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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. Februar 2019.

Basel

Basler wollen spezielle Larven

In den Larvenateliers herrscht Hochbetrieb. Die Larvestube im Basler Imbergässli hat alle Hände voll zu tun. Denn die Kunden wollen immer speziellere Larven.

Die Videospielfigur Sonic, Globi oder Donald Duck. In der Larvestube am Imbergässli hängen bekannte Gesichter. Und jedes Jahr macht Claudia Haerri neue Einzelanfertigungen. «Die Leute kommen ins Atelier, weil sie eine Larve wollen, die man mehrere Jahre tragen kann. Also nicht eine Cortège-Larve, die man nur einmal trägt.»

300 vorgefertigte Larven hat das kleine Atelier in der Basler Innenstadt. Trotz den vielen Extra-Anfertigungen kommen Leute auch, um klassische Larven zu bestellen. Gerade wenn es um den Dienstag geht, an dem man nicht mit dem Cortège-Kostüm unterwegs ist, sind Blätzli Bajass, Ueli oder Pierrot nach wie vor beliebt.

Spontan ins Larven-Business

Vor 14 Jahren hätte die Larvestube aufgelöst werden sollen, weil die beiden älteren Damen, die die Larven bisher herstellten, den Betrieb nicht weiterführen wollten. Dann ist Claudia Haerri mit einer Kollegin eingesprungen und hat das Larvenatelier spontan und ohne grosse Kenntnisse übernommen.

«Das Larvenmachen kann man nicht lernen, wie einen traditionellen Beruf. Wir haben dann sehr viel von unseren Vorgängerinnen gezeigt bekommen und sind so da reingewachsen», so Haerri. Zwischen 250 und 350 Larven produzieren sie in der Larvestube jedes Jahr. Leben können sie als kleines Atelier davon aber nicht. Dafür nehmen sie sich Zeit für die ausgefallenen Sachen.

Eine Larve aus echten Tier-Teilen

Dieses Jahr produziert Claudia Haerri eine ganz spezielle Larve. «Ein Kunde hat eine Reh-Larve bestellt. Er brachte ein richtiges Fell und richtige Hörner, um die Larve zu gestalten. Damit es dann auch ein naturgetreues Reh gibt.»

Schwierig sei es, wenn Leute eine Larve wollen, die eine Persönlichkeit darstellt. Stars, Politiker oder gar eine Portrait-Larve von sich selber. «Da versuchen wir die Merkmale herauszuarbeiten. Zum Beispiel markante Augenbrauen, auffällige Schminke oder eine prägnante Nase», so Claudia Haerri.

Während der Fasnacht werden in der Larvestube aber weder Larven gemacht noch repariert. Dann verwandelt sich das Atelier im Imbergässli nämlich in eine Fasnachtsbeiz.

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