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Der Telebasel News Beitrag vom 17. Januar 2019.

Region

«Es braucht uns mit im Boot»

Zwei Mal Nein empfehlen die Baselbieter und basel-städtischen Privatspitäler. Das sind die drei wichtigsten Punkte für die Privatspitäler.

Die Privatspitäler sind gegen die Spitalfusion. Ein Ja zur Spitalfusion am 10. Februar hätte unmittelbare Folgen für sie. Unter anderem wegen diesen drei Punkten kämpfen sie gegen die beiden Staatsverträge:

1. Konkurrenz

Die privaten Spitäler der beiden Basel stehen unter Druck. Schon bald könnten die öffentlichen Spitäler Universität Basel und das Kantonsspital Baselland zu einem riesigen Konkurrenten werden. Drei Viertel vom gesamten Gesundheitsmarkt in der Region könnten die öffentlichen Spitäler dominieren. «Privatspitäler könnten sukzessive aus dem Markt verdrängt werden», befürchtet Philip Klopfenstein, der Direktor der Rennbahnklinik.

Stephan Fricker, CEO der Merian Iselin Klinik, spricht sich auch deutlich gegen die Fusion aus. Als Konkurrenten will er das Universitätsspital Nordwest, wie die fusionierten Spitäler heissen würden, aber nicht sehen. Er glaubt nämlich nicht, dass deren Strategie aufgehen wird. Die privaten Spitäler würden zwar dieselben Ziele verfolgen, die durch das Unispital Nordwest erreicht werden sollten: Eine optimierte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, eine Dämpfung des Kostenwachstums im Spitalbereich sowie eine langfristige Sicherung der Hochschulmedizin in der Region. Der Weg, den die öffentlichen Spitäler gehen, sei allerdings der falsche: «Wir sind überzeugt, dass mit diesem Ansatz die Ziele nicht erreicht werden können. Die Region Basel hat bereits eine Überkapazität».

2. Ausgrenzung

Die Privatspitäler wären gerne bei den Fusionsplänen dabei gewesen. Um die Gesundheitskosten effektiv senken zu können, müssten die Privatspitäler auch mit dabei sein. Tatsächlich verursachen nicht nur die öffentlichen Spitäler allein die bestehenden Gesundheitskosten, sondern auch die Arztpraxen und die Privatspitäler. «Nur gemeinsam können wir die Kosten reduzieren. Im Alleingang können die beiden öffentlichen Spitäler die Kosten nicht reduzieren, sondern im Gegenteil, das Ganze wird noch teurer», beschwert sich Philip Klopfenstein. «Es braucht uns mit im Boot, es geht nicht ohne uns.»

3. Leistungsaufträge

Die Kantone nehme laut den Privatspitälern zu viele Funktionen ein. Sie würden bei einer Fusion nicht nur Eigner, Planer, Leistungserbringer und Schiedsrichter sein, sondern würden zusätzlich auch die Leistungsaufträge vergeben. «Da müssen wir uns nichts vormachen, sie werden erst für ihre eigenen grossen Spitäler schauen», moniert der Klinikdirektor der Rennbahnklinik. Sprich, die Privatspitäler laufen Gefahr, keine Leistungsaufträge von den Kantonen zu erhalten.

Stephan Fricker von der Merian Iselin Klinik ist sich allerdings sicher, dass die öffentlichen Spitäler früher oder später auf die Privatspitäler zurückkommen würden. Das beste Beispiel dafür sei «Clarunis», eine Kooperation zwischen dem privaten St. Claraspital und dem Unispital Basel: «Die Kooperation kam auf Druck vom Unispital zustande, weil die Fallzahlen nicht mehr vorhanden waren, um im Teilbereich hochspezialisierte Versorgungsaufträge zu erhalten.»

Die Telebasel Themenwoche «Spitalfusion» ab Montag, 14. Januar 2019, täglich ab 18:30 Uhr in den News, am Mittwoch, 16. Januar 2019, ab 19:40 Uhr im Report und am Samstag, 19. Januar 2019, ab 19:15 Uhr in einer Spezialsendung.

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