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(Bild: Keystone)

International

Ozzy Osbourne wird 70

Seit einem halben Jahrhundert unterhält Ozzy Osbourne nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit vielen makaberen Legenden. Nun wird er 70.

Er liebt es zu schockieren: Mal biss Ozzy Osbourne einer Fledermaus den Kopf ab, dann soll er sich eine Ameisenstrasse wie eine Line Kokain reingezogen haben und im Rausch fast seine Frau erdrosselt haben.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei: Ozzy Osbourne, der Frontmann von Black Sabbath, ist seit sechs Jahren nüchtern, raucht nicht mehr und macht Sport. Am Montag, 3. Dezember 2018, feiert der Brite seinen 70. Geburtstag. Dem Guardian sagte er: «Ich weiss wirklich nicht, was 70-Jährige tun sollten. Also mache ich einfach mein eigenes Ding».

Der Bürgerschreck – eigentlich: John Michael Osbourne – wuchs in einer achtköpfigen Familie im Arbeiterviertel Aston in Birmingham auf. Er war der Klassenclown. «Ich habe die Leute einfach zum Lachen gebracht und verrückte Sachen gemacht», sagte Ozzy Osbourne der Times. «Wenn du Leute dazu bringst, dich zu mögen, hast du es schon halb geschafft.»

Erst Jahrzehnte später bekannte er in einem Interview mit dem Mirror dass er auf dem Nachhauseweg von zwei Jungen regelmässig sexuell missbraucht wurde. «Ich hatte Angst, es meinem Vater oder meiner Mutter zu erzählen, und es hat mich total kaputt gemacht.» Seine Frau Sharon und eine Therapie hätten ihm später geholfen, die schlimmen Erlebnisse zu überwinden.

Von den Beatles inspiriert

Mit 15 verliess Osbourne die Schule und arbeitete in einem Schlachthof und einer Autofabrik, bevor er kriminell wurde. Als ein Raub schief ging, verbrachte er sechs Wochen im Gefängnis. Glücklicherweise inspirierten ihn die Beatles: Als er «She Loves You» im Radio hörte, entschied er sich, Rockstar zu werden. Ein paar Jahre später schloss er sich mit Schulkamerad und Gitarrist Tony Iommi und Freunden zur späteren Kultband Black Sabbath zusammen.

Der Bandname war ein PR-Gag, um Publikum anzulocken. Zwar wurde Ozzy Osbourne seither immer wieder von Satansanbetern zu schwarzen Messen eingeladen, aber damit wollte er laut eigener Aussage nie etwas zu tun haben. Ihre Hitalben wie «Paranoid» (1970), «Master of Reality» (1971) und «Sabbath Bloody Sabbath» (1973) gehören inzwischen zu den Klassikern und legten den Grundstein für Heavy Metal.

(Video: Youtube)
(Video: Youtube)

Sharon Osbourne hat ihn im Griff

Doch 1979 feuerte ihn die Band wegen seiner Exzesse: Es gibt kaum eine Droge, vom der er nicht abhängig war, einschliesslich Heroin. Seine erste Frau – mit der er drei Kinder hat – warf ihn raus und liess sich 1982 scheiden.

Im selben Jahr heiratete er die Tochter des Black Sabbath-Managers Don Arden. «Sharon wurde in das Geschäft hineingeboren. Du kannst nichts an ihr vorbeischmuggeln, weil sie einfach sagt: ‹Verdammt, ich weiss was Du vorhast›.» Sie nahm seine Karriere in die Hand und ist seither der dominierende Faktor in seinem Leben.

Ihre Ehe hat einiges überstanden: Osbournes öffentliche Affäre mit einer Friseurin vor zwei Jahren, Sharons Krebserkrankung, mehrere Unfälle und seinen jahrzehntelangen Kampf mit der Sucht. Der Musikzeitschrift Rolling Stone gestand der Musiker: «Ich war weniger ein Ehemann als ein zusätzliches straffälliges Kind für meine Frau».

Ein Job zum Kichern

Als Solokünstler entwickelte Ozzy Osbourne den typischen Sabbath-Sound weiter; sein erstes Soloalbum «Blizzard of Ozz» schaffte es mit Hits wie «Mr. Crowley», «I Don’t Know», dem kontroversen Titel «Suicide Solution», und «Crazy Train» in die Top Ten der Besten Heavy Metal-Alben aller Zeiten.

Osbourne  gründete Ozzfest, weil er von anderen Festivals nicht eingeladen wurde und Nachwuchsbands eine Chance geben wollte. Insgesamt verkaufte er 100 Millionen Platten und verschaffte mit seiner nicht minder verrückten Familie in der preisgekrönten Dokusoap-Serie «The Osbournes» dem Sender MTV Rekordzuschauerzahlen.

2013 schnellten Black Sabbath mit der Comeback-Platte «13» und Ozzy Osbourne als Frontmann wieder an die Spitze der Charts, bevor sie sich 2016 und 2017 mit ihrer «The End Tour» von ihren Fans verabschiedeten.

Auch Osbourne will nach seiner derzeitigen Farewell-Tour «No More Tours II» nicht länger als vier bis sechs Wochen am Stück unterwegs sein, um mehr Zeit für seine Enkel zu haben. Ganz aufhören will er aber nicht: «Es ist kein Job. Es ist zum Kichern, weisst du?», vertraute er der Times an: «Ich arbeite ein paar Stunden am Tag, reise im Flugzeug herum. Ich habe eine gute Zeit mit der Band».

Im nächsten Jahr wird er seine Abschiedstour «No More Tours II» in Europa, Australien und Nordamerika fortsetzen. Am 27. Februar 2019 tritt er im Zürcher Hallenstadion auf.

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