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Im Nähatelier des Roten Kreuzes nähen Migrantinnen die Fasnachts-Kostüme für verschiedene Cliquen. (Bild: Telebasel)

Basel

Basler Kostüme aus syrischer Hand

Das Rote Kreuz wird überrannt. Immer mehr Cliquen wollen ihre Kostüme von Migrantinnen herstellen lassen.

Die Vorlage für ein Waggis-Kostüm liegt auf dem Tisch. Zusammen mit der Nähleiterin Susanne Gautschi, nähen Zekia und Alissia in den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes in Kleinhüningen Basler Fasnachts-Kostüme.

Der Nähtreff des Roten Kreuzes bietet vor allem Frauen, die nicht oft aus dem Haus kommen, soziale Integration, erklärt die Leiterin des Nähateliers, Susanne Gautschi:

«Von den Schneiderinnen sind viele auch traumatisiert oder haben auch sonst psychische Probleme. Und hier haben sie einen Ort, an den sie täglich hinkönnen. Das gibt Selbstwertgefühl und trägt zum Heilungsprozess bei.» Aus dem Nähtreff hat sich vor drei Jahren das Nähatelier entwickelt. Dort können sich Frauen mit dem Nähen von Kostümen vor der Fasnacht etwas dazuverdienen.

800 Prozent mehr Aufträge

Im Nähatelier nähen Migrantinnen zusammen mit Susanne Gautschi Fasnachts-Kostüme. Das bringt die Frauen in Austausch mit der Bevölkerung: «Sie lernen ja auch viele Leute kennen, die in Cliquen sind und Fasnachts-Kostüme holen und bringen. So entstehen Beziehungen und es ist auch gut für die Deutschkenntnisse», so Gautschi. Letztes Jahr hat das Nähatelier des Roten Kreuzes zehn Kostüme genäht. Dieses Jahr sind es 80 Kostüme.

«Die Tendenz ist stark steigend. Wir haben 17 Cliquen, für die wir im Moment Kostüme nähen. Und es gibt noch mehr Anfragen. Wir müssen schauen, wie wir das stemmen können», sagt Marcus Meier, Leiter Integration beim Roten Kreuz Basel-Stadt. «Im Moment werden wir ein bisschen überrannt.»

Wachstum im 2020

Das Rote Kreuz produziert zu marktüblichen Preisen – man wolle die anderen Ateliers nicht konkurrenzieren. Aber weil so viele Cliquen das Projekt unterstützen, werden nächstes Jahr wahrscheinlich noch mehr Migrantinnen zum Einsatz kommen. Und bekommen damit eine Möglichkeit, aus dem Haus zu kommen und sich durch die Arbeitsintegration ein eigenes soziales Leben aufzubauen.

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