sieht sich als Hüter der Abmachungen mit dem chinesischen Besitzer ChemChina.

ChemChina halte sich an die Abmachungen, sagte Jürg Witmer, amtsältester Verwaltungsrat beim Basler Agrochemiekonzern Syngenta, am Dienstag im Interview mit Zeitungen von «CH Media».

Er sei schon lange vor der Übernahme durch ChemChina im Sommer 2017 im Syngenta-Verwaltungsrat gewesen. «Ich wurde nicht von ihnen eingesetzt und bin unabhängig», betonte Witmer. Und ergänzt: «Wir sind keine Befehlsempfänger».

Nach dem Abgang von Vizepräsident Michel Demaré und von Geschäftsleitungsmitglied Christoph Mäder hatten sich zuletzt die Zweifel gemehrt, ob sich ChemChina an die früher getroffenen Abmachungen hält. «Die Abmachungen von damals gelten weiterhin», versichert Witmer.

Abmachungen wichtig für Börsengang

Sollte ChemChina zum Beispiel versuchen, die Firma auszuhöhlen oder den Sitz zu verlegen, könnten sich die vier unabhängigen Verwaltungsräte dagegen wehren. Syngenta wurde auch zugesichert, dass das Unternehmen seine einwandfreie Bonität behält. «Diese Abmachungen bestehen für fünf Jahre und sind wichtig für einen künftigen Börsengang», erklärt der Syngenta-Verwaltungsrat.

Syngenta will in drei bis vier Jahren zurück an die Börse, wie erst Syngenta-Chef Erik Fyrwald in einem Interview bekräftigt hatte. ChemChina hatte den Schweizer Konzern 2017 für 43 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen.

Kein Abzug aus der Schweiz

Es stehe auch nicht zur Diskussion, strategische Bereiche von Syngenta aus der Schweiz abzuziehen, sagte Jürg Witmer weiter. Daran ändere auch der Verkauf des Geländes und der Gebäude am Basler Hauptsitz nichts. «Die Mitarbeiter von Syngenta haben einen grossen Erfahrungsschatz. Daran halten wir fest», sagte Witmer.

Die baselstädtische Regierung hatte vor einem Monat mitgeteilt, dass sie Syngenta das Kleinbasler Werksareal abkauft. Der Agrochemie-Konzern will als Mieter dort bleiben.

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