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Der Telebasel News Beitrag vom 6. Dezember 2018.

Basel

Altersheim legt Bunga-Bunga-Bar flach

Ein Bordell an der Brantgasse scheitert mit seinem Umnutzungs-Gesuch für Wohnungen. Das Gericht gibt somit dem Rekurs des benachbarten Pflegeheims recht.

Pinke Fassaden und rote Laternen. Über der Bar mit dem verheissungsvollen Namen «Bunga Bunga» befinden sich etwas heruntergekommene Wohnungen.

Auch im Kellerabteil wird klar, um welches Gewerbe es hier geht. Malereien mit nackten Frauen zieren die Türen des Kellerabteils, daneben wacht eine Kleopatra-Statue. Daraus wird nun kein bewilligter Rotlicht-Betrieb. Das hat das Appellationsgericht heute so entschieden.

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Seit Jahren wird das Sex-Etablissement an der Brantgasse 14 geduldet. Mit einem Baugesuch wollte Saadia Knauseder das Gebäude zu einem amtlich bewilligten Rotlicht-Betrieb umnutzen. Damit biss die Eigentümerin der Liegenschaft heute vor Gericht auf Granit.

Das Gericht hiess den Rekurs des gegenüber stehenden Gustav Benz Hauses gut. Der Leitung des Alters- und Pflegeheims klagt über den Lärm aus dem Bordell. Zudem seien die Sex-Studios nicht zonenkonform, so der Advokat der Rekurrenten. Wohnraum werde fürs Gewerbe zweckentfremdet.

Puff mit Wohnraum

Der Anwalt der Bordell-Besitzerin widersprach. Seine Mandantin wolle lediglich wie gewohnt einen Kleinbetrieb weiterführen. Wohnraum werde dadurch nicht verdrängt, da dort schon seit Jahren Sexarbeit getätigt werde.

Genau in diesem Punkt verstrickte sich die Hausbesitzerin jedoch in Widersprüche. Während des Prozesses betonte Saadia Knauseder zunächst, sie vermiete lediglich Wohnungen. An späterer Stelle sagte sie, die Räume seien schon immer als gewerbliche Studios geführt worden.

Solche Unklarheiten führten dazu, dass das Gericht den Rekurs guthiess. «Die gewerbliche Nutzung hat den Wohnraum schleichend verdrängt», so der Richter. Wann das genau geschah, sei zwar nicht bekannt. Bloss weil die Behörden das Etablissement duldeten, könne daraus aber kein Anspruch abgeleitet werden.

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