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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Februar 2019.

Basel

BVB-Unruhen: Jetzt geht der Dienstplan-Chef

Der Unmut beim BVB-Personal scheint nicht abzureissen: Gestern gab der Leiter Personaleinsatz seine Demission bekannt. Hatte er genug vom Dienstplan-Ärger?

Ist das Zufall? Das Timing passt perfekt. Denn die Nachricht der Demission des obersten Dienstplan-Chefs reiht sich nahtlos in die nicht enden wollenden Negativ-Schlagzeilen über die Basler Verkehrsbetriebe.

Erst gestern haben die BVB ihren neuen E-Bus der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch die Medien interessierten sich nicht für den Elektrobus. Die Journalisten nahmen stattdessen die Gelegenheit wahr, die BVB-Bosse auf die schlechte Stimmung beim Fahrpersonal anzusprechen.

Laut einer Mitarbeiterbefragung im 2018 finden 67% der BVBler das Arbeitsklima schlecht, wie «Schweiz aktuell» gestern berichtete. Und 63% haben kein Vertrauen in die Geschäftsleitung. Einer der Gründe fürs miese Klima sind die Dienstpläne.

Der Brief an die Mitarbeitenden von gestern. (Bild: Telebasel)

Wechsel «auf eigenen Wunsch»

Genau für diese Dienstpläne ist der Leiter Personaleinsatz zuständig. Und genau dieser Leiter Personaleinsatz gibt nun «auf eigenen Wunsch» seine Funktion wieder ab. Und wird wieder Sachbearbeiter. Dies geht aus einem Brief hervor, der gestern an die BVB-Mitarbeitenden verschickt wurde.

Der Leiter Personaleinsatz M.D. (Name der Redaktion bekannt) hat seine Funktion ad interim ausgeübt, also als Zwischenlösung. Als Ersatz holt die BVB nun einen ehemaligen Mitarbeiter, der bereits in Frühpension gegangen ist. Und auch dieser wird nur Leiter Personaleinsatz ad interim.

BVB blockt ab

Aus BVB-Kreisen ist zu erfahren, dass Dienstplan-Chef M.D. ein durchaus geschätzter Kollege war.   Hatte er die Nase voll vom Personalmangel und der daraus resultierenden Unmöglichkeit, seinen Job zur Zufriedenheit der Kollegen zu erfüllen? Warum war D.M. nur Dienstplan-Chef ad interim?

Von der BVB-Medienstelle gibt es dazu keine Antworten. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nehmen wir dazu keine Stellung», heisst es auf Anfrage von Telebasel.

Miese Stimmung: Die Gründe

Telebasel hatte in den letzten Tagen gleich mit mehreren BVB-Mitarbeiter Kontakt. Alle monieren die gleichen Probleme:

Dienstpläne zerstören Gesundheit

Die Dienstpläne des Fahrpersonals würden keine Rücksicht nehmen auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Die Ruhetage seien viel zu kurz, ausserdem müssten aufgrund der hohen Krankheitszahlen ständig Kollegen aus ihren freien Tagen geholt werden, um den Betrieb überhaupt aufrechtzuerhalten. Darunter leide die Gesundheit und das Privatleben.

Leere Versprechungen

Eigentlich hatte die BVB-Führung im 2018 angekündigt, per Januar 2019 die Dienstplan-Situation massiv zu verbessern. Doch dann im November kam die Kehrtwende: Das Management stellte fest, dass für die Reformen das Personal fehlt. Also wurde die ganze Übung abgebrochen. Die BVB-Chauffeure fühlen sich betrogen.

Kein Vertrauen in die Chefetage

Sämtliche Chauffeure betonten gegenüber Telebasel, sie seien Drämmler und Büssler aus Leidenschaft. Doch der Sparkurs der BVB-Führung sei für die Mitarbeitenden unverständlich. Die BVB «müsse nicht rentieren, sondern funktionieren». Auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates äusserte in einem Spezialbericht Unverständnis darüber, dass die BVB statt der vom Kanton geforderten 1 Million an Einsparungen gleich 5 Millionen sparen wollle.

1 Kommentar

  1. Als Passagier höre ich oft Gespräche der Buschauffeure bei Schichtwechsel/Busübergabe. In diesen ein/zwei Minuten wird klar: die Chauffeure sind nicht zufrieden, geschweige denn glücklich in dieser Firma. Klar wird auch: der Fisch stinkt vom Kopf her, und zwar gewaltig.Report

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