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Der Telebasel Talk vom 3. Dezember 2018 mit Franziska Schutzbach.

Basel

Anleitung zum Kampf gegen Rechtspopulisten

Die BaZ fuhr eine massive Kampagne gegen sie, die SVP forderte ihren Rauswurf aus der Uni Basel. Nun demontiert Franziska Schutzbach die «Rhetorik der Rechten».

Franziska Schutzbach, geboren 1978, ist Geschlechterforscherin und Soziologin, sie lehrt und forscht an verschiedenen Universitäten. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Antifeminismus, Antigender- und Antigleichstellungs-Diskurse in Zusammenhang mit Rechtspopulismus.

Ihre Dissertation hat sie zum Thema «Politiken der Generativität: Reproduktive Gesundheit, Bevölkerung und Geschlecht. Das Beispiel der  Weltgesundheitsorganisation» verfasst.

Sie ist zudem Bloggerin und freie Publizistin, demnächst erscheint das gemeinsam mit Fork Burke und Myriam Diarra, verfasste Buch «Die Geschichte Schwarzer Frauen in Biel».

Mit anderen AkademikerInnen gibt sie das Online-Magazin «Geschichte der Gegenwart» heraus. Sie ist im Vorstand von Terre des Femmes Schweiz, in der Gleichstellungskommission Basel-Stadt und veranstaltet den Feministischen Salon in Zürich und Basel. Am 10. Dezember erscheint ihr Buch «Die Rhetorik der Rechten».

«Die Rhetorik der Rechten»

Rechte Weltanschauungen haben Aufschwung. Das hat verschiedene Gründe. Einer ist, dass eine spezifische rechtspopulistische Rhetorik rechte bis rechtsextreme Weltanschauungen wieder gesellschaftsfähig gemacht hat.

Diese Rhetorik baut unter anderem darauf, die Grenzen zwischen Konservatismus und rechtsnationalistischen Positionen zu verwischen und extreme Positionen unkenntlich zu machen. Dadurch werden diese mit der bürgerlichen Mitte kompatibel. Teile dieser Mitte haben sich radikalisiert, ohne dass das «rechts» wirkte.

«Auch in der gesellschaftlichen Mitte»

Der Aufschwung rechter Positionen ist also nicht nur ein Phänomen an den extremen Rändern der Gesellschaft. Er findet auch in der gesellschaftlichen Mitte statt. Und zwar aufgrund gezielter Kommunikationsstrategien, die rechte und rechtsextreme Positionen als vernünftige Meinung inszenieren, als Ausdruck des sogenannt gesunden Menschenverstands. Ein zentrales Element rechter Rhetorik ist zum Beispiel der Antifeminismus.

Rechtspopulisten treten als Freiheitskämpfer auf, die Frauen von angeblich feministischen Zwängen befreien, und dabei auch Gleichstellung und demokratische Institutionen infrage stellen. Sie machen das Angebot, alles beim Alten zu belassen, und wehren Veränderungen ab.

Franziska Schutzbach zeigt, wie Rechtspopulismus rhetorisch vorgeht, welche stilistischen, inhaltlichen und nicht zuletzt manipulativen Mittel benutzt werden. Basierend auf aktueller Forschung gibt das kleine Handbuch anhand zahlreicher Beispiele einen genauen, aber verständlichen Einblick in rechtspopulistische Diskursstrategien und bietet damit auch ein Instrument, sich gegen diese zur Wehr zu setzen.

(Texte Xanthippe Verlag)

1 Kommentar

  1. Ich finde es richtig, den Rechtsnationalismus zu entlarven. Ich finde es falsch, dessen ewige Ursache nicht zu entlarven, den wie vor 85 Jahren wieder moralisch völlig heruntergekommenen Kapitalismus, seit 40 Jahren unter dem Label Neoliberalismus. Denn nur so hat eine soziale gerechte Alternative gegenüber beiden Übeln überhaupt eine Chance und setzen wir uns nicht dem Verdacht aus, nicht ein Aufklärer sondern selbst ein neoliberaler PRopagandist zu sein.Report

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