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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Januar 2018.

Basel

Soll der Kanton das Klybeck-Areal kaufen?

Novartis und BASF wollen in Basel ihr Klybeck-Areal verkaufen. Der Kanton soll das riesige Areal übernehmen, sagt SP-Grossrat Jörg Vitelli.

Die beiden Konzerne Novartis und BASF besitzen das Klybeck-Areal in Basel und benötigen es nicht mehr. Vor zwei Jahren gaben sie bekannt, dass sie zusammen mit dem Kanton Basel-Stadt das Areal gemeinsam planen wollen. Auf dem Industrie-Areal sollen sowohl Wohnungen, als auch Büros, Ateliers, Schulen und Gewerbegebäude entstehen, gaben sie mit dem Projekt KlybeckPlus bekannt.

Mit 300’000 Quadratmetern ist das Areal viel grösser als beispielsweise das neugebaute Basler Erlenmatt-Quartier (190’0000 Quadratmeter). Inzwischen ist klar: Die Konzerne wollen das Areal verkaufen. «Über den Zeitpunkt eines Verkaufs des Areals ist noch nicht entschieden. BASF und Novartis halten sich hier alle Optionen offen», schreiben beide Konzerne auf Anfrage von Telebasel. Zurzeit klären sie den Marktwert des Areals ab.

Ganzes Areal kaufen statt nur Teil

SP-Grossrat Jörg Vitelli fragt in einem Vorstoss die Basler Regierung an, ob der Kanton das Areal kaufen und anschliessend im Baurecht an Investoren abgeben will. Dazu wäre der Kanton ermächtigt, wenn nicht gar aufgefordert, nachdem das Basler Stimmvolk 2016 die Initiative «Boden behalten – Basel gestalten» angenommen hat.

Bislang hat sich der Kanton erst ein Vorkaufsrecht über 50’000 Quadratmeter gesichert; also einen sechstel des Areals. Mit dem Kauf des ganzen Klybeck-Areals soll der Kanton mögliche Spekulation verunmöglichen.

Jörg Vitelli will verhindern, dass sich beim Klybeck-Areal widerholt, was beim Rosental-Areal passierte: Der Kanton lehnte den Kauf zunächst ab, erwarb aber später das Rosental-Areal von einem englischen Investor wesentlich teurer. Zudem behält der Kanton die Kontrolle darüber, was auf dem Areal gebaut wird.

Kanton schweigt vorerst

Noch lässt sich der Kanton nicht in die Karten blicken, wie er sich zu einem Kauf verhalten will. «Wir nehmen keine Stellung zum Klybeck-Areal», schreibt Barbara Neidhart, die Mediensprecherin von Immobilien Basel-Stadt. «Einerseits wird der Regierungsrat selbst auf die parlamentarische Anfrage in diesem Zusammenhang reagieren, und andererseits äussern wir uns grundsätzlich nicht zu möglichen Geschäften von privaten Firmen.»

Doch selbst wenn der Kanton das Areal nicht kaufen würde, würde er die Stadtentwicklung weiterhin mitbestimmen. Auch private Investoren wären verpflichtet, bestehende Abmachungen einzuhalten, und Planungen mit dem Kanton abzusprechen.

Zwischennutzung ist angelaufen

Drei ausgediente Lagerhallen hat BASF dem Verein «Unterdessen» für fünf Jahre als Zwischennutzung vermietet. Der Verein untervermietet die Räume insbesondere an Künstler. Zwei Drittel seien bereits belegt, sagt Pascal Biedermann vom Verein «Unterdessen». Das Angebot angenommen haben rund 30 Künstler, die ihre Ateliers in der Kaserne verlassen mussten.

Zu den Zwischennutzern zählen auch die Quartierzeitung Mosaik, Mieter aus der Kreativ-Branche, wie Designer, Grafiker und Architekten. Im März 2019 soll der Konzertsaal Humbug eröffnet werden, der über Mittag auch ein Restaurant ist.

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