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Der Telebasel News Beitrag vom 21. Dezember 2018.
Basel

Ungereimtheiten bei Elsässerstrasse

Zwei Petitionen wollen erreichen, dass drei Häuser an der Elsässerstrasse in Basel günstiger Wohnraum bleiben.

Die Häuser an der Basler Elsässerstrasse 128-132 haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem die Mieter ausziehen mussten, wurden die Häuser drei Mal besetzt, bis sie die Polizei jeweils wieder räumte. Eigentümerin ist die Areion Management AG mit Sitz in Frenkendorf. Die Immobilien-Firma besteht aus zwei Personen, die in der Region wohnen. Sie wollen die drei Häuser abreissen und 2- und 3-Zimmer-Wohnungen bauen. Auf Ende Dezember 2018 erwartete sie die Baubewilligung. Doch nun hat die Denkmalpflege einen Aufschub erwirkt. Sie will abklären, ob die Häuser unter Schutz gestellt werden sollen.

Zwei Petitionen gegen Abbruch

Der Neutrale Quartierverein St. Johann will mit einer Petition eben dies auch erreichen: Das Ortsbild soll an der Elsässerstrasse erhalten bleiben.

Nun haben Anwohner eine zweite Petition lanciert. Deren Forderungen an die Regierung gehen weiter: Die Häuser sollen an eine gemeinnützige Organisation verkauft werden, die wieder günstige Wohnungen anbieten würde. Zudem fordern die Petenten, dass die Gebäude wieder in Ordnung gestellt werden. Nach der dritten Hausbesetzung liess die Eigentümerin die Häuser demolieren, damit sie für weitere Hausbesetzer unbewohnbar würden.

Demolierung mit Staatssegen?

Gegenüber Telebasel sagt der Geschäftsführer der Areion Management AG, diese Beschädigungen seien mit der kantonalen Baubehörde abgesprochen gewesen. Diesen Punkt wollte auch SP-Grossrat Claudio Miozzari von der Regierung abgeklärt haben. In der Grossratssitzung vom 5. Dezember widersprach Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) der Darstellung und verwies auf die Abklärungen der Denkmalpflege: «Bis zum Abschluss dieses Verfahrens sind keine baulichen Massnahmen am Objekt zulässig. Und dieses muss so erhalten werden, dass mögliche schutzwürdige Substanz nicht verloren geht. Es kann also nicht sein, dass Mitarbeiter des BVD irgendwelche Zerstörungen am Objekt gutgeheissen hätten. Das Gegenteil ist der Fall.» Das Baubewilligungsverfahren ist nun für ein Jahr gestoppt.

Gebäude schützen – aber wie?

Die Eigentümerin ist also aufgefordert, die potentiell schutzwürdige Bausubstanz zu erhalten. Was heisst das genau? Nachgefragt, was die Areion Management AG konkret dafür tue, erhält Telebasel zur Antwort: Bislang habe sich noch kein Amt mit Massnahmen gemeldet. Bis Redaktionsschluss konnte Telebasel nicht in Erfahrung bringen, ob die Denkmalpflege tatsächlich keine Massnahmen empfahl. Bis in einem Jahr dürfte klar sein, ob die Gebäude Denkmal-schutzwürdig sind.

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