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Der Telebasel News.Beitrag vom 9. Februar 2019

Basel

Immer mehr Lieferengpässe bei Medikamenten

So manche Patienten leiden darunter, dass ihre Medikamente nicht lieferbar sind. Das Problem hat sich gemäss Fachleuten in letzter Zeit verschärft.

Für manche Patienten ist der Gang in die Apotheke ein Leerlauf, wenn das entscheidende Medikament nicht bestellbar ist. Was in einem Land mit einer umfassenden Gesundheitsversorgung undenkbar scheint, kommt tatsächlich vor. Und zwar immer öfter.

Das bestätigt Lydia Isler, Präsidentin des Baselstädtischen Apothekerverbands, gegenüber Telebasel. «Das Problem ist nicht neu, doch es wird stets gravierender», sagt die Inhaberin der Sevogel-Apotheke im Gellert-Quartier.

So ist beispielsweise Isoptin, ein Medikament bei Herzbeschwerden, zurzeit nicht lieferbar. Auch auf Clarelux zur Hautbehandlung muss der Patient noch lange warten. Die Lieferengpässe seien für Patienten mit bestimmten Krankheiten bereits spürbar.

Lydia Isler nennt als Beispiel Adrenalinspritzen, die bei Allergien notwendig sind und zurzeit nur beschränkt bestellt werden können. Ein Grund sei etwa der Preisdruck. «Der Hersteller muss sich überlegen, ob die Produktion und der Vertrieb noch rentabel sind», sagt Lydia Isler.

Konzentration der Herstellung

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) führt eine Liste mit einer Auswahl nicht lieferbarer Medikamente. Einer, der aber noch weit mehr solche Problemfälle kennt, ist Enea Martinelli, Chefapotheker Spitäler FMI in Interlaken. Er beobachtet dieses Phänomen schon lange. «Dass Isoptin seit fast einem Jahr nicht lieferbar bleibt, ist es besonders ärgerlich, da es kaum eine Alternative dazu gibt».

Das Ganze hänge mit der «Globalisierung der Pharmaproduktion» zusammen. «Einer von mehreren Gründen ist die Konzentration der Wirkstoffherstellung», sagt Enea Martinelli. Damit sei das System fragiler für Produktionsengpässe. Ein einziger Unfall in einer Fabrik könne so weltweite Konsequenzen haben.

1 Kommentar

  1. Eine grosse SCHANDE für Produzenten UND deren Verkaufs-“Profis”. NICHT NUR wegen horrender Preise, AUCH mit Unterlassen der Hilfe an Patienten. Die DAMEN und HERREN sind sich offenbar der Konsequenzen sehr bewusst und lassen DESHALB die sogenannt MINDEREN der Gesellschaft NICHT an den Fortschritten der Forschung teilhaben. Einfach kriminell, diese Gesellschaftsdiktatoren. Und alles wegen dem Mammut GELD !!!Report

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