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Der Telebasel News Beitrag vom 11. Februar 2019

Basel

Ein Charivari mit starken musikalischen Nummern

Das Glaibasler Charivari glänzt mit Pfyffer- und Trommelnummern sowie mit Schnitzelbängg. Zudem gibt der singende Wirt Sir Francis ein gefeiertes Comeback.

«D Schissi isch verstopft» und «hösch Fährimaa». Bei diesen alten Gassenhauern der einstigen Ueli Stube singt der Saal des Volkshaus mit. Sir Francis gibt mit 80 Jahren sein Comeback im Glaibasler Charivari. Dabei unterstützen die Spitzbuebe an den Piccolos die stadtbekannten «Lumpeliedli» tatkräftig. «Für mich war das ein Riesenerlebnis, diese Stimmung im vollen Saal – das motiviert mich, die 14 Tage wie ein Junger durchzustehen», sagte ein erfreuter Sir Francis nach dem Auftritt.

Eines der schwierigsten Trommelstücke

Die besagte Pfyffergruppe taucht dann auch mal ins Universum von Star Wars ein. Zudem spannt sie mit den Pfeifern der Naarebaschi zusammen, deren Stammverein mit mehreren Märschen durch den diesjährigen Charivari-Abend führt.

Generell sind die musikalischen Nummern herausragend. So auch beim Besuch aus Möhlin. Mit der Fasnachtszunft Ryburg stehen amtierenden Schweizermeister im Sektionstrommeln auf der Bühne. Zwei Stücke, das dreistimmige «Stärne-Sound» und «Generation Y» stammen aus der Feder von Ivan Kym. Letzteres hat es in sich – schliesslich steht kein Tambourmajor, sondern ein Dirigent auf der Bühne. «Es ist etwas vom Schwierigsten überhaupt», sagt Kym gegenüber Telebasel. «Es ist sowas von kompliziert – damit man es präzis spielen kann, braucht es einen Dirigenten», erklärt der Komponist.

Virtuosen gibt’s gleich mehrere am Charivari. Die Jungs von Stickstoff zeigen mit einer spektakulären Showtrommel-Einlage ihr Können. Lichteffekte und Geschicklichkeit kommen bei der Tambourengruppe zum Zug.

Beizen-Sterben und Negro Rhygass

Gelungen sind dieses Jahr auch die Schnitzelbänke. Die Publikumslieblinge d Gwäägi haben einen Marathon-Vers zum Beizensterben auf Lager. Das Quintett besingt ferner die Messe-Misere, die Spitalfusion und die Debatte um das Logo der Negro Rhygass. Genau zu diesem pikanten Thema haben natürlich auch d Gryysel einen langen Vers parat. Die giftigen Geistlichen geizen auch nicht mit schwarzem Humor, wenn’s um Plastikmüll im Meer geht.

Für den Gugge-Part sorgt immer wieder eine andere Formation. Bei der Premiere füllten die riesigen Alti Dante die Schränz-Gritte die Bühne bis auf den letzten Quadratmeter. Apropos Bläser: Ein grosses Geheimnis bleibt bis am Schluss der Veranstaltung ungelüftet. Als Überraschungsgast begeistert vor der Pause eine unbekannte energiegeladene Brassband das Publikum. Leider möchte das Charivari-OK nicht verraten, wer diese Musiker waren.

Seitenhieb gegen Vorfasnachts-Kritiker

Die «Raamestiggli» fallen unterschiedlich aus. Eines der beliebtesten ist wohl jenes über die Wagenclique. Dort sprechen für einmal nicht die Waggis, sondern deren Wurfgegenstände. Ein «Dääfeli», ein Mimösli, ein Schnaps-Fläschchen und eine Orange klagen ihr Leid. Sie müssen allesamt einfach so im Strassengraben zu landen und besingen ihr Schicksal.

Ein anderes, «Räppli Serenade», ist so etwas wie ein Rahmenstück im Rahmenstück. Regisseurin Colette Studer trimmt das Ensemble darauf ein, gefälligst den Journis zu gefallen. Kritiker-Floskeln wie «zu wenig Biss» und «es fehlt ein roter Faden» werden hier mal tüchtig verbraten. Dabei bekommt die BaZ mit ihrem Räppli-Ranking der Vorfasnachts-Veranstaltungen ihr Fett ab. Mit dabei ist auch eine bekannte Figur vom letztjährigen Charivari: Die Taube (Tatjana Pietropaolo), die gerne wie ein Rohrspatz flucht.

Natürlich gehen am Charivari auch die nachdenklichen Seiten der drey scheenschte Dääg nicht vergessen. So etwa im Monolog von Frau Fasnacht (Suzanne Thommen) über die Zukunft der «drey scheenschte Dääg». Und vor allem in der «Hyylgschicht» mit Peter Richner und Nico Jacoment, bei der Fasnacht und Trauer um eine geliebte Person zusammenkommen.

Auch «Schnitzelbängg» dürfen nicht fehlen (Video: Telebasel)

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