Das Fachblatt Cell Reports berichtet, wie genau die Medikamenten-Kombi der Basler Forscher auf Krebszellen wirkt. (Symbolbild: Keystone)

Basel

Basler Forscher entdecken Mittel gegen Krebszellen

Basler Wissenschaftler berichten, dass eine Kombination von zwei Medikamenten die Energieproduktion von Krebszellen blockiert und abtötet.

Das Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hemmt auch das Wachstum von Krebszellen. Besonders in Kombination mit dem Blutdrucksenker Syrosingopin. Das hatten Forschende um Michael N. Hall von der Universität Basel bereits vor zwei Jahren gezeigt.

Nun berichten sie im Fachblatt Cell Reports, wie genau die Medikamenten-Kombi auf Krebszellen wirkt. Die beiden Medikamente blockieren demnach einen wichtigen Schritt in der zelleigenen Energieproduktion, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte.

Weil Krebszellen aufgrund ihres schnellen Wachstums einen hohen Energiebedarf haben, geraten sie durch die Blockade ihrer Energieproduktion schnell in einen Energiemangel, der schliesslich zum Zelltod führt.

Transporter blockiert

Für die Energieproduktion spielt ein Molekül namens NAD+ eine zentrale Rolle. Dieses muss fortlaufend regeneriert werden. Sowohl Metfomin als auch Syrosingopin blockieren jedoch die Regeneration von NAD+ auf zwei verschiedene Arten.

Wie die Forschenden um Michael N. Hall berichten, hemmt Syrosingopin das Ausschleusen eines Abbauprodukts der Zuckerverbrennung, nämlich Laktat, aus der Zelle. Der Laktat-Stau wiederum blockiert die Regeneration von NAD+.

Zelle kann keine Energie produzieren

Weil Metformin ein Enzym hemmt, das für einen weiteren Weg des NAD+-Recyclings wichtig ist, verliert die Zelle durch die Kombination beider Medikamente ziemlich komplett die Kapazität, das Molekül zu regenerieren und damit auch Energie zu produzieren.

Ebenso wie Metformin ist auch Syrosingopin ein recht altes Medikament: Letzteres wurde bereits 1958 von der ehemaligen Basler Firma CIBA entwickelt. Wie Hall und sein Team nun herausgefunden haben, blockiert das Medikament die beiden wichtigsten Laktat-Transporter der Zelle.

Für einen davon gab es bisher keinen geeigneten Hemmstoff, wie die Universität Basel schrieb. Damit könnte sich eine zweite Karriere für Syrosingopin in der Krebstherapie ergeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*