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Der Telebasel News-Beitrag vom 27. Januar 2019.

Basel

«Ich bin immer noch etwas sprachlos»

Mit «Yschtoo» kommt der erste abendfüllende Film über die «drey scheenschte Dääg» auf die Leinwand. Am Sonntag feierte er Premiere.

Frau Fasnacht blüht nicht nur während dreier Tage auf. Sie werkelt auch das ganze Jahr über hinter den Kulissen. Genau das steht beim 90-minütigen Dokumentarfilm «Yschtoo» im Zentrum. «Ich möchte damit eine versteckte Welt zeigen», sagt Filmemacher Nicolas Joray gegenüber Telebasel. Gemäss dem Regisseur ist es der erste abendfüllende Film über die Basler Fasnacht.

Am 27. Januar feierte der Film im Kult. Kino Atelier Premiere. Die Zuschauerinnen und Zuschauer zeigten sich nach der Vorstellung begeistert von dem Streifen. «Es ist sehr ergreifend, wenn man selber Fasnacht macht», so eine Zuschauerin. «Ich noch etwas sprachlos».

«Es ist sehr emotional und man sieht Sachen, die man sonst nicht sieht», sagt eine andere Zuschauerin. «Ich mache selber auch Fansacht, aber es gibt immer wieder Dinge, die man neu entdeckt». Nicolas Joray ist nach der Premiere erleichtert. «Ich bin froh, dass es gut angekommen ist, es gefällt wirklich und was mich am meisten freut ist, dass es berührt. Dass man all die verschiedenen Klänge der Fasnacht integrieren konnte», sagt er.

Vom «Ändstraich» bis zum «Ändstraich»

Im Film geht es um die Fasnacht: Ob Pfyffer-Instruktorin, Larvenmacher oder Sujetkommission – allen fleissigen Händen und kreativen Köpfen, die sich bereits im Sommer für die nächste Fasnacht ins Zeug legen, ist die Doku gewidmet.

«Der Film beginnt mit dem Ändstraich und hört mit dem nächsten Ändstraich auf», erklärt Nicolas Joray, Dazwischen liegen die ganzen Vorbereitungen, welche die Fasnächtler das ganze Jahr über beschäftigen. «Für viele ist der Weg zur Fasnacht genauso wichtig», betont Joray.

Der Basler Filmemacher Nicolas Joray. (Foto: Privat)

Eigentlich wollte der langjährige Filmemacher und Kameramann eine wesentlich kürzere Doku drehen. Gespräche mit seinem Bruder, einem Laternenmaler, führten zu einem Umdenken. Schlussendlich wurde daraus nämlich ein anderthalbstündiger Streifen.

Der Film soll einerseits für Fasnächtler interessant sein, um einen Einblick ins Innenleben anderer Cliquen zu erhalten. Andererseits sei es auch eine Einführung für Leute, die das ganze Drumherum noch nicht kennen. «Es soll aber kein Schulfilm sein», so Nicolas Joray.

(Video: Youtube) 

Nicht nur für ein Bebbi-Publikum

Wichtig sei ihm gewesen, den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Cliquen aufzuzeigen. Diesen kennt er auch aus eigener Erfahrung. «Ich wurde in die Fasnacht hineingeboren», sagt Joray. Seine Mutter war Laternenmalerin, er selbst während vieler Jahre ein «Aggtiver». Ein Fazit aus den Dreharbeiten: Es sei wichtig, dass sich die Fasnacht auch verändern kann. «Bleibt sie stehen, so wird sie zum Postkartenmotiv für Touristen».

Der Film wird vorderhand nur im Kult.Kino Atelier zu sehen sein. Würde aber ein Fasnachtsfilm ausserhalb von Basel überhaupt Leute in die Kinosäle locken? Wie Nicolas Joray erklärt, es sei  längerfristig ein Ziel, den Streifen nicht nur einem Bebbi-Publikum zu zeigen.

So etwa anderswo in der Deutschschweiz, vielleicht auch im Tessin oder in Süddeutschland. Dafür brauche es noch Mittel, um die Untertitel für den rein in Mundart gehaltenen Film überhaupt zu finanzieren.

«Yschtoo» läuft ab dem 31. Januar 2019 im Kult.Kino Atelier.

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