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Beitrag in den Telebasel News vom 4. Dezember 2018.

Basel

Basler Juden sind besorgt

Am letzten Wochenende traf es die Synagoge in der Ahornstrasse: Unbekannte attackierten die Scheibe. Jetzt hofft die jüdische Gemeinde auf den Kanton.

Zalmen Wishedski ist besorgt. Nachdem es in den vergangenen Wochen schon Anschläge auf die jüdische Metzgerei gab, hat es am Wochenende die Chabad Lubowitsch-Synagoge des Rabbis in Basel getroffen. «Wir kamen am Samstagmorgen zum Gebet. Ich war schon drin, aber erst die Leute, die kamen haben, etwas bemerkt. Ein Anschlag in der Nacht zum Samstag, sieht aus, als hätten sie einen Hammer genommen», so Wishedski.

Der Anschlag sorgt für Beunruhigung innerhalb der Gemeinde. «Vielleicht beunruhigt es mich und meine Familie nicht so sehr, aber die Leute fragen schon, ob es Security gibt.» Über Security-Angebote für jüdische Institutionen streitet sich morgen der Grosse Rat. Acht Vollzeitstellen der Basler Polizei sollen ausschliesslich eingesetzt werden, um die Synagoge zu beschützen.

Gemeinde hofft auf Polizisten

Für den Präsidenten der Israelitischen Gemeinde Basel, Manuel Battegay, ist das ein dringendes Anliegen. Dies, weil das Sicherheitsgefühl der Juden in ganz Europa abgenommen habe. «Es ist deshalb sehr wichtig, dass man das Sicherheitsgefühl wieder zurückgibt», so Battegay. «Wir sind sehr dankbar, dass der Kanton zusammen mit uns im Frühling eine Taskforce gegründet hat. Wir konnten auch pragmatische Lösungen besprechen und finden.» Die Gemeinde hofft, dass auch das Parlament dem Vorschlag der Regierung folgt und die Polizisten für die Synagogen bewilligt.

Trotz all der Sicherheitsbedenken: Bei Zalmen Wishedski laufen die Vorbereitungen für Chanukka. Heute Abend feiert die jüdische Gemeinschaft auf dem Marktplatz nämlich ihr Lichterfest. Es soll die unerfreulichen Ereignisse überstrahlen. «Unsere Antwort zu allem, was passiert, ist einfach Licht. Die ganze Geschichte von Chanukka ist, dass wir die Dunkelheit wegtreiben mit Licht. Wir bringen Licht. Das ist Chanukka.»

1 Kommentar

  1. Was ist mit meinem, seit Jahren schwindenden Sicherheitsgefühl…? Habe ich nun automatisch Anspruch auf eine “persönliche Leibwache” bestehend aus staatlicher Exekutive..? Wie weit soll das ganze noch gehen!?
    Nun soll der Steuerzahler die Lohnkosten für 8 Vollzeitbeamte tragen??????? Jährlicher Kostenpunkt über eine halbe Million Franken aufwärts.. Dreist.. Klar, dass da eine Sicherheitsfirma aus eigener Tasche beauftragt werden muss und nicht Polizeipersonal, welches zum Schutz der Gesamtbevölkerung angestellt ist..
    Ich bin sprachlos und schlicht enttäuscht von unserer Regierung.
    LIEBES PARLAMENT – BITTE KLARE ABLEHNUNG DIESES VORSCHLAGS!Report

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