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Der Telebasel News-Beitrag vom 23. Januar 2019.

Basel

Zehn Jahre Knast für Drogenhändler

Das Basler Strafgericht verurteilte am Donnerstag ein Mitglied eines internationalen Drogenrings.

Zehn Jahre Gefängnis und 15 Jahre Landesverweis wegen Drogenhandel und Geldwäscherei. So lautet das Urteil des Basler Strafgerichts für einen 34-jährigen Nigerianer.

Die Zürcher und Basler Polizei liessen im Jahr 2017 mit der Aktion «Wave» einen nigerianischen Drogenring auffliegen. Sie rechnen hoch, dass die geschmuggelte Menge an Kokain 104 Kilogramm ausgemacht habe und einen Wert von 10 Millionen Franken besitze. Soviel scheint sicher: Das Kokain brachten Drogenkuriere über Holland in die Schweiz; eingepackt in viele Fingerlinge, welche die Drogenkuriere schluckten.

In Basel wurde das Kokain an über 100 Zwischenhändler in die ganze Schweiz verteilt. Einige der gefassten Nigerianer wurden wegen Drogenhandels schon verurteilt. Vor dem Basler Strafgericht musste sich der Nigerianer verantworten, der den Handel in der Schweiz sogar organisiert haben soll. Dies zumindest ist die Meinung der Basler Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten für den Boss in der Schweiz hält, während die Hintermänner von Holland aus operieren.

Nur unbedeutender Geld-Kurier?

Er hatte mit dem Kokain nichts zu tun, sagte der Angeklagte vor Gericht. Er widerspricht der Staatsanwaltschaft, er sei lediglich der Geld-Kurier gewesen. In Basel habe er das Geld gesammelt und nach Holland gebracht. Er habe nicht gewusst, dass das Geld aus dem Drogenhandel stamme.

Das Geld schmuggelte er eingepackt im After über die Grenzen. Der 34-jährige Nigerianer ist bereits in der Schweiz und Belgien wegen Drogenhandels verurteilt und erhielt dafür auch eine Einreisesperre. An diese Sperre hat er sich jedoch nicht gehalten, und reiste mindestens 20 Mal in die Schweiz ein, wie die Ermittlungsbehörde nachweisen konnte.

Viele Erinnerungslücken

Das Fünfergericht unter dem Vorsitz von Roland Strauss befragte den Angeklagten am Mittwoch 23. Januar 2019 eingehend. Der 34-jährige Familienvater mag sich an vieles nicht mehr erinnern.

Grundlage für die Befragung ist insbesondere die Telefonüberwachung der Polizei. Die Überwachung gestaltete sich für die Ermittler offenbar sehr schwierig, weil die nigerianische Drogenhändler Mobiltelefone wechselten und Code-Namen verwendeten.

Auf den Kleidern des Angeklagten fanden sich verdächtige Kokainspuren. Der Angeklagte konsumiert nachgewiesenermassen kein Kokain. Stammen die Spuren aus dem Kokainhandel, fragt das Gericht? Die Spuren müssen von Parties stammen, begründet der Angeklagte.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und 9 Monaten. Die Verteidigung dagegen akzeptiert maximal 5 Jahre. Nur Mörder würden zu derart hohen Strafen verurteilt wie die Staatsanwaltschaft beantragt, begründete der Verteidiger.

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