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Der Telebasel News-Beitrag vom 1. Februar 2019.
Basel

Parlamentarier sollen «Baseldytsch schwätze»

Nur eine Handvoll Grossräte hält ihre Voten in Dialekt. Ein Vorstoss der SVP will das ändern und Schweizerdeutsch als Verhandlungssprache festschreiben.

«Ich finde das skurril. Skurril, weil wir in den Kommissionen, im Vorzimmer, in den Einzelgesprächen Schweizerdeutsch sprechen. Also warum müssen wir dann in den schönen Hallen Hochdeutsch reden?» Das fragt sich der Basler SVP-Grossrat Alexander Gröflin. Deshalb hat er einen Vorstoss eingereicht, der Schweizerdeutsch als Verhandlungssprache festlegen will.

Davon erhofft sich Gröflin lebhaftere Debatten. «Dadurch, dass wir nicht Hochdeutsch sprechen müssen, werden die Debatten dynamischer. So kann man direkter auf eine Debatte eingehen, und nicht einfach Hochdeutsch vom Blatt ablesen.»

«Braucht es nicht»

Schon jetzt dürfen Grossräte ihre Voten auf Schweizerdeutsch halten. Dies tut aber nicht mal eine Handvoll Parlamentarier. Einer, der am Pult konsequent Baseldeutsch spricht, ist SP-Grossrat Sebastian Kölliker. «Es ist für mich natürlich, weil ich im Alltag, auch im politischen Alltag, auch mit meinen Kollegen im Rat Baseldeutsch rede. Deshalb spreche ich auch am Rednerpult Baseldeutsch.» Alexander Gröflins Vorstoss findet er aber unnötig.

Auch seine Parteikollegin Edibe Gölgeli hält von diesem nicht viel. Sie befürchtet, dass gerade potenzielle Ratsmitglieder, die nicht so gut Deutsch können, benachteiligt werden könnten. Dabei gehe es aber weniger um Secondos. «Es geht ja auch um den Bevölkerungsteil vielleicht aus der ersten Generation. Die verständigen sich eher in Hochdeutsch. Aber auch um die Neu-Zuwanderer, die wir haben, die Deutsch eben nicht als erste Muttersprache beherrschen.»

Jetzt muss das Büro des Grossen Rates überlegen, ob es die Bestimmungen ändert.

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