Das Schweizer Team in Feierlaune. (Bild: Keystone)

International

Ski Alpin-WM in Åre

Vom 4. bis 17. Februar 2019 blickt die Ski-Welt nach Schweden. Alles zur Weltmeisterschaft in Åre finden Sie hier.
Wendy Holdener verpasst eine Slalom-Medaille

Wendy Holdener verpasst in Are ihre dritte WM-Medaille, die nach dem ersten Lauf für sie bereit zu liegen scheint. Die Schwyzerin wird letztlich nur 17., derweil Mikaela Shiffrin gewinnt.

Wendy Holdener lag bei Halbzeit knapp voraus, aber im zweiten Lauf war nach wenigen Schwüngen alles vorbei. Die 25-Jährige aus Unteriberg drehte eine Pirouette, fuhr danach zwar weiter, aber die Chance war dahin. Als 17. klassierte sie sich noch zwei Ränge hinter der Urnerin Aline Danioth. Die Walliserin Elena Stoffel war schon im ersten Durchgang ausgeschieden.

Shiffrin nicht zu schlagen

Eine Klasse für sich war erneut Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin, erkältet angetreten, errang im Slalom den vierten WM-Titel in Folge. Was sie im zweiten Lauf zeigte, unterstrich einmal mehr ihre Ausnahmestellung im Slalom. Nach ihrem Sieg im Super-G errang sie ihr zweites Gold in Are. Insgesamt war es ihr fünfter WM-Titel.

Shiffrin siegte mit 58 Hundertsteln Vorsprung auf Anna Swenn Larsson, die dem Gastgeberland Schweden die erste Medaille dieser Titelkämpfe bescherte. Bronze ging an die Slowakin Petra Vlhova, die nach Gold im Riesenslalom und Silber in der Kombination einen ganzen Medaillensatz nach Hause nehmen darf.

(sda)

Präsidialer Rüffel für Carlo Janka

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann kritisiert am drittletzten WM-Tag den bereits aus Schweden abgereisten Carlo Janka. Der Bündner hat zuvor öffentlich Kritik am Trainer-Team geäussert.

Am Montag nach der WM-Kombination in Are beschrieb Janka gegenüber dem «Blick» die Situation im Speed-Team der Männer als negativ. Es gebe da keine Emotionen, und die Stimmung sei wie tot. Einen Tag später legte der Olympiasieger, Ex-Weltmeister und ehemalige Gesamtweltcup-Sieger im Gespräch mit der NZZ nach. An Teamsitzungen gehe es nur noch um Informationen, und es sei «kein Feuer drin». Angesprochen von Jankas Kritik müssen sich in erster Linie Cheftrainer Thomas Stauffer und Speed-Gruppentrainer Andy Evers fühlen.

Einige Tage später äusserte sich Urs Lehmann zur Angelegenheit, die er aus zwei Gründen «sehr, sehr unglücklich» finde. Einerseits sei da der Zeitpunkt, so der Aargauer: «Ich finde es nicht fair gegenüber den restlichen Teammitgliedern, die noch an der WM sind. Das absorbiert Kräfte. Überall, wo ich hingehe, werde ich mit dem Ganzen konfrontiert.»

Andrerseits hätte Janka vor einigen Wochen die Gelegenheit gehabt, das Thema intern anzusprechen. «In Wengen gab es eine Sitzung, an der darüber diskutiert wurde, wo die Mannschaft steht und was man noch verbessern kann.» Anwesend bei diesem Treffen: Carlo Janka und Beat Feuz als Athletenvertreter, dazu vier Personen von Swiss-Ski, unter ihnen Stéphane Cattin (Alpin-Direktor) und Markus Wolf (Geschäftsführer).

«Damals hat Carlo gar nichts gesagt – sogar auf Nachfrage nicht. Vor diesem Hintergrund kann ich nicht billigen, dass er seine Meinung jetzt nicht zuerst intern geäussert hat.» Stattdessen über die Medien zu gehen, «finde ich mehr als unglücklich und nicht korrekt», sagt Lehmann, der aber anfügt, «dass wir Carlos Aussagen sehr seriös nehmen. Schliesslich wollen wir uns verbessern.»

