(Bild: Keystone)

International

Weltjugendtag in Panama eröffnet

Panamas Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta gab bei der Messe vor Zehntausenden Gläubigen in Panama-Stadt den Startschuss für die sechstägige Veranstaltung.

Papst Franziskus bricht erst am Mittwoch in das lateinamerikanische Land auf und soll um 22.30 Uhr Schweizer Zeit landen. Weltjugendtage finden alle zwei bis drei Jahre statt. An wechselnden Orten kommen zu diesem Anlass katholische Jugendliche aus aller Welt zusammen, um ihren Glauben zu feiern. Der jetzige Weltjugendtag ist nach den Veranstaltungen in Buenos Aires (1987) und Rio de Janeiro (2013) der dritte in Lateinamerika.

Für viele Gläubige in dieser Region sind die Ausrichtung des Mega-Events und der Papstbesuch Anlass zur Freude. Beides kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Armut, Gewalt und Korruption den Menschen hier das Leben schwer machen. Hunderttausende versuchen deshalb jedes Jahr, die Region in Richtung USA zu verlassen.

Erzbischof Ulloa Mendieta sagte in seiner Ansprache, der Weltjugendtag sei eine Veranstaltung «für die Jugend der existenziellen und geografischen Peripherien». Er hoffe, dass der Weltjugendtag wie «Balsam für die schwierige Situation» vieler junger Menschen wirke. Viele Jugendliche lebten ohne Hoffnung und wanderten deshalb vermehrt aus ihren Heimatländern aus.

Latinos weniger kirchentreu

Doch auch die Kirche selbst hat mit Problemen zu kämpfen. Laut der jüngsten Umfrage des Latinobarometro bekennen sich nur noch 59 Prozent der Latinos zur katholischen Kirche. 1995 waren es noch 80 Prozent. Vor allem die evangelikalen Freikirchen mit ihren erzkonservativen, aber oft charismatischen Predigern machen Rom die Gläubigen abspenstig.

Franziskus soll bei seiner Ankunft in Panama nach Vatikan-Angaben von rund 2000 Gläubigen empfangen werden. Für den Argentinier ist es die erste Reise in das mittelamerikanische Land. Nach Johannes Paul II. (1920-2005) ist Franziskus der zweite Papst, der Panama besucht. Neben Gottesdiensten und einem Kreuzweg mit den Jugendlichen stehen auf seinem Programm auch ein Treffen mit den Bischöfen Mittelamerikas, ein Besuch in einem Jugendgefängnis sowie die Begegnung mit jungen Aids-Kranken.

Die weltweiten Skandale um den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in katholischen Kirchen und Einrichtungen dürften allenfalls am Rande Thema sein.

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