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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Januar 2018.

Basel

s’Ridicule – die melancholische Vorfasnacht

Die Company des Theaters Förnbacher zelebriert ihre Vorfasnacht immer mit einem Hauch von Melancholie.

Wer die Basler Vorfasnacht gerne ein bisschen melancholisch hat, ist im «s’Ridicule – e Nase voll Fasnacht» gut bedient. Die Helmut Förnbacher Theater Company stimmt das Publikum im kleinen Raum am Badischen Bahnhof auf die «Drey scheenschte Däg» ein.

Auch an der Premiere vom 9. Januar 2019 wehte ein Hauch von Melancholie. Seit 18 Jahren hat die Company mit der ehemaligen Zollhalle ein Zuhause. Auf die Fasnachtszeit hin widmet sie sich dem närrischen Treiben. Unter den vielen Vorfasnachts-Veranstaltungen ist sie diejenige, welche die fasnächtliche Melancholie am stärksten zelebriert.

Alt werden, Tod, Abschied von den Kindern. Auch dieses Jahr nehmen die Rahmenstücke schwierige Lebensthemen auf. Aber nicht nur. Vor allem der zweite Teil des zweieinhalb-stündigen Programms kommt heiterer daher.

Swingende Singvögel

Zu den Markenzeichen des Ridicule (auf altbaslerisch ist damit übrigens eine Damenhandtasche gemeint) zählen auch beschwingte und originelle Musiknummern. So geben die Swingvögel mit Piccolo und Euphonium bekannte Melodien zum besten.

(Video: Telebasel)

Trommeln und Piccoli stimmen auf die kommende Fasnachtszeit ein. Natürlich darf an einer Vorfasnachts-Veranstaltung auch ein Schnitzelbank nicht fehlen. Dieses Jahr hat die Company d’Giftspritzi (BSG) ins Programm aufgenommen.

(Video: Telebasel)

Politiker an der Premiere

Seit einigen Jahren fehlt ein klassisches Highlight des Ridicule: Der Basler alt-Ständerat Carl Miville schrieb viele Jahre lang jeweils eine Sujet-Liste, die politisch gepfeffert war und er trug sie meist auch selbst vor. Der SP-Politiker bewies, wie scharfzüngig und scharfsichtig ein linker Geist sein kann. Dieses Jahr sitzt der Mann im Publikum und hört sich die Nummern begeistert an.

Hausherr vom Ridicule: Helmut Förnbacher. (Bild: Screenshot Telebasel)

«Zwei Jahre müssen wir noch durchhalten», ruft ihm Helmut Förnbacher aufmunternd zu, «dann können wir deinen 100. Geburtstag feiern». Carl Miville ist aber nicht der einzige Politiker im Publikum. Baschi Dürr hat zur Premiere auch seinen Sohn mitgenommen. Der Basler Regierungsrat und muss sich beim Ridicule freche Sprüche über sein Departement anhören.

Berühmte Balkon-Szene

Die Förnbacher Company hat im s’Ridicule ihre eigene Balkon-Nummer erfunden, die sie ihrem Vorbild nachahmt: der ältesten Basler Vorfasnachts-Veranstaltung «Drummeli». Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll spielen zwei alte Damen, die erhöht über dem Publikum thronen und die Politik pointiert kommentieren. Nicht immer wird klar, inwieweit die Witze einstudiert oder spontan erfunden werden.

Hoch über dem Publikum: Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll in einer Balkonszene. (Bild: Screenshot Telebasel)

Die Themen sind der FCB, die BaZ, oder die ehemalige Telebasel-Moderatorin Tamara Wernli. Helmut Förnbacher nimmt vom Balkon aus gerne direkt Kontakt mit dem Publikum auf. Für Carl Miville hat er sogar ein Geschenk mitgebracht, das er vom Balkon in einem Korb an einer Schnur ins Publikum senkt. Der überraschte Beschenkte ist trotz seines Alters schlagfertig geblieben: «Das ist ein gutes Geschenk für einen Politiker, der es gewohnt ist, am Seil runtergelassen zu werden», entgegnet Miville.

Good to know:

s’Ridicule 2019:

  • Wo: Badischer Bahnhof Basel.
  • Vorstellungen: 11.,13.,19.,25.,26. Januar sowie 9.,10.,16.,24.Februar und 2.,3.,9. März. 2019 – wochentags 19.30 Uhr, sonntags um 18.00 Uhr.
  • Tickets: Gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen oder direkt an der Abendkasse. Weitere Informationen unter www.foernbacher.ch

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