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Wir haben die Leute gefragt, was der Stephanstag bedeutet. Gar keine einfache Frage... (Video: Telebasel)

Basel

Stephanstag – was ist das?

Viele haben den Namen schon einmal gehört, andere noch gar nicht. Doch die Bedeutung hinter dem Stephanstag scheint ein Mysterium zu sein. Was steckt denn eigentlich hinter dem Tag nach Weihnachten? Wir haben die Menschen gefragt.

Ob der «dritte Weihnachtstag», der «Tag nach Weihnachten» oder «ein heiliger Tag»: Die Antworten auf die Frage «Was ist der Stephanstag?» sind oft verschwommen und unklar. Darum haben wir uns bei einem Fachmann erkundigt, was der Stephanstag denn eigentlich bedeutet.

Bernhard Joss-Dubach, Pfarrer in der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, erklärt im Interview mit Telebasel die Bedeutung und Interpretation des Stephanstags. Denn schon das Datum des Stephanstags ist vielen nicht klar. Laut Bernhard Joss wird er in der Schweiz von der Reformierten, Römisch-Katholischen und von der Anglikanischen Kirche am 26. Dezember gefeiert. Die Orthodoxe Kirche ehrt Stephanus am 27. Dezember.

Im Interview mit Telebasel gesteht Joss, dass der Stephanstag auch für ihn lange ein Mysterium war:

(Video: Telebasel)

Stephanus sei einer der sieben Diakone von Jesus gewesen, erzählt Joss im Interview. Diese engagierten sich für die hellenistischen Witwen, die nach Jerusalem kamen. So halfen sie ihnen, Essen und Unterhalt zu finden. Stephanus sei der Leitende der Sieben gewesen. Er habe eine starke Persönlichkeit gehabt, was zu Auseinandersetzungen führte. So kam er vor den hochen Rat ‹Synhedrion›. Dort sollte die Auseinandersetzung ausgetragen werden. Am Ende wurde Stephanus aus der Stadt vertrieben und gesteinigt.

Zwei Interpretationen

Die Steinigung Stephanus’ hat laut Joss zwei Interpretationen: Zum einen gelte Stephanus als Prophet, und Propheten seien in der Geschichte Israels immer wieder umgebracht worden, erzählt Joss.

Die andere Interpretation besagt, dass Stephanus der erste christliche Märtyrer gewesen war. Diese Interpretation hatte Folgen. Denn sie wurde fälschlicherweise immer wieder als Begründung für antisemitische Äusserungen und die Verfolgung der Juden verwendet, so Joss. Daher ist Joss froh, dass sich die Reformierte Kirche dieses antisemitischen Strangs bewusst ist und in der «Zukunft ein friedliches Leben und Zusammenleben zwischen den Religionen» zustande bringen möchte, sagt Bernhard Joss. Dafür stehe auch Stephanus, der einst gesagt habe, er vergebe denen, die ihm das antun, und hoffe auf die Vergebung Christi.

3 Kommentare

    1. Ja, natürlich, liebe Regina. Da hat sich wohl jemand in der Eifer des Gefechts vertippt. Ist jetzt jedenfalls korrigiert.
      Dir einen guten Start ins neue Jahr!
      Liebe Grüsse
      Telebasel Online Redaktion
      Eva WatsonReport

      1. Einen Tag nach Weihnachten denken wir in unserer (katholischen) Kirche an Stephanus, der in Jerusalem für seinen Glauben an Jesus, an den Mensch gewordenen Gott umgebracht wurde. Weihnachten kann offenbar recht weitreichende Konsequenzen haben.Report

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