Auch mit 70 dreht und schreibt der leidenschaftliche «Sternenritter» Lawrence Kasdan weiter. (Bild: Keystone)

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Drehbuchautor Lawrence Kasdan wird 70

Vor 40 Jahren gab Lawrence Kasdan mit dem Drehbuch für «The Empire Strikes Back» seinen Einstand. Nun wird der Drehbuchautor 70 Jahre alt.

Hätte Lawrence Kasdan das letzte Wort gehabt, dann wäre der beliebte Schmuggler Han Solo schon in den 1980er Jahren aus der «Star Wars»-Serie verschwunden. «Ich war dafür, ihn zu töten», offenbarte der Drehbuchautor im vorigen Jahr der New York Times.

Lawrence Kasdan schrieb damals das Skript für «Return of The Jedi» (1983). Für die letzte Folge der Original-Trilogie hätte er es passend gefunden, eine wichtige Figur zu eliminieren. «Doch George fand das nicht gut», räumte Kasdan ein.

Natürlich hatte «Star Wars»-Schöpfer George Lucas das Sagen, Han Solo blieb am Leben. Lawrebce Kasdan musste einige Jahrzehnte warten, ehe er in «Star Wars: The Force Awakens» (2015) den Schmuggler-Helden Han Solo (Harrison Ford) seinem schurkigen Sohn Kylo Ren (Adam Driver) ans Messer liefern durfte. Die kleine Meinungsverschiedenheit zwischen George Lucas und Kasdan konnte das gute Verhältnis der beiden nicht trüben.

Passionierter Sternenritter

Lawrence Kasdan, der am 14. Januar 2019 70 Jahre alt wird, gab den «Star Wars»-Figuren gleich viermal eine Stimme – von «The Empire Strikes Back» (1980) über die Jedi-Ritter und «Das Erwachen der Macht» bis zu «Solo: A Star Wars Story» (2018).

Das Skript für die «Solo»-Vorgeschichte des jungen Helden im vergangenen Jahr verfasste Lawrence Kasdan zusammen mit seinem Sohn Jon. Auch Sohn Jake folgte seinem Vater ins Filmgeschäft. Von Kasdan senior ist angeblich keine weitere «Star Wars»-Story zu erwarten. Das sei wirklich die letzte gewesen, beteuerte er im Interview der New York Times.

Doch Kasdan setzt sich nicht etwa zur Ruhe. Im vergangenen Oktober erwarb er die Filmrechte für den neuen Kriminalroman «November Road» von Lou Berney. Die Thrillerromanze spielt vor dem Hintergrund der Kennedy-Ermordung im November 1963. Drehbuchschreiber Kasdan wird Regie führen und den Film produzieren, wie das Kinoportal Deadline.com berichtete.

«The Bodyguard» war Höhenflug

Sein Debüt hinter der Kamera gab Lawrence Kasdan 1981 mit dem Thriller «Body Heat», der die damals unbekannte Kathleen Turner als mörderische Verführerin berühmt machte.

Mit «The Big Chill» (1983) lieferte er eine glänzende Satire über alte Freundschaften und geplatzte Hoffnungen. Tom Berenger, William Hurt, Kevin Kline und Meg Tilly mimen Freunde einer alten Clique, die sich nach vielen Jahren wieder treffen. Sein Skript wurde für einen Oscar nominiert.

Für die Hit-Komödie «The Accidental Tourist» holte er wieder William Hurt und Kathleen Turner vor die Kamera. Belohnt wurde er mit weiteren zwei Oscar-Nominierungen, als Drehbuchschreiber und als Produzent.

Die vierte Oscar-Anwartschaft brachte ihm das Drama «Grand Canyon» ein, das 1992 auch als Überraschungssieger der Berlinale gefeiert wurde. Am Beispiel von Los Angeles zeigt Kasdan die Schluchten einer Grossstadt mit ihren Gefahren. Ein gut situierter Anwalt (Kevin Kline) gerät durch eine Autopanne in eine finstere Gegend, ein Produzent von brutalen Actionfilmen (Steve Martin) wird selber Opfer eines Strassenraubs.

Seinen Höhenflug festigte Lawrence Kasdan mit dem Drehbuch für «The Bodyguard» (1992). Die Hochglanz-Produktion mit Whitney Houston als Sängerin und Kevin Costner als ihr Leibwächter lieferte Romantik, Spannung und viele Songs.

Zwei Jahre später machte er Kevin Costner in dem Westernepos «Wyatt Earp» zu einem kompromisslosen Gesetzeshüter. Danach inszenierte Kasdan die romantische Komödie «French Kiss», in der Meg Ryan einem französischen Charmeur (Kevin Kline) verfällt.

Schreiben als Mittel zum Zweck

Schon am Anfang seiner Karriere galt seine Liebe eigentlich der Regie. «Ich hatte keinen anderen Wunsch, als Regie zu führen. Um Regisseur zu werden, musste ich aber erst schreiben», sagte Kasdan 1981 der New York Times. Er hatte Literatur studiert, jobbte als Werbetexter und schrieb nebenbei Drehbücher.

Seinen ersten Kinoerfolg feierte er 1980 mit dem Skript für «The Empire Strikes Back», gleich danach vertraute Steven Spielberg dem damaligen Hollywood-Neuling das Drehbuch für «Raiders of the Lost Ark» an, den ersten Teil der gefeierten Indiana-Jones-Reihe.

Steven Spielberg plant derzeit den fünften Teil der Abenteuersaga, der im Juli 2021 in die Kinos kommen soll. Und wieder ist ein Kasdan an Bord: Sohn Jon wurde mit dem Skript beauftragt.

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