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Der Telebasel News-Beitrag vom 12. Januar 2019.

Basel

Das alternative Ehrenzeichen: der Bär

Jeder kennt die drei Kleinbasler Ehrenzeichen Vogel Gryff, Leu und Wild Maa. Warum sich ein grosser schwarzer Bär zu den dreien gesellte, beruht auf einer alten Legende.

Vor knapp 21 Jahren, im Sommer 1998, wurde die Gesellschaft zum Bären gegründet. Die Geschichte des vierten Wappentiers der Kleinbasler Ehrenzeichen wurde als Legende überliefert. Am 12. Januar wird das Bären-Jubiläum gefeiert.

Die Entstehungslegende der Gesellschaft zum Bären

Die Legende besagt, dass am Vogel Gryff-Tag vor vielen, vielen Jahren mit dem Vogel Gryff, dem Wilden Maa und dem Leu auch ein grosser schwarzer Bär durchs Kleinbasel zog. Als Wappentier der Gesellschaft zum Bären wurde er eine Symbolfigur für das unabhängige, offene und freie Kleinbasel.

Die Gesellschaft zum Bären brachte Leute zusammen, die keine hohen Ämter bekleideten. Die Gesellschaft wirkte stark auf das Kleinbasel ein und da sie beliebt bei den meisten Leuten war, hatte sie einen grossen Einfluss. Der Bär wurde zum Liebling der Kleinbasler.

Die Gesellschaft zum Bären setze sich für Arme ein, sorgte dafür, dass niemand hungern oder im Winter frieren musste. Die Schere zwischen Reich und Arm wurde im Kleinbasel so ein wenig geschlossen.

Die Bärengesellschaft wurde auch zu einer Plattform, auf der Meinungen öffentlich gemacht werden konnten, die sonst Strafen zur Folge gehabt hätten.

(Video: Telebasel) 

Verrat am Vogel Gryff-Tag

Einige der Anhänger der Ehrengesellschaften von Vogel Gryff, Wild Maa und Leu wollten den Bären nicht dabei haben. Wohl damit keine Rücksicht auf die Ärmsten im Quartier genommen werden musste. Als die vier Ehrenzeichen also an einem Vogel Gryff-Tag den letzten Marsch durch die Rheingasse antraten, packten die «Verschwörer» den grossen schwarzen Bären. Gefesselt warfen sie ihn ins eiskalte Wasser des Rheins.

Die Gesellschaft zum Bären wurde daraufhin aufgelöst und deren Anhänger durften sich nicht mehr öffentlich zum Bären bekennen. Alle Akten zur Gesellschaft wurden verbrannt und das Gesellschaftslokal am Schafsgässlein wurde verkauft. Nichts sollte in der Zunftgeschichte des Kleinbasels mehr auf die Gesellschaft des Bären hinweisen.

Der Bär geriet in Vergessenheit, obwohl man im Estrich des ehemaligen Gesellschaftshauses Geräusche hörte. Tanzschritte um genau zu sein – wohl vom Geist des schwarzen Bären. Immer lauter wurden die Schritte, je näher der Tag des Vogel Gryffs rückte.

Der Bär musste zusehen, wie der Vogel Gryff immer mehr zum Symbol für einen exklusiven Club umfunktioniert wurde, «in dem Geltungssucht, Beziehungen, Geld und Geschäfte mehr zählten als Gesellschaft und Soziales», wie die Gesellschaft zum Bären beschreibt.

Telebasel Regio vom 15. Januar 2018.

Rückkehr des vierten Ehrenzeichens

Vor 21 Jahren kehrte der Bär aber zurück. Die Gäste eines Festes unter der Johanniterbrücke machten grosse Augen, als kurz vor Mitternacht ein grosser schwarzer Bär aus dem Rhein stieg und ans Ufer watete. Begleitet von Trommelwirbeln und Büchelklang begann er zu tanzen. Die Gesellschaft zum Bären wurde noch am selben Abend neu gegründet.

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