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Der Telebasel News Beitrag vom 30. Januar 2019.

Basel

Ultimatum am Steinengraben

Die Mieter müssen bis Donnerstag die Häuserzeile am Steinengraben räumen. Helvetia will danach unverzüglich mit den Bauarbeiten beginnen.

Die Tage der Häuserzeile aus dem 19. Jahrhundert sind gezählt. In den Räumen herrscht gähnende Leere. Die letzten Mieterinnen und Mieter schleppen massenhaft Sperrgut aus dem Haus. Es landet in einer grossen Mulde.

Die Deadline nähert sich: Bis Donnerstag muss das «Steini» geräumt sein, am Freitag findet die Schlüsselübergabe statt. Damit endet wohl ein jahrelanges juristisches Seilziehen zwischen der Mieterschaft und Helvetia Versicherungen. Die Eigentümerin der Liegenschaft gewann vor Bundesgericht. Somit kann sie ihr Vorhaben, die alten Häuser durch einen Neubau mit Büros und Wohnungen zu ersetzen, realisieren.

Baldiger Abriss

Die Bagger sollen ziemlich bald auffahren. «Die Bauarbeiten, beziehungsweise die entsprechenden Vorarbeiten werden nach Übergabe des Mietobjekts unverzüglich in Angriff genommen», sagt Helvetia-Sprecher Hansjörg Ryser gegenüber Telebasel. «Wir sind froh, wenn der Auszug termingerecht und friedlich erfolgt», so Ryser.

Den 25 Leuten, die bis anhin noch in den Altbauten haben, fällt der Abschied nicht leicht. So auch Salome Oppliger, die während zwanzig Jahren hier gelebt hat. Vor zwei Wochen wechselte sie zusammen mit ihrem Partner in eine andere Wohnung. Wie sie erzählt, zogen als erstes die Familien mit Kindern vom abrissbedrohten Steinengraben weg.

Jüngere Bewohner noch auf der Suche

Manche der jüngeren Bewohner seien hingegen noch auf der Suche. «Es sind noch nicht ganz alle versorgt und leider alle verteilt», sagt Salome Oppliger. Auch wenn sie selbst mehr Glück hatte: Die gute Gemeinschaft mit den Nachbarn und den kleinen Park mitten in der Stadt vermisst sie jetzt schon.

Momentan sehen die Zimmer im Altbau etwas triste aus. Vor wenigen Tagen war das noch anders. Wie Salome Oppliger erzählt, feierten die Bewohner mit Konzerten und einer Ausstellungen den Abschied vom «Steini».

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