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Der Telebasel News Beitrag vom 17. Dezember 2018.

Basel

Trotz Wohnungsnot: Zentrales Mietobjekt steht jahrelang leer

In Basel-Stadt herrscht offiziell Wohnungsnot. Trotzdem steht eine zentrale Wohnung im Besitz des Kantons während Jahren leer.

Die Leerstandsquote in Basel beträgt laut aktuellen Zahlen 0,7 Prozent. Somit herrscht Wohnungsnot. Eine zentrale Wohnung wurde allerdings seit Jahren nicht vermietet. Es handelt sich um die Hausmeisterwohnung des Claraschulhauses im Herzen des Kleinbasels. Laut Erziehungsdepartement sei die Wohnung wegen der besonderen Lage nicht zur Vermietung an Externe geeignet.

Anders sieht das Silvia Rohner. Bis zu ihrer Pensionierung vor sechs Jahren wohnte sie über 40 Jahre lang in besagter 5-Zimmer-Wohnung. Nachdem ihre Tätigkeit als Hausmeisterin im Schulhaus zu Ende ging, musste sie auch die Wohnung im ersten Stock verlassen. Obwohl sie mittlerweile in Möhlin wohnt, schaute sie ab und zu bei ihrer alten Wohnung vorbei.

«Ich finde es etwas komisch»

Bei ihren Besuchen habe sie festgestellt, dass die Wohnung sechs Jahre lang leer stand. «Ich finde es eigentlich – da wir ja Wohnungsnot haben in Basel – etwas komisch. Da es ja so eine Riesenwohnung ist». An der Wohnung habe sich kaum etwas verändert. Als sie letzte Woche vorbeischaute, sei sogar noch ihre alte Weihnachtsbeleuchtung installiert gewesen – und die alten Küchenvorhänge habe sie am Fenster sehen können.

Laut Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements Basel-Stadt, sei die Wohnung erst seit rund zwei oder drei Jahren unbewohnt. Dies, weil der neue Hausmeister nicht mehr im Schulhaus wohnen wollte.

Bei ähnlichen Fällen in anderen Schulhäusern würden solche Wohnungen üblicherweise an Externe vermietet. Dies sei in diesem Fall aber nicht möglich gewesen. «Wir haben das abgeklärt. Das hat nun hier für einmal nicht funktioniert». Thiriet begründet das unter anderem damit, dass die Wohnung stark vom Lärm der Kinder beeinträchtigt wird. Und damit, dass das Schulgelände am Abend jeweils abgeriegelt wird.

Wohnung wird zum Schulraum

Das Kapitel Wohnnutzung sei für diese Wohnung ohnehin beendet, so Simon Thiriet. Das Erziehungsdepartement habe sich entschieden, die Wohnung in Schulraum umzufunktionieren. Da dafür jedoch feuerpolizeiliche Regeln zu beachten seien, müssten erst bauliche Massnahmen umgesetzt werden. Und noch sei nicht abzusehen, bis wann diese umgesetzt werden. In der Zwischenzeit werde die Wohnung als Lagerraum gebraucht.

Angesichts der grassierenden Wohnungsnot ist Silvia Rohner vom Vorgehen der Behörden enttäuscht: «Sie dürften dafür schauen, dass solche Wohnungen benutzt werden können».

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