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Der Telebasel Report vom 28. November 2018. (Video: Telebasel)

Basel

Report: Von wegen Besinnlichkeit!

Ruhig und Besinnlich ist die Weihnachtszeit schon lange nicht mehr. Aber wieso eigentlich nicht? Drei Blickwinkel auf den Weihnachtsstress.

«Riechen Sie die Zuckerwatte?», fragt Thomas Helbling, Marketing-Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz. «Auch die Musik, die uns auf die Etage bringt – alles andere als Zufall», sagt er.

Thomas Helbling entgeht kein Detail, wenn er durch die Etagen und Regale des Globus Basel schlendert. Denn: Weihnachten ist ja nicht per se stressig. Weihnachten wird stressig gemacht. Und einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat eben auch das Gewerbe.

Marketing-Professor Thomas Helbling im Globus Basel. (Bild: Telebasel)

Weihnachtsgeschäft als Umsatzgarant

Geschäfte, wie Manor oder Globus in Basel, erwirtschaften über Weihnachten rund einen Drittel ihres gesamten Jahresumsatzes. Kein Wunder, haben sie grosses Interesse daran, Weihnachten möglichst lange und intensiv wirken zu lassen: «Dass wir bereits Anfangs November, manchmal gar Ende Oktober an Weihnachten erinnert werden, ist durchaus beabsichtigt», erklärt Professor Helbling.

Zwar habe man auch seitens Detailhandel gemerkt, dass Weihnachtsdekoration an einem spät-sommerlichen Oktobertag kontraproduktiv wirkt. Dass man deshalb aber den Start des Weihnachtsgeschäfts in naher Zukunft erst in den Dezember verschiebt, ist dennoch höchst unwahrscheinlich.

So viele Päckli wie nur möglich – das bringt den Detailhändlern rund einen Drittel ihres Jahresumsatzes. (Bild: Telebasel)

Von Musik und Neuromarketing

Im Gegenteil: Geschäfte verwenden immer häufiger auch Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften, um ihre Produkte zu bewerben. Bei seiner Stippvisite im Globus Basel fallen Professor Helbling sofort auf: Duft und Musik.

Globus beauftragt tatsächlich eine