Mittwoch ist Ruhetag

Nach dem tollen Erfolg am Dienstag im Team-Event stehen heute an der WM keine Wettkämpfe auf dem Programm. Am Donnerstag wird das Programm dann mit dem Frauen Riesenslalom fortgesetzt.

Gold im Team-Event

Die Schweiz gewinnt an den Weltmeisterschaften in Are ihre bereits vierte Medaille, die zweite in Gold. Die Equipe um Wendy Holdener und Ramon Zenhäusern wird erstmals Weltmeister im Team-Wettkampf.

Wie schon im letzten Winter an den Olympischen Spielen traf die Schweiz im Final auf Österreich, und wieder setzte sich das Quartett von Swiss-Ski erfolgreich durch. Überragend fuhren insbesondere Holdener und Zenhäusern, die von der 1. Runde bis in den Final alle ihre Läufe gewannen. Hinter der Schweiz und Österreich sicherte sich Italien Bronze.

(KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

 

Die Schweizer Bilanz an Weltmeisterschaften war bislang äusserst bescheiden. Seit der Einführung des Wettbewerbs 2005 hatte es nur eine einzige Medaille gegeben: Bronze 2007 ebenfalls in Are.

Wohl einem Team, welches in diesem Format auf eine Wendy Holdener und einen Ramon Zenhäusern bauen kann. Das Duo sicherte der Schweiz die Goldmedaille praktisch im Alleingang. Nach dem deutlichen 4:0 zum Auftakt gegen Belgien endeten die weiteren Duelle alle mit einem 2:2. Sowohl im Viertelfinal gegen Schweden wie danach im Halbfinal gegen Deutschland und schliesslich im Final gegen Österreich entschieden deshalb die beiden besten Laufzeiten pro Geschlecht, und diesbezüglich kam niemand gegen Holdener und Zenhäusern an.

Im letzten und entscheidenden Lauf realisierte Zenhäusern im Duell gegen den Österreicher Marco Schwarz souveräne Tagesbestzeit. Mit seiner Grösse ist der Doppelmeter aus dem Wallis in dieser Art Wettbewerb eine Klasse für sich. Wie er im Parallel-Slalom die Riesenslalom-Tore weg schlägt, macht ihm keiner nach.

WM-Heldin Suter zurück in der Schweiz

Die zweifache WM-Medaillengewinnerin Corinne Suter kehrte in die Schweiz zurück, doch das Interesse am Flughafen Zürich-Kloten hielt sich in Grenzen.

In Are war Suter mit zwei Podestplätzen – Zweite in der Abfahrt, Dritte im Super-G – eine Grosse. In der Schweiz scheint jedoch noch nicht das grosse Skifieber ausgebrochen zu sein. Als das Flugzeug mit der 24-jährigen Schwyzerin am Montag kurz nach 19 Uhr in Kloten landete, vibrierte die Flughafen-Halle nicht gerade.

Rund 40 Fans mit einer Glocke bereiteten Suter aber dennoch einen herzlichen Empfang. Es darf auch angenommen, dass es in ihrer Heimatgemeinde noch eine grössere Feier geben wird.

Pinturault holt Gold

Alexis Pinturault errang in Are seine fünfte Medaille an einem Grossereignis, aber die erste in Gold. Er gewann vor dem überraschenden Slowenen Stefan Hadalin.

Bester Schweizer war der Bündner Mauro Caviezel, der als Siebenter der beste Abfahrer war. Doch gegen die starken Slalomfahrer, welche nach der Abfahrt in den Positionen zwischen 16 und 30 gelegen hatten, am Ende aber geschlossen die ersten sechs Ränge belegten, war nichts auszurichten.

Caviezel, dem WM-Dritten von 2017, fehlten vier Zehntel zu Platz 3 und einer Medaille. Bronze ging an den Österreicher Marco Schwarz, der in Wengen die einzige Weltcup-Kombination dieses Winters gewonnen hatte.

