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Der Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter setzt sich für bedürftige Menschen in Basel ein. (Bild: Schwarzer Peter)

Basel

«Die Armut in Basel hat zugenommen»

Über die Weihnachtstage ist es für einmal etwas ruhiger. Sonst gibt es für die Basler Gassenarbeit aber viel tun. Denn die Zahl der Bedürftigen wird grösser.

Draussen ist es kalt. Winter. Die Menschen sind in ihren Häusern in der Wärme. Obdachlose sind kaum anzutreffen. Man möchte meinen, sie haben eine Notschlafstelle oder eine Gassenküche aufgesucht. Doch das stimmt nur bedingt: «Es kommen etwas weniger Bedürftige als sonst», sagt Michel Steiner vom Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter in Basel.

Menschen in Not haben oft niemanden. Viele jener, die ein familiäres Umfeld haben, würden ihre Angehörigen an Weihnachten besuchen, so Steiner. Das sei ein Grund dafür, dass zu dieser Zeit weniger Menschen in den Schwarzen Peter, in eine Gassenküche oder in eine Notschlafstelle in Basel kämen. Für jene, die hier sind, gibt es aber ein weihnachtliches Angebot: «Die meisten Institutionen für Bedürftige veranstalten ein kleines Weihnachtsfestli», so Steiner. So auch der Schwarze Peter.

Es verarmen mehr ältere Menschen

Steiner ist Gassenarbeiter in Basel. Den Rest des Jahres gibt es für ihn und sein Team mehr als genug zu tun. Denn die Zahl der bedürftigen Menschen werde grösser, sagt der Mann, der Obdachlose und andere Menschen in Not direkt dort aufsucht, wo sie sich oft aufhalten: auf der Strasse. «Die Armut in Basel hat in den letzten zehn Jahren zugenommen», berichtet Steiner aus seiner eigenen Erfahrung. Unter anderem sei spürbar, dass in Basel eine Wohnungsnot herrsche.

Bedürftige seien heute zudem breiter über die sozialen Schichten und die Altersgruppen verteilt. «Bei uns im Schwarzen Peter haben wir eine massive Zunahme an älteren Menschen über 50. Heute kommen zudem auch Personen aus dem unteren Mittelstand zu uns», so Steiner. Nach Meinung des Gassenarbeiters hat das verschiedene Gründe: Zum einen steige das Anforderungsprofil im Arbeitsmarkt immer mehr. Zum anderen werde es für ältere Leute immer schwieriger, eine Stelle zu finden.

«Können beim Konsum nicht mithalten»

An Weihnachten bekommen die Bedürftigen laut Steiner zudem eine andere Seite der Gesellschaft, wie sie heute ist, besonders zu spüren: «Beim grossen Konsum, der heute rund um Weihnachten herrscht, können Menschen in Not nicht mithalten. Und das merken sie.»

Nichtsdestotrotz bringe die Adventszeit auch viel Positives für die Bedürftigen. Denn das Engagement in der Bevölkerung ist nach Meinung Steiners gross: «Uns werden das ganze Jahr über, aber speziell in der Weihnachtszeit, sehr viele Kleider geschenkt, die wir an Bedürftige weitergeben.» Rund um Weihnachten gebe es zudem viele private Initiativen. So würden beispielsweise für Betroffene Guetzli gebacken oder Geschenke gesammelt.

3 Kommentare

  1. Ich denke, unsere Politiker an den Hebeln unserer Geschicke sehen die Angelegenheit sehr bald einmal von einer Seite, die uns eher fremd bleibt, vieles wissen wir meist durch die Medien. Auch aus Respekt vor dem jeweiligen Gastgeberland müssen unsere Vertreter bald einsehen, dass es uns Schweizer im Vergleich bildungsmässig ebenbürtig, halt doch um einiges besser geht, und abgesicherter sind im Alter. Noch. Ein Dach über dem Kopf, das ist es aus meiner Sicht, was es ausmacht. Und leider gibt es Menschen bei uns, die durch eine Beeinträchtigung nicht zu schätzen wissen, wie wichtig es ist, sorgfältig mit dieser Ressource umzugehenReport

  2. Ist doch eine schöne Entwicklung oben explodieren die Gewinne unten schreitet die Verarmung voran die Mitelschicht Schrumpft wo wird in der Zukunft die Oberschicht sich noch mehr bereichern?
    Und die Politiker schauen zu oder sie helfen denen oben müssen ja etwas im Verwaltungsrat tun wo die meisten
    ihr Wissen ( Geld ) verdienen.
    Es ist wahrscheinlich das die nächste Steuerreform vom Volk angenommen wird es fragt sich nur wenn die Oberschicht ein Steuergeschenk bekommt wer denn Ausfall bezahlt. ( Natürlich die Mitelschicht )
    Wie lange wird da noch zugeschaut? Bis endlich mal oben in Bern die Sau rausgelassen wird.Report

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