Schweizer Velokuriere werden künftig durch einen GAV geschützt. (Bild: Keystone)

Schweiz

Schweizer Velokuriere erhalten Gesamtarbeitsvertrag

Velokuriere und ihre Arbeitgeber haben am Dienstag in Bern einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterzeichnet. Europaweit ist das eine Premiere.

Schweizer Velokuriere unterstehen als erste Kuriere in Europa einem GAV. Der GAV sichert die Arbeitsbedingungen in der Branche und soll ein Instrument gegen Dumping-Plattformen und Billigkonkurrenz werden. Den Vertrag schlossen der Arbeitgeberverband Swissmessengerlogistics SML und die Gewerkschaft Syndicom, wie die Arbeitnehmerseite mitteilte.

Mindestlohn geregelt

Velokuriere mit dem GAV haben neu einen Mindestlohn, geregelte Zuschläge, Pikettdienste, Einsatzpläne und einen Vaterschaftsurlaub. Der Vertrag setzt auf Mindeststandards für die Branche, die in den nächsten Jahren unter Druck kommen dürfte.

Im Ausland verschärfte sich bereits die Konkurrenz durch sogenannte Plattform-Firmen und Billiganbieter. Diese drücken sich den Angaben zufolge vor ihrer sozialen Verantwortung.

Laut der Gewerkschaft ist UberEats seit neuestem bereits in der Schweiz

UberEats in der Kritik

 tätig und tarnt die sogenannten Plattform-Kuriere als Scheinselbständige. Das Unternehmen nehme prekäre Arbeitsverhältnisse zugunsten hoher Profite in Kauf.

Die Sozialpartner der Kurierbranche streben die Allgemeinverbindlichkeitserklärung des GAV an. Syndicom will deshalb in den kommenden Monaten den Organisationsgrad bei den Velokurieren verdoppeln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*