Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 27. Dezember 2018.

Basel

«Zu uns kommen Frauen, die ihr Zuhause verloren haben»

Seit vier Monaten gibt es für bedürftige Frauen eine eigene Notschlafstelle. Es ist ein Ort, an dem viele erschütternde Schicksale zusammen kommen.

Hier drin sieht es aus wie in einer modernen Jugendherberge: In der neuen Notschlafstelle ausschliesslich für Frauen. Früher war an der Rosentalstrasse 70 in Basel eine Alterssiedlung, seit anfangs September hat es Platz für 28 Frauen in Not. Im Schnitt kommen pro Nacht elf Frauen in die Notschlafstelle. Jeweils zwei Personen teilen sich ein Zimmer mit eigenem Bad. Die Übernachtung kostet für Basler Bürgerinnen 7.50 Franken, für Auswärtige 40 Franken.

Obdachlose und Opfer häuslicher Gewalt

«Es sind junge Frauen, die hierher kommen, aber auch ältere Frauen. Solche, die ihr Zuhause verloren haben. Solche, die in Basel gestrandet sind und keine Wohnung finden.» Es suchten hier nebst Menschen ohne richtige Bildung auch Studierte Zuflucht. «Auch Opfer häuslicher Gewalt kommen zu uns», sagt Toggenburger.

Ines Toggenburger, die Leiterin der Frauen-Notschlafstelle, zieht nach den ersten vier Monaten ein positives Fazit. «Es ist entspannter. Sie haben auch mehr Platz und mehr Privatsphäre hier. Das Ganze hat sich sehr positiv entwickelt. Das haben auch erste Rückmeldungen der Mitarbeiter ergeben, die sagten es sei entspannter als vorher.»

Strenges Zeitreglement

Abends ab 20 Uhr können die Frauen in die Unterkunft kommen. Nach 2 Uhr morgens wird aber niemand mehr hereingelassen. Denn um 7 Uhr ist bereits Tagwache. Spätestens bis um 8 Uhr morgens müssen alle die Notschlafstelle verlassen haben. Bis dahin muss auch die persönliche Hygiene erledigt sein.

Das Projekt Frauen-Notschlafstelle wurde vom Kanton auf zwei Jahre begrenzt. Ob die Notschlafstelle dann weitergeführt wird, ist unklar. «Wir werden einen Bericht an die Regierung und an den Grossen Rat abgeben. Diese werden dann entscheiden, ob man das so beibehält, oder ob man es wieder zusammenführt», so Toggenburger.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant