Vor drei Jahren reichten 300 Geschädigte der ASE Investment eine Strafanzeige gegen die BKB-Verantwortlichen wegen Geldwäscherei ein. (Bild: Keystone)

Basel

Basler Kantonalbank im Fall ASE noch nicht aus dem Schneider

Die Aargauer Staatsanwaltschaft muss ihre Untersuchungen gegen die BKB im Zusammenhang mit dem Betrugsfall ASE Investment wieder aufnehmen.

Nicole Payllier, Sprecherin der Gerichte Kanton Aargau bestätigte am Montag entsprechende Meldungen der Zeitung Schweiz am Wochenende und der Tamedia-Zeitungen. Der Entscheid des Obergerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Vor drei Jahren hatten 300 Geschädigte der ASE Investment eine Strafanzeige gegen die BKB-Verantwortlichen wegen Geldwäscherei eingereicht. Die ASE-Konten liefen über die Basler Kantonalbank. Die ASE-Kunden erhielten von der BKB nur Kontoauszüge mit einem positiven Saldo, obwohl sie wegen der ASE-Geschäftspraktiken längst im Minus lagen.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft trennte diesen Fall vom Hauptverfahren gegen die ASE-Verantwortlichen, stellte die Strafuntersuchungen gegen die Basler Kantonalbank aber ein. Brisant wurde die Sache in den letzten Monaten vor allem deswegen, weil der damalige BKB-Chef Guy Lachappelle beteiligt war, der heutige Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen.

Dem früheren CEO der Basler Kantonalbank wird vor allem seine Rolle in der Affäre um die betrügerische Vermögensverwalterin ASE vorgehalten, bei der ASE-Kunden mit Konten bei der BKB Millionenverluste erlitten hatten. Allerdings hatte die Finanzmarktaufsicht Finma die Kandidatur Guy Lachappelles für das VR-Präsidium von Raiffeisen abgesegnet.

Deliktsumme von 170 Millionen Franken

Im Prozess um den riesigen Anlagebetrug der ASE Investment im Kanton Aargau wurde der Hauptangeklagte im Dezember 2017 zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Das Bezirksgericht Laufenburg befand den 51-jährigen Schweizer des gewerbsmässigen Betrugs schuldig. Die Deliktsumme beträgt 170 Millionen Franken.

Auch für die beiden Mitangeklagten gab es Schuldsprüche. Der ehemalige Präsident des Verwaltungsrats der ASE, ein 44-jähriger Schweizer, wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, und zwar wegen ungetreuer Geschäftsführung, Misswirtschaft und Geldwäscherei.

Berufungsverhandlung vor Obergericht

Das Aargauer Obergericht wird sich bereits am 30. Januar 2019 wieder mit dem Anlagebetrug beschäftigen. Die Berufungsverhandlung dauert drei Tage. Der ehemalige ASE-Geschäftsführer und der ehemalige Verwaltungsratspräsident sowie mehrere Privatkläger erhoben Berufung oder Anschlussberufung.

Der ehemalige Geschäftsführer will von einigen Anklagepunkten freigesprochen werden und fordert eine Reduktion des Strafmasses. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident möchte einen vollumfänglichen Freispruch, während die Staatsanwaltschaft mit Anschlussberufung unter anderem ein höheres Strafmass verlangt.

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