(Symbolbild: Keystone)

Basel

Lehrer erpresste Schüler, sich vor Webcam auszuziehen

Zehn Jahre lang soll ein Sekundarlehrer seine minderjährigen Schüler dazu aufgefordert haben, sich vor der Webcam auszuziehen und zu masturbieren.

«Erste Option: Du schickst mir das Bild. Zweite Option: Du wirst berühmt im Internet.» So soll ein Lehrer an einer Baselbieter Sekundarschule zehn Jahre lang minderjährige Buben im Internet unter Druck gesetzt und erpresst haben, damit sie sich vor der Webcam auszogen und sich selber befriedigten. Nun muss der Angeklagte vor Gericht zu den Vorwürfen Stellung beziehen.

Systematisch vorgegangen

Der damals 21-Jährige soll die Knaben über ein Fake-Profil kontaktiert haben. Laut 20 Minuten spielte er so zwischen 2003 und 2013 die Rolle eines jungen Mädchens, um an pornografische Bilder und Videos zu gelangen. Bei homosexuellen Jungen gab er sich als junger Mann aus.

Der Angeklagte soll mit Bildern von drei jungen Frauen die minderjährigen Chat-Partner dazu gebracht haben, vor ihm zu masturbieren. 20 Minuten zitiert die Anklage, in der steht, dass er den Jungen sogar genaue Anweisungen gegeben habe. «Lieg auf die andere Seite. Hallo? Die Beine auf die andere Seite vom PC. So ist es besser. Zeig deinen Penis und hol dir einen runter. Der Schluss war voll scheisse.»

Viel Druck und Drohungen

Sobald einer der Jungen Verdacht schöpfte, fing er an «unmittelbar Druck auf die Kinder auszuüben, indem er sie nicht nur beschimpfte und verhöhnte, sondern ihnen mit der Veröffentlichung der pornografischen Bilder und der Videos im Internet oder deren Weiterleitung an Bekannte der Opfer drohte», so die Anklage weiter.

Er erhöhte den Druck auf seine Opfer dann immer weiter. «Ich habe nicht gesagt, dass ich deine Bilder ausdrucken werde, nach Oberwil fahre und sie in deinem Schulhaus aufhänge, oder? Ich habe aber auch nicht gesagt, dass ich es nicht mache», zitiert das Newsportal weiter.

47’000 Bilder sowie 5’000 Videos mit Kinderpornografie

Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 2014 fanden die Beamten über 47’000 Bilder sowie 5’000 Videos mit Kinderpornografie. Ausserdem wurden Tier- und Gewaltpornos entdeckt.

Der Angeklagte muss  am 9. April 2019 wegen mehrfacher Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern sowie mehrfacher Pornographie vor Gericht Stellung beziehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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