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Der Telebasel News-Beitrag vom 21. Januar 2019.

Basel

Bedingte Haftstrafen für prügelnde Fasnachts-Affen

Mehrere Männer wurden beschuldigt, an der Fasnacht 2015 in Affenkostümen wahllos Passanten verletzt zu haben. Dafür bekamen wurden sie am Donnerstag verurteilt.

Die vier Täter bekommen bedingte Haftstrafen zwischen 18 und 22 Monaten. Dieses Urteil fällte heute das Basler Strafgericht.

In Jeans, Pulli und T-Shirt erschienen die mutmasslichen Schläger am Montag früh vor dem Strafgericht. Richterin Kathrin Giovannone rollte den fatalen Fasnachts-Abend noch einmal auf, als die kräftigen Gestalten im Kleinbasel plötzlich auf Passanten los gingen. Die Männer – drei Schweizer und ein Deutscher im Alter zwischen 29 und 39 Jahren – waren zum Teil angetrunken und auf Koks.

Üble Szenen müssen sich im Februar 2015 an der Rheingasse abgespielt haben. Vier Männer, zwei davon in Affenkostümen, sollen mehrere Passanten verprügelt haben. Dem mutmasslichen Schlägerquartett wird versuchte schwere Körperverletzung und Angriff vorgeworfen.

«Aggro-Affentheater» in der Rheingasse

Das brutale «Affentheater» begann in den frühen Morgenstunden des Dienstags, als die drei durch die Rheingasse zogen. Bei der Grenzwert-Bar zettelten sie dann eine Keilerei an. Unter dem nichtigen Vorwand, auf den Boden gespuckt zu haben, pöbelten sie einen Barbesucher an und rissen ihn zu Boden. Auch ein Kollege des Angegriffenen kassierte Prügel. Zwei der «Affenkostüm-Gruppe» verpassten ihm einen Faustschlag ins Gesicht, sodass er seine Brille verlor.

Anschliessend rief ein Passant der Gruppe zu, den den am Boden liegenden Mann in Ruhe zu lassen. Seinen Einsatz als Schlichter bezahlte auch er mit Schlägen. Wie die Staatsanwaltschaft schreibt, traktierte ihn die «Affenbande» mit Fusstritten und Faustschlägen.

Dabei mischte sich ein weiterer Mann in die Keilerei ein. Dieser soll im Kokainrausch den Schlichter mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, seine drei Kollegen doppelten vermutlich mit Fusstritten nach.

Faustschläge und Fusstritte

«Ich habe niemanden geschlagen», sagte einer der vier mutmasslichen Täter heute vor Gericht. Alle gestanden sich  möglichst wenig Delikte ein. Ihnen kommt zugute, dass zwei der Opfer aussagten, dass sie sich nicht mehr an die Gesichter erinnern können.

Eine Zeugin, die damals rein zufällig anwesend war, konnte sich an Fusstritte gegen ein Boden liegendes Opfer seitens der Männer in den Affenkostümen erinnern. All das geschah, «unter billigender Inkaufnahme einer lebensbedrohlichen Hirnverletzung oder -blutung», wie die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift festhält. Der Passant erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, Wunden und Beschädigungen am Gebiss, ein anderes Opfer brach sich das Nasenbein. Das Gericht musste das Puzzle zusammensetzen und nach vier Jahren rekonstruieren, wer wirklich welches Delikt begangen hat.

1 Kommentar

  1. Wie kann es sein, dass die 4 Schläger erst nach so langer Zeit vor Gericht kommen. So sind Erinnerungen im Voraus beeinträchtigt! Das ist gegenüber den Opfern ein absoluter Hohn! Solche Radaubrüder gehören umgehend und entsprechend verurteilt.Report

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