Basel

So schlecht ist die FCB-Defensive wirklich

Schon zur Halbzeit der Saison kassierte Rotblau womöglich so viele Gegentore wie in ganzen Spielzeiten zuvor nicht. Wir machen den Vergleich.

Ein altes englisches Sport-Sprichwort sagt: «Offense wins games, defense wins championships». Wer also nicht nur Spiele, sondern Titel gewinnen will, muss an beiden Enden des Spielfelds dominieren. Das tut der FCB zurzeit nicht.

32 Gegentore hat der FCB diese Saison nach 16 Spielen bereits kassiert. Geht es so weiter, steht ein Negativ-Rekord zu Buche. Denn noch ist nicht mal Halbzeit in der Saison. Zwei Runden vor der Winterpause hat der FC Basel beinahe so viele Gegentore erhalten wie in anderen Jahren in normalerweise einer ganzen Saison. Blättern wir in der Statistik zurück:

Christian Gross

Christian Gross war von 1999 bis 2009 Trainer des FCBs und läutete eine Ära der Erfolgs ein. Nicht nur national, sondern auch international brachte der Zürcher den Klub auf die Weltkarte. Pro Saison – auch jene ohne Meistertitel – kassierte Rotblau in seiner Amtszeit im Schnitt rund 40 Gegentore. Innenverteidiger zu dieser Zeit waren unvergessene Namen wie Murat Yakin, Alexandre Quennoz, Oliver Kreuzer, Ivan Knez, Marco Zwyssig, Boris Smiljanić , Patrick Müller, Daniel Majstorović, François Marque, Beg Ferati oder David Abraham.

Thorsten Fink und Heiko Vogel

Anschliessend übernahm Thorsten Fink den Posten für zwei Jahre und übernahm vermutlich eine Jahrhundert-Mannschaft. Zwar kassierte der FC Basel in der ersten Saison unter dem deutschen Kult-Trainer 46 Tore. Schoss aber auch gleichzeitig 90 Tore und schnappte YB in der Finalissima noch den Meistertitel weg. Und auch in der zweiten Saison netzten die Gegner 44 Mal im Basler Tor ein. Der FCB wurde trotzdem Meister – einen Punkt vor dem FCZ. Neu dabei in der Innenverteidigung waren Cagdas Atan, Genséric Kusunga oder Aleksandar Dragović .

Von da an wird die Basler Defensiv-Bilanz beängstigend – und das im positiven Sinne. In der Meistersaison von Heiko Vogel kassierte der FC Basel nur noch 31 Gegentore. Neu mit dabei in der Abwehr Radoslav Kováč  und Arlind Ajeti.

Murat Yakin und Paulo Sousa

2012 übernahm Murat Yakin das Team und führte Rotblau in die Halbfinals der Europa League und zwei Meistertiteln. Der ehemalige Defensiv-Spezialist war nicht für Spektakel-Fussball bekannt. Seine Defensive, ergänzt mit neuen Namen wie Fabian Schär, Marek Suchy, Ivan Ivanov und Gaston Sauro stand jedoch wie ein Fels in der Brandung. Jeweils 31 und 34 Gegentore kassierte der FCB in der gesamten Saison.

Diese eindrückliche Bilanz konnte sein Nachfolger Paulo Sousa nicht aufrecht erhalten. Trotzdem wurde der Portugiese bei seinem einjährigen Kurzaufenthalt in Basel Meister. 41 Gegentore kassierte die Abwehr rund um den Routinier Walter Samuel in dieser Spielzeit.

Urs Fischer und Raphael Wicky

Die Erfolge rissen auch unter Urs Fischer nicht ab. Der Zürcher holte in seiner zweijährigen Amtszeit mit dem FC Basel zweimal den Titel und einmal den Cup. Manuel Akanji wurde vom FC Winterthur geholt. Genauso der Däne Daniel Høegh oder ein Éder Balanta. Eray Cömert wurde an den FC Lugano ausgeliehen. Die Bilanz: 38 Gegentore in der Saison 15/16 und und nur 35 Gegentore in der Saison 16/17.

Mit Urs Fischer ging auch die alte Führung rund um Bernhard Heusler. Die Vereinsstrategie wurde gewechselt. Ein Umbruch eingeläutet und das Trainer-Talent Raphael Wicky an die Seitenlinie beordert. Wer nun aber denkt, dass der FCB plötzlich Tore am Laufmeter fing, täuscht sich. Denn die Defensiv-Bilanz des Wallisers war ausgezeichnet: Nur 36 Gegentore kassierte Rotblau in seiner ersten und einzigen Saison. Rotblau stellte die beste Abwehr der Liga – sogar noch besser als jene von Meister YB (41).

Die aktuelle Verletzungsmisere

Die aktuelle Abwehr – auch wenn von Verletzungen geplagt – läuft also Gefahr, einen Negativ-Rekord aufzustellen. Denn die Namen in der Basler Defensive lassen eine solche Statistik eigentlich nicht vermuten. Kapitän Marek Suchy scheint doch wichtiger für den Abwehrverbund des FCBs zu sein, als manch Fan das erwartet hätte. Éder Balanta ist seit seiner Ankunft in Basel auf Formsuche und immer wieder von Verletzungen geplagt. Eray Cömert ist ein grosses Talent, aber inzwischen schlicht überspielt. Und Carlos Zambrano hat bisher verletzungsbedingt keine Minute für Rotblau gespielt.

Umbruch in der Defensive?

Fraglich ist, ob man über den Sommer hinaus an Éder Balanta festhalten will. Ob Carlos Zambrano, wenn er denn mal fit ist, in der Rückrunde überzeugen kann. Zudem kann man in der aktuellen Situation die Heimkehrgelüste von Timm Klose nicht mehr ignorieren. Der Schweizer Nationalspieler ist bei Norwich City in dieser Spielzeit unangefochtene Stammkraft und hat in der Nations League-Partie gegen Belgien auf höchstem Niveau überzeugt. Er wäre im Sommer ablösefrei zu haben.

1 Kommentar

  1. Weiss ja nicht ob gedopt wird und es verschwiegen wird. Die anderen sind einfach besser drauf. Warum der Goalie rausläuft obwohl der Verteidiger bereits am Mann ist bleibt ein Rätsel. Und immer wieder dieselben Deckungsfehler. Würde weniger trainieren, Kräfte schonen Herr Koller!Report

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