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Der Telebasel Talk vom 10. Dezember 2018

Basel

Enkeltrickbetrüger im Baselbiet: Jede Woche ein Versuch

Betrüger haben letzte Woche einer 81-Jährigen in Aesch 65'000 Franken abgenommen. Wer tut sowas? Im Talk spricht Präventionsberater Roland Walter darüber.

Die Baselbieter Polizei registriert zurzeit wöchentlich einen versuchten des Enkeltrickbetrug. Wie gross die Dunkelziffer ist, weiss niemand.

Das Vorgehen ist stets dasselbe. Die Täter rufen betagte Menschen an und geben sich als Verwandte oder einstige Freunde aus. Sie tischen den Menschen eine abstruse Story auf, schwafeln von einer Notsituation, man müsse sofort handeln, machen emotionalen Druck auf die Opfer. Die Rentnerin oder der Rentner soll die Ersparnisse von der Bank abheben und sie einer fremden Person übergeben.

Auch falsche Polizisten rufen an

Am 30. November erhielt eine 81-jährige Rentnerin in Aesch einen Anruf. Am anderen Ende sprach eine unbekannte Frau. Am Ende übergab die Rentnerin der mutmasslichen Bande 65’000 Franken. Die Polizei ermittelt. Eine kurze Internetrecherche zeigt viele ähnliche Fälle in der ganzen Schweiz, aber auch in Deutschland oder Österreich.

Laut eines Berichts des Tagesanzeigers haben die Betrüger ihre fiesen Tricks noch raffinierter ausgestaltet. Sie rufen nun auch als «Polizisten» an und versuchen, die Menschen über ihre Vermögensbestände auszuhorchen. Oft schaffen sie es sogar, das Display des angerufenen Apparates zu manipulieren.

Die Täter sprechen meistens hochdeutsch

In den vergangenen Tagen gingen bei der Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft gehäuft Meldungen aus der Bevölkerung ein, wonach sich falsche Polizisten telefonisch gemeldet hätten. Meist sprachen sie Hochdeutsch und gaben vor, Mitarbeitende der Kantonspolizei Basel-Landschaft zu sein, die bestimmte Abklärungen zu tätigen hätten.

Die Anrufer erkundigten sich nach Wertsachen im Haus und der finanziellen Situation der Bewohner/innen. Auch deren Anwesenheit komme oftmals zur Sprache.

Die Display-Anzeige kann manipuliert sein

Die Empfänger der Anrufe hätten sich vorbildlich verhalten und gingen nicht auf die Anweisungen der falschen Polizisten ein, sondern informierten umgehend die Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft über die Vorfälle. Entsprechende Ermittlungen sind bei der Polizei Basel-Landschaft am Laufen, teilt diese weiter mit.

Wie man sich schützen kann:

  • Trauen Sie der Display-Anzeige nicht. Die Anzeige auf Ihrem Telefon kann manipuliert sein.
  • Wenn ein angeblicher Polizist oder eine angebliche Polizistin Sie anruft und dazu bringen will, grössere Geldsummen abzuheben, jemandem zu übergeben oder irgendwo zu deponieren, brechen Sie den Anruf ab und informieren umgehend die Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen bekannt.
  • Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen oder angebliche Polizisten.
  • Informieren Sie sofort über die Notrufnummer 112 die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.

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