 

Start der Super-Kombi verschoben

Rennen um mindestens eine Stunde verschoben

Das Wetter zeigt sich weiterhin nicht von seiner besten Seite, starker Wind bereitet den Organisatoren Sorgen. Die Jury hat daher entschieden, sowohl den Start der Abfahrt als auch des Slaloms um eine Stunde nach hinten zu verschieben. Aktuell würde also um 12:00 Uhr gestartet werden. Um 11:00 Uhr wird die Lage noch einmal eingehend analysiert und erneut entschieden, ob das Rennen wie geplant durchgeführt werden kann.

 

Corinne Suter holt Silber

Corinne Suter nutzte ihre Hochform zur nächsten Medaille. Nach Bronze im Super-G errang die Schwyzerin in Åre WM-Silber in der Abfahrt.

Geschlagen wurde die 24-Jährige Innerschweizerin einzig von Ilka Štuhec. Um 23 Hundertstel war die Slowenin auf einer wegen Windes verkürzten Strecke ab Super-G-Start schneller als Corinne Suter.

Im Weltcup stand die Schweizerin noch nie auf dem Podium. Aber diese Ausgangslage hatte schon vor dem Super-G gegolten. Die Abfahrt ist ohnehin Corinne Suters stärkere Disziplin. In dieser Sparte war die Junioren-Weltmeisterin von 2014 schon dreimal Vierte, zuletzt im Januar in Cortina und in Garmisch.

Als bisher letzte Schweizerin hatte Lara Gut-Behrami WM-Abfahrts-Medaillen für die Schweiz errungen, 2009 Silber in Val d’Isère und 2015 Bronze in Vail. Diesmal musste sich die Tessinerin mit Platz 8 bescheiden. 29 Hundertstel fehlten ihr zu einer weiteren Medaille. Joana Hählen (16.) und Jasmine Flury (20.), die weiteren Schweizerinnen, verpassten indes die Spitzenränge deutlich.

Bronze ging an die Amerikanerin Lindsey Vonn, der in ihrem letzten Rennen ein ähnlich grandioser Karriere-Abschluss gelang wie am Samstag Aksel Lund Svindal. Die 34-Jährige, die letzte Saison beim Finale in Åre auf derselben Piste den 82. und letzten Sieg gefeiert hatte, zeigte nochmals eine Leistung, die ihr nach dem Sturz im Super-G vom letzten Dienstag nur noch die wenigsten zugetraut hätten.

Ohne Auszeichnung blieben – wie schon im Super-G – die Österreicherinnen. Fünf der sechs Weltcup-Abfahrten dieses Winters hatten sie für sich entschieden, doch im wichtigsten Rennen kam mit Stephanie Venier die Beste des Teams «nur» auf Platz 4. Vier Hundertstel fehlten ihr auf Lindsey Vonn.

 

Feuz verpasst Podest knapp

Der 33-jährige Jansrud, der Super-G-Olympiasieger von 2014, sicherte sich erstmals einen WM-Titel, indem er seinen Kollegen Svindal um 2 Hundertstel hinter sich liess. Svindal bestritt das allerletzte Rennen seiner grossartigen Karriere. Nach zwei Olympiasiegen und drei WM-Titeln darf er mit einer 13. Medaille an Grossanlässen abtreten.

Pech hatte indes Beat Feuz, der sich aufgrund seiner langen Verletzungsgeschichte bei so schwierigen Verhältnissen wohl etwas schwerer tut als andere. Um 11 Hundertstel verpasste der Emmentaler als Vierter die Bronzemedaille, die ihm der Österreicher Vincent Kriechmayr wegschnappte. Einer wie Feuz, der in 10 der 11 letzten Weltcup-Abfahrten auf dem Podium vertreten war, hätte sich zweifellos mehr verdient.

Die übrigen Schweizer konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Der mit Nummer 3 gestartete Mauro Caviezel wurde Neunter, Niels Hintermann, Carlo Janka und Gilles Roulin landeten ausserhalb der Top 20.

In Are wird um Männer-Abfahrt in voller Länge gekämpft

Von den Abfahrern ist bei den Weltmeisterschaften in Are Geduld und Flexibilität gefordert. Für die am Samstag geplante Männer-Abfahrt hält FIS-Rennchef Markus Waldner drei Szenarien bereit.

