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Silvan Widmer, Fabian Frei und Marcel Koller über die Niederlage gegen YB. (Video: Telebasel)

Basel

«Es ist hässlich anzuschauen»

Der FCB verliert gegen YB 1:3 und liegt 19 Punkte hinter dem Meister zurück. Die Basler sind den starken Bernern in der momentanen Situation nicht gewachsen.

Silvan Widmer schliesst die Augen, fasst sich an die Stirn und sagt: «Ich will mir das gar nicht vor Augen führen. Es ist hässlich anzusehen.» Der Verteidiger von Rotblau reagiert auf den Punktabstand zu YB, der nach der 1:3-Heimniederlage gegen die Berner auf 19 Punkte gewachsen ist.

Kraftloser FCB

Nach über 90 gespielten Minuten im St. Jakob-Park lässt sich ein Fazit ziehen: YB ist schlicht und einfach besser. Der FC Basel startet zwar gut in die erste Halbzeit, geht nach 16 Minuten und der ersten Torchance durch Albian Ajeti in Führung, es sind trotzdem die Young Boys, die das Spiel machen. Der FCB, mit neuem System, kämpft zwar, doch nach dem Seitenwechsel sind die Basler kaum noch im gegnerischen Strafraum anzutreffen.

Für Verteidiger Widmer und Cheftrainer Marcel Koller ist klar die fehlende Kraft das Problem. «Wir sind von der Basis her im konditionellen Bereich nicht auf dem gewünschten Level. Wir können weder von der Kraft, noch vom Läuferischen her dagegenhalten. Konsequent Druck aufzubauen und dies auch zu Ende zu spielen, haben wir momentan einfach nicht drauf» sagt Koller nach dem Spiel. Fabian Frei ist da anderer Meinung. «Dass wir keine Kraft mehr hatten, ist ein falscher Eindruck. Am Ende waren Standards entscheidend.»

Anfällige Defensive, drucklose Offensive

Widmer spricht nach dem Spiel auch von einer Passivität, die der FCB in den letzten Spielen immer einholte und ihn am Ende den Sieg kostete. Es sei eine Kombination aus mehreren Dingen, sagt Widmer: Die Mannschaft fühle sich nach einer Führung jeweils zu sicher und denke, sie habe alles im Griff. Das Spiel am Sonntag gegen YB zeigt, dass das nicht der Fall ist.

Schon in der ersten Halbzeit sind die Berner näher am Ausgleich, als der FCB am 2:0. Dass YB das 1:1 erst nach knapp 70 Minuten und nach dem zehnten Eckball erzielt, ist der Ineffizienz der Berner Offensive zu zuschieben. Der FCB versucht krampfhaft zu verteidigen, unternimmt aber kaum einen Versuch, die Führung weiter auszubauen.

Das liegt zum einen an der Systemumstellung, die nach der verletzungsbedingten Auswechslung Eder Balantas nötig ist. Fabian Frei, der zuvor hinter Albian Ajeti an vorderster Front agiert hat, muss in die Innenverteidigung zurück rücken. Alleine der Ausfall des Kolumbianers ist aber nicht der Grund für die rotblaue Niederlage. YB spielt momentan in einer anderen Liga, ist körperlich stärker und ausdauernder als der FCB.

Die Tore und strittigen Szenen (Video: Telebasel)

«Wir müssen auf uns schauen»

Dass der Meistertitel beim FCB momentan kein Thema sein kann, ist spätestens nach dem Sonntags-Spiel klar. Es gibt noch zu viele Baustellen in der Mannschaft von Marcel Koller, die es in der Winterpause zu beheben gilt. Das Punktemaximum soll in den letzten zwei Begegnungen vor der Winterpause gegen den FCZ und auswärts gegen den FC Sion geholt werden. Danach gilt es intern nach Lösungen zu suchen. «Wenn wir wüssten, wo wir den Hebel ansetzen müssen, hätten wir das schon längst getan. So einfach ist es nicht», sagt Silvan Widmer.

Auch Fabian Frei weiss, dass der Fokus des FCB auf der Mannschaft selber liegen muss. «Uns geht es jetzt darum, den zweiten Platz zu sichern, den haben wir jetzt ja auch verloren. Und wir müssen auf uns schauen, unsere Spiele gewinnen.»

Schon das nächste Spiel wird wieder ein schwieriges für den FCB. Am kommenden Sonntag empfangen die Basler den FCZ, der sich dank einem Sieg im Zürcher Derby in der Tabelle vor den FCB geschoben hat. Ob Eder Balanta dann wieder fit ist, ist noch offen.

1 Kommentar

  1. Es ist ein Trauerspiel… Wer auf dem Platz latent die nötige Power vermissen lässt, sollte vielleicht mal bei der Belastung während der intensiven Trainingseinheiten ansetzen.
    Wenn nichts mehr geht, geht es vielleicht mit paradoxer Intervention.
    Teambildender Ausflug, ein zusätzlicher Erholungstag anstatt monotones Belastungstraining.
    Ich kann mir vorstellen, dass so die Spielfreude wieder zurückkehren wird.Report

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