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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Februar 2019.

Basel

BVB-Chef entschuldigt sich

Die BVB sind seit Jahren in der Kritik. Auch die neue Leitung kommt nicht aus Negativ-Schlagzeilen heraus. Das will der BVB-Chef ändern.

Die Trämmli sind Basels beliebtestes Fortbewegungs-Mittel; besungen in vielen Schnitzelbänken. Das Unternehmen hingegen, die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), erhalten seit Jahren nur negative Schlagzeilen: Unpüktlichkeit, abgefahrene Geleise, ungemütliche Sitze, schlechte Stimmung in der Belegschaft. Verkehrs-Direktor Hanspeter Wessels (SP) sah sich gezwungen, 2014 die Leitung auszuwechseln.

Doch die BVB kommen auch unter dem neuen Chef Erich Lagler nicht vom schlechten Image weg. Über das jüngste Beispiel berichtete die «Basler Zeitung»: Die BVB-Leitstelle zwang einen Bus-Chauffeur weiterzufahren, obschon die Bus-Reifen gänzlich abgefahren waren. Abreden und Schönreden ging nicht. Das Gespräch zwischen Bus-Chauffeur und BVB-Leitstelle wurde aufgenommen und der «BaZ» zugespielt.

An der heutigen Medienkonferenz wollten die BVB eigentlich nur den neuen Elektro-Bus vorstellen. Doch Erich Lagler war derart unter Druck, dass er am Mittwoch eine interne Information an alle Mitarbeitenden verschickte. Titel: «Entschuldigung von Erich Lagler». Für die Reifenpanne wolle er nicht die Mitarbeitenden verantwortlich machen, stellt er richtig. Damit versucht der BVB-Chef, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch intern Vertrauen zu schaffen.

Maulkorb für BVB-Angestellte?

So schreibt Erich Lagler: «Alle Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, Probleme und Verbesserungsvorschläge intern zu melden und damit die Voraussetzungen für Lösungen zu schaffen.» Offenbar haben die BVB-Angestellten diese Möglichkeit eben nicht. Anders ist nicht zu erklären, dass sie sich mit ihren Problemen an die Medien wenden statt an ihre Vorgesetzten. Die Aufforderung an die Angestellten könnte man auch so verstehen, dass künftig keine internen Schwierigkeiten an die Medien gelangen dürfen.

Arbeitstage bis 12 Stunden

Telebasel liegen Dienstpläne vor, die belegen sollen, wie sehr die Angestellten unter Druck sind. Zu wenig Personal, zu viele Überstunden. Einige seien wegen der angespannten Situation krank geworden. Dienstpläne sehen Arbeitstage vor, die wegen befohlenen, mehrstündigen Mittagspausen schon einmal zwölf Stunden dauern können.

Erich Lagler hatte noch 2018 versprochen, dass in diesem Jahr alles besser werden soll. Doch die Unzufriedenheit unter den BVB-Angestellten ist auch 2019 geblieben. Die Chauffeure drohten gar mit einem Streik. «Wir schauen die Prozesse genau an», sagt Erich Lagler gegenüber Telebasel. Die Reorganisation startete 2016 und dort, wo sie gelang, sei auch die Zufriedenheit der Angestellten gestiegen.

Entlastung ab 2020

Erich Lagler räumt gegenüber Telebasel Versäumnisse und Fehler ein: Es gelang im Fahrdienst nicht, die Dienstpläne zu verbessern. Zu spät sei der Personalmangel erkannt worden. Die BVB würden deshalb Personal rekrutieren.

100 neue Chauffeure würden derzeit ausgebildet. «Die Fahrschulen sind gefüllt», sagt Erich Lagler. Doch die Dienstpläne könnten erst auf 2020 verbessert werden und eine Entlastung bringen. Kurzfristig würden Fahrdienstleistende ausserhalb der BVB gesucht, welche die Basler Tram- und Bus-Chauffeure ab diesem Sommer entlasten.

3 Kommentare

  1. Die Umsetzung der “neuen beseren Dienstplanstrucktur” wurde gegen den Willen der Personalkommision der BVB versucht zu verwirklichen. Nach der PEKO solte die Umsetzung sollte erst nach einer Testphase frühestens auf den Fahrplan 2020 erfolgen da die Probleme schon bei der Vorstellung der Schichtlage und der dazu nötigen Dienstpläne ersichtlich waren.Report

  2. 12 Stunden Schichten sind jetzt die Regel, keine Ausnahme. Nicht die fehlenden Leute sind das Problem, sondern die(gewollt?) Schlechte Dienstplanung. Defektes Rollmaterial, übermüdete Fahrer, Nötigungen, Lügen, und so weiter. Statt einer Entschuldigung wäre ein Rücktritt angebracht. Würden die Mitarbeiter tatsächlich mit den internen Zuständen an die Öffentlichkeit gehen gäbe es einen Landesweiten Aufschrei und der Betrieb würde wohl Still stehen. In Japan würde ein solcher Chef eine andere Methode zur Entschuldigung wählen. Aber solange das Gehalt hoch genug, und der Urlaub lang genug ist, solange kann man den Betrieb mitsamt seinen Mitarbeitern zugrunde richten.Report

  3. Abgefahren Reifen. Das kann man verhindern das der weiterfahren kann. Mein Kollege hatte vorne 2 solche Dinger so dass man Stahlgeflecht sah das beschädigt ist. Mein Kollege sagte dass ist im Wurst. Kurzerhand waren seine beiden vorderen “Abgelaufenen” Reifen von einem Messer zerstochen. Wir 3 anderen Fahrer machten uns auf den Weg August Richtung Basel – Kein Kilometer weiter Grosskontrolle . Ich wurde zum Arbeitgeber zitiert und Kollege mit Abgelaufenen Reifen konnte leider seinen Job nicht mehr behalten.Report

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