Trotz der schlechten Wetterprognosen will Waldner versuchen, ein Rennen über die gesamte Distanz zu ermöglichen. Deshalb wurde für Samstag frühmorgens ein Mini-Training von ganz oben bis unterhalb des Super-G-Starts eingeplant. Bereits um 6:00 Uhr erfolgt der Jury-Entscheid, ob dieser Plan A in Kraft treten kann. Das werde aber äusserst schwierig, so der Südtiroler.

Aufgrund des starken Windes und der bis zu 20 cm Neuschnee, die in Are bis in die Mittagsstunden fallen sollen, ist wohl wahrscheinlicher, dass Plan B zur Anwendung kommt. Der Start der Abfahrt wäre dann um 12:30 Uhr ab dem Super-G-Start vorgesehen, spätestmögliche Startzeit wäre 14:00 Uhr.

Sollte die Männer-Abfahrt nicht stattfinden können, tritt Plan C in Kraft: die Verschiebung auf Sonntag. An einem allfälligen «Super Sunday» – den es schon vor zwei Jahren in St. Moritz gab – würden dann um 10:30 Uhr zunächst die Frauen und zwei Stunden später die Männer starten. Waldner würde auch nochmals versuchen, früh am Morgen das Mini-Training im obersten Streckenteil durchzuführen.

Janka und Roulin komplettieren Schweizer Abfahrts-Quintett

Carlo Janka und Gilles Roulin komplettieren das Schweizer Quintett in der WM-Abfahrt in Are. Die Trainer entscheiden sich für den Bündner und den Zürcher und gegen Marco Odermatt.

Die Wahl war logisch. Janka und Roulin waren in den zwei Trainings deutlich schneller als ihr junger Teamkollege. Weil die zweite Übungsfahrt auf noch kürzerer Strecke als das erste ausgetragen wurde, wurden die letzten zwei Startplätze neben den gesetzten Beat Feuz, Mauro Caviezel und Niels Hintermann nach einem Trainer-Entscheid vergeben.

Im zweiten Training konnte lediglich nur der Mittelteil der Piste befahren werden. Im obersten Abschnitt herrschte zu dichter Nebel, die untersten Passagen konnten wegen der fast gleichzeitig stattfindenden Kombinations-Abfahrt der Frauen nicht freigegeben werden. Weil keines der beiden Trainings von ganz oben gestartet werden konnte, findet auch das Rennen auf verkürzter Strecke statt.

Bei einer Fahrzeit von gut 50 Sekunden war die Rangliste des zweiten Trainings nicht allzu aussagekräftig. Angeführt wird das Klassement von Super-G-Weltmeister Dominik Paris. Der Südtiroler war einen Zehntel schneller als der Zweite des Super-G, der Franzose Johan Clarey. Janka war als Sechster bestklassierter Schweizer, gefolgt von Roulin, der Neunter wurde.

Are (SWE). Zweites und letztes Training für die WM-Abfahrt der Männer vom Samstag: 1. Dominik Paris (ITA) 52,54. 2. Johan Clarey (FRA) 0,10 zurück. 3. Brice Roger (FRA) 0,19. 4. Christof Innerhofer (ITA) 0,22. 5. Kjetil Jansrud (NOR) 0,23. 6. Carlo Janka (SUI) 0,27. 7. Vincent Kriechmayr (AUT) 0,28. 8. Matthias Mayer (AUT) 0,35. 9. Gilles Roulin (SUI) 0,38. 10. Aksel Svindal (NOR) 0,43. Ferner: 21. Mauro Caviezel (SUI) 0,88. 28. Beat Feuz (SUI) 0,97. 36. Marco Odermatt (SUI) 1,01. 43. Niels Hintermann (SUI) 1,18. 56. Sandro Simonet (SUI) 1,71. 63. Luca Aerni (SUI) 1,83. – 81 Fahrer gestartet, 80 klassiert.

(sda)

Feuz bester Schweizer

Beat Feuz nimmt schon im ersten Training für die WM-Abfahrt am Samstag in Are Mass. Der Titelverteidiger wird als bester Schweizer Sechster.

Es waren im Vergleich zum Vortag im Super-G komplett andere Verhältnisse, die die Fahrer für das Training auf verkürzter Strecke vorfanden. Die Temperatur war um rund 15 Grad höher, und strahlender Sonnenschein sorgte für perfekte Sichtbedingungen. Im Super-G hatte das diffuse Licht die Aufgabe zusätzlich erschwert.

