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Der Telebasel Glam Beitrag vom 29. Januar 2019.

Basel

Essen ist nicht Selbstzweck

Die buddhistische Nonne Jeong Kwan und ihre vegane Tempelküche wurden durch Netflix-Serie «Chef's Table» bekannt. Am 21. Januar kochte sie im Teufelhof Basel.

Jeong Kwan ist buddhistische Nonne. Bekannt wurde sie durch die Netflix-Serie «Chef’s Table». Jetzt brachte sie ihre vegane Tempelküche mit nach Basel. Am 21. Januar 2019 kochte Jeong Kwan im Teufelhof.

Auch für Küchenchef Michael Baader ein tolles Erlebnis. Es sei «super» mit ihr in der Küche zu arbeiten. «Sie hat so viele Leute mitgebracht, dass ich gar nichts mehr machen muss», sagte er lachend.

Tradition lebt weiter

Jeong Kwan wuchs in einem kleinen Dorf in Südkorea auf. Schon als Kind beobachtete sie ihre Mutter, wie sie die Nudeln von Hand gekocht hat. Sie prägte es sich ein und überraschte ihre Eltern nach einem harten Arbeitstag mit selbstgekochten Nudeln. Von da an brachte sich Jeong Kwan nach und nach weitere Gerichte selber bei.

In ihrer Tempelküche leben hunderte Jahre alte Traditionen weiter. Der Geschmack basiert lediglich auf Salz, sowie auf Soja- und Chilipaste. Sie beleben den Geist und erhöhen die Aufmerksamkeit, so Jeong Kwan.

Für Jeong Kwan ist jedes Lebensmittel an sich etwas besonderes – und so wird es auch behandelt. «Man muss wissen, wann etwas wächst, damit man es richtig zubereiten kann», sagt sie. «Auch wie etwas schmeckt, davon hängt die Art der Zubereitung ab».

Der Trailer zur dritten Stafel von «Chef’s Table» mit Jeong Kwan:

(Video: Yotube/ Netflix) 

Nichts wird weggeworfen

Im Kloster in Südkorea ist der Alltag ziemlich strikt geregelt. Zum Frühstück gibt es Reisschleim, Mittags wird gekocht und Abends werden die Reste verwertet. Die Nonnen leben nach dem Prinzip: Es wird nichts weggeworfen. «Essen ist nicht für sich selber ein Zweck», sagt die 62-Jährige. Man sollte deshalb nur so viel Energie zu sich nehmen, wie für die Meditation wichtig ist.

Selber bezeichnet sich Jeong Kwan nicht als Köchin, sondern als Nonne. Sie steht auch nicht hinter dem Herd eines Restaurants, sondern bekocht nur die Menschen im Kloster und dessen Besucher.

Die 62-Jährige war schon vor ihrem Auftritt bei «Chef’s Table» in Korea, China und Japan berühmt. Viele Spitzenköche waren als Schüler bei ihr im Tempel. Durch Netflix wurde die Köchin aber weltberühmt. Mittlerweile kommen jeden Sonntag 20 bis 30 Gäste zu Besuch.

«Ich habe früher so gelebt und das tue ich auch heute»

Die Berühmtheit hat aber Jeong Kwan selbst nicht verändert. Wichtig ist für sie, dass die Menschen, die sie besuchen, neue Energie bekommen und mehr innere Lebendigkeit erlangen. «Ich habe früher so gelebt und das tue ich auch heute. Einzig die Zahl der Besucher ist höher, aber ich mache immer noch das Gleiche», sagt die 62-Jährige.

Zu Besuch in Basel ist Jeong Kwan nicht zum ersten Mal. «Ich war bereits vor einem Jahr hier und habe mich auf Anhieb wohl gefühlt», erzählt sie. «Ich freue mich, in einem solch schönen Restaurant den Gästen Tempelküche zu servieren».

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