Janka Neunter

Carlo Janka wurde Neunter und war damit Bester aus dem Trio, das für die verbleibenden zwei Startplätze in der Schweizer Equipe in Frage kommen. Die anderen beiden, Gilles Roulin und Marco Odermatt, waren sieben Zehntel beziehungsweise 1,4 Sekunden langsamer als der Bündner.

Neben Feuz sind für die Abfahrt Mauro Caviezel, der Zwölfter wurde, und Niels Hintermann, der Platz 19 belegte, gesetzt. Die Schweiz darf dank Feuz, der als Weltmeister das normale Kontingent von vier Athleten nicht belastet, einen fünften Fahrer stellen.

Schweizerinnen vorne dabei

Wendy Holdener ist für die Titelverteidigung bereit. Im letzten Abfahrts-Training vor der WM-Kombination in Are fährt die Schwyzerin die zweitbeste Zeit.Einzig Stephanie Venier war um neun Hundertstel schneller als die Kombi-Topfavoritin Wendy Holdener. Die Österreicherin beging allerdings einen Torfehler. Gleich 17 Fahrerinnen waren innerhalb einer Sekunde klassiert.

Sie habe das etwas bessere Wetter gut ausgenutzt, sagte Holdener nach ihrer Fahrt. “Ich weiss, dass ich auch in der Abfahrt schnell sein kann. Aber gleich so schnell, das hätte ich nicht erwartet. Aber eben, das Wetter spielte eine Rolle.”

Vonn verzichtete

Mit Corinne Suter (6. Rang), Joana Hählen (7.) und Lara Gut-Behrami (8.) klassierten sich drei weitere Swiss-Ski-Fahrerinnen mit Rückständen von weniger als vier Zehnteln in den ersten zehn. Einzig Jasmine Flury fiel als 21. mit 1,12 Sekunden Rückstand etwas ab.

Das Training am Donnerstag war wegen des Windes im obersten Streckenteil verkürzt. Einige Fahrerinnen verzichteten auf den Start, so unter anderen die Amerikanerin Lindsey Vonn.

Dominik Paris holt sich seinen ersten grossen Titel

Dominik Paris errang an den Weltmeisterschaften in Are seinen ersten grossen Titel. Der Italiener, im Weltcup schon zwölffacher Sieger, wurde Weltmeister im Super-G.

Paris gewann mit 9 Hundertsteln Vorsprung auf ein zeitgleiches Duo mit dem Österreicher Vincent Kriechmayr und dem Franzosen Johan Clarey. Mit seinen 38 Jahren wurde Clarey zum ältesten Fahrer, der je an Weltmeisterschaften eine Medaille gewann.

Dominik Paris, der Kraftbolzen aus dem Südtirol, auf der Fahrt zu seinem ersten grossen Titel. (Bild: Keystone)

 

Grossanlässe waren bisher nicht unbedingt das Ding des grossgewachsenen Paris. Der 29-jährige Südtiroler hatte bisher erst eine Medaille auf dem Konto: Silber, das er 2013 in Schladming in der Abfahrt errang. Letzten Winter an den Olympischen Spielen in Südkorea war Paris Vierter in der Abfahrt.

Die Schweizer konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Der erst 21-jährige Marco Odermatt durfte den 10. Schlussrang als positives Ergebnis werten, seinen Teamkollegen jedoch enttäuschten allesamt. Beat Feuz landete ausserhalb der Top 15, Mauro Caviezel und Thomas Tumler schieden beide aus.

Feuz hatte das Rennen mit Nummer 1 eröffnet. Der Berner beging auf dem selektiven Parcours, der für viele Ausfälle sorgte, einige Fehler. Bereits in der Saison zuvor hatte er sich im Super-G wesentlich schwerer getan als in der Abfahrt, in welcher er ständiger Gast auf dem Podium ist. Besser als Sechster war Feuz in diesem Winter im Super-G nie.

Schweizer Quartett im zweiten Abfahrts-Training in den Top 7

Bestzeit für Jasmine Flury sowie Lara Gut-Behrami (2.), Joana Hählen (4.) und Corinne Suter (7.) nahe der Spitze – das zweite Abfahrts-Training in Are verläuft aus Schweizer Sicht top.

Jasmine Flury erwischte allerdings bei der verkürzten zweiten Trainingsfahrt für die WM-Abfahrt vom Sonntag im mittleren Teil nicht alle Tore korrekt. «Doch das Gefühl stimmt. Ich habe auf dem Ski, den ich heute ausgetestet habe, guten Zug verspürt und mich wohl gefühlt», sagte die Bündnerin, die tags zuvor im Super-G ausgeschieden war.

Wie ihre Teamkollegin hatte auch Lara Gut-Behrami einen enttäuschenden WM-Auftakt zu verarbeiten. Die Tessinerin, im Super-G nur Neunte geworden, verlor am Mittwoch auf den knapp 75 Fahrsekunden 0,44 Sekunden auf Flury. Als Vierte reihte sich Joana Hählen ein. Die Bernerin zeigte sich danach erleichtert, «dass es mir viel besser lief, nachdem ich im ersten Training schlecht gefahren bin».

Jasmine Flury auf der WM-Piste in Are. (Bild: Keystone) 

Suter: «Ich konnte nicht einschlafen»

Corinne Suter hielt am Morgen nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Super-G – «meinem schönsten Tag der Karriere» – bereits wieder mit der Spitze mit. Sie habe nicht lange gefestet, sondern sei kurz nach 22 Uhr im Bett gewesen, so die 24-jährige Schwyzerin. Das einzige Problem: «Ich konnte absolut nicht einschlafen.» Zum Training, welches sie mit knapp einer Sekunde Rückstand im 7. Rang beendet, sagte Suter: «Ich nahm nicht das grosse Risiko, weil ich mich doch nicht mega-fit fühlte.»

Das zweite Abfahrts-Training fand auf verkürzter Strecke statt. Der unterste Teil, wo sich die Piste der Männer und der Frauen vereint, konnte nicht befahren werden, weil gleichzeitig die Inspektion für den WM-Super-G der Männer stattfand.

(sda)

Feuz glaubt auch im Super-G an seine Chance

Beat Feuz glaubt trotz durchwachsener Ergebnisse im Weltcup an seine Chance im WM-Super-G. Seine Form und die Unwägbarkeiten der Disziplin halten die Hoffnung auf eine Spitzenklassierung aufrecht.

Montagabend. Medientermin mit den Schweizer Athleten, die am Mittwoch den Super-G bestreiten werden, im House of Switzerland, dem speziell für die Weltmeisterschaften errichteten Holzbau und traditionellen Treffpunkt von Swiss-Ski.

Vier Fahrer hätten es sein sollen. Doch längst ist klar, dass nur einer da sein wird. Beat Feuz hatte es als Einziger des Quartetts geschafft, rechtzeitig in Are einzutreffen. Dass er eine andere Flugroute gewählt hatte, von Innsbruck nach Stockholm und dann weiter nach Östersund gereist war, war sein grosses Glück. Seine drei Teamkameraden, Mauro Caviezel, Marco Odermatt und Thomas Tumler, erreichten Are erst viel später als geplant.

Ankunft morgens um drei

So drehen sich die ersten Fragen an Feuz nicht um den bevorstehen den Super-G, sondern um verpasste Flüge, Verspätungen und liegengebliebenes Gepäck und Material. «Auch bei uns ist nicht alles reibungslos gelaufen», erzählt Feuz, der seine kleine Familie mit Lebenspartnerin Katrin und Töchterchen Clea nach Schweden mitgenommen hat. «Wir waren fünfzehn Stunden unterwegs und waren am Montag erst am frühen Morgen um drei Uhr angekommen. Auch das ist nicht optimal, aber immer noch besser als für viele andere.»

Dann endlich wurde zum eigentlichen Thema umgeschwenkt, dem Super-G. «Meine Form wäre da, auch in dieser Disziplin», sagt Feuz. «Trotzdem waren die Resultate nicht das Gelbe vom Ei.» Den Grund dafür, dass es in diesem Winter bisher nicht nach Wunsch gelaufen ist, glaubt er zu kennen. «Die Verhältnisse haben mir nicht in die Karten gespielt.» Er hoffe nun, dass ihm die Bedingungen in Are mehr zusagen.

Corinne Suters langer Tag endet mit kurzer Feier

Corinne Suter feiert im House of Switzerland in Are ihren Medaillengewinn im WM-Super-G. Schon um 21.30 Uhr begab sie sich zurück ins Hotel – am Mittwochmorgen steht ein weiteres Abfahrtstraining an.

 

Bronze-Gewinnerin Corinne Suter beim Abendessen im House of Switzerland. (Bild: Keystone)
Corinne Suter gewinnt Bronze im Super-G

Gleich im ersten Rennen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Are gab es die erste Medaille für die Schweiz. Die Schwyzerin Corinne Suter sicherte sich Bronze im Super-G.

Corinne Suter – im Weltcup immer nur Vierte – gewinnt WM-Bronze. (Bild: Keystone)

 

Wenig fehlte, und es hätte gar zu Gold gereicht. Auf die siegreiche Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die nach drei WM-Titeln im Slalom erstmals in einer Speed-Disziplin triumphierte, verlor Suter nur 5 Hundertstel. Zweite wurde die Italienerin Sofia Goggia.

Lara Gut-Behrami belegte Platz 9, Wendy Holdener musste sich mit Rang 14 bescheiden. Jasmine Flury schied mit einem Torfehler ebenso aus wie die Liechtensteinerin Tina Weirather. Die Amerikanerin Lindsey Vonn stürzte.

Lara Gut-Behramis beste Chance auf eine Medaille

Vor zwei Jahren in St. Moritz hatte Gut-Behrami nach drei Super-G-Siegen zu Beginn der Saison als grosse Favoritin auf den Titel gegolten. Ihr schien es gar, als erwarte die Öffentlichkeit, «dass ich bei der Heim-WM gleich alle Rennen gewinnen müsste», sagte die Tessinerin im Rückblick am Sonntag. Dabei hatte sie sich 2017 einige Tage vor WM-Beginn bei ihrem Sturz in Cortina schmerzhafte Prellungen an Oberarm und Oberschenkel zugezogen. Letztlich wurde es auch im Engadin nichts mit ihrer ersten Goldmedaille an einem Grossanlass. Hinter der österreichischen Überraschungssiegerin Nicole Schmidhofer und der Liechtensteinerin Tina Weirather blieb ihr Bronze.

Damit lancierte sie zwar die Titelkämpfe aus einheimischer Sicht, doch Gut-Behramis Freude über ihre fünfte WM-Medaille, das zeigte ihre Miene bei den Interviews nach dem Rennen, hielt sich sehr in Grenzen. Drei Tage danach zog sie sich beim Einfahren für den Kombinations-Slalom eine schwere Knieverletzung zu: WM- und Saisonende – und für ein paar Monate auch das Ende der riesigen Erwartungshaltung von aussen.

Gewinnt Lara Gut-Behrami in Are ihre sechste WM-Medaille? (Bild: Keystone)

«Ich fahre seit zehn Jahren an der Spitze mit»

Diese Haltung habe sich in den letzten eineinhalb Jahren verändert, sagt Gut-Behrami. «Nun habe ich das Gefühl, dass ich allen beweisen muss, dass ich noch gut Ski fahren kann.» Und wenn ihr das gelungen sei, so in dieser Saison geschehen mit den Super-G-Podestplätzen in St. Moritz (2.) und zuletzt in Garmisch (3.), «dann muss ich wieder beweisen, dass ich die grosse Kristallkugel nicht zufällig gewonnen habe. Wir werden immer wieder infrage gestellt.» Dabei gehe vergessen, kritisiert Gut-Behrami, dass sie seit zehn Jahren an der Spitze mitfahre.

Tatsächlich war die 27-Jährige aus Comano in der Gesamtwertung immer in den ersten 15 klassiert. Nur in einer Saison blieb sie ohne Weltcup-Podest. «Ich arbeite immer noch täglich dafür, dass mir das auch künftig gelingt. Ich bin noch nicht so weit, dass ich etwas anderes als Ski fahren will.»

Kein einfacher Weg

Von ihrem in St. Moritz erlittenen Kreuzbandriss kam Gut-Behrami zwar sehr schnell zurück. Nur gut acht Monate nach dem Unfall startete sie in Sölden bereits wieder zu einem Rennen. Doch so rasch ihr das Comeback auf den Ski gelang, die Rückkehr an die Weltspitze gestaltete sich für die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin nicht in allen Disziplinen gleich gut. In der Abfahrt war sie in diesem Winter nie besser als Achte. Im Riesenslalom ist Gut-Behrami aus den Top 15 der Weltrangliste gerutscht und in der Kombination wird sie auch in Are nicht starten.

Regelmässige Top-Resultate gab es in den letzten eineinhalb Saisons nur noch im Super-G, ihrer Lieblingsdisziplin. «Der Super-G ist purer Instinkt. Das kommt mir entgegen», sagt Gut-Behrami. Gefragt, was denn ihre Erwartungen seien in Are, sagt die 24-fache Weltcupsiegerin: «Ich erwarte nichts. Ich will zeigen, was ich kann. Doch ich wäre nicht hier in Are, wenn ich nicht Lust hätte, noch mehr Rennen zu gewinnen.»

(sda)

Schweizer Ski-Fahrer in Stockholm blockiert

Wegen des Schneefalls und den tiefen Temperaturen war der Flugverkehr in Stockholm und teils in ganz Schweden blockiert. Mit Abfahrts-Weltmeister Beat Feuz sowie Junioren-Weltmeister Marco Odermatt und Thomas Tumler musste ein Schweizer Trio ungeplant in Stockholm einen Zwischenhalt einlegen.

Ein Quintett mit Mauro Caviezel, Nils Hintermann, Carlo Janka und den Kombinierern Luca Aerni und Sandro Simonet sass gar noch in Zürich fest.

Frauen schon frühzeitig angereist

Die Speed-Fahrerinnen von Swiss-Ski, deren erstes Abfahrts-Training schon am Montag im Programm steht, waren bis auf Wendy Holdener alle frühzeitig angereist.

Auch die Schwyzerin, die am Samstag in Maribor noch Slalom-Dritte geworden war, schaffte es aber dank eines Privatflugs zusammen mit anderen Skistars wie Mikaela Shiffrin und Ilka Štuhec noch am Samstagabend nach Åre. (sda)

Das Programm
  • Montag, 4. Februar:  Eröffnungsfeier (18.30 Uhr).
  • Dienstag, 5. Februar: SUPER-G FRAUEN (12.30 Uhr).
  • Mittwoch, 6. Februar:  SUPER-G MÄNNER (12.30 Uhr).
  • Donnerstag, 7. Februar: Abfahrtstraining Frauen (10.30 Uhr). – Abfahrtstraining Männer (12.30 Uhr).
  • Freitag, 8. Februar: KOMBINATION FRAUEN, Abfahrt (11.00 Uhr), Slalom (16.15 Uhr).
  • Samstag, 9. Februar:  ABFAHRT MÄNNER (12.30 Uhr).
  • Sonntag, 10. Februar: ABFAHRT FRAUEN (12.30 Uhr).
  • Montag, 11. Februar: KOMBINATION MÄNNER, Abfahrt (11.00 Uhr), Slalom (14.30 Uhr).
  • Dienstag, 12. Februar: TEAM-WETTKAMPF (16.00 Uhr).
  • Mittwoch, 13. Februar: Reservetag.
  • Donnerstag, 14. Februar: RIESENSLALOM FRAUEN, 1. Lauf (14.15 Uhr), 2. Lauf (17.45 Uhr).
  • Freitag, 15. Februar: RIESENSLALOM MÄNNER, 1. Lauf (14.15 Uhr), 2. Lauf (17.45 Uhr).
  • Samstag, 16. Februar: SLALOM FRAUEN, 1. Lauf (11.00 Uhr), 2. Lauf (14.30 Uhr).
  • Sonntag, 17. Februar: SLALOM MÄNNER, 1. Lauf (11.00 Uhr), 2. Lauf (14.30 Uhr). – Schlusszeremonie (ca. 16.20 Uhr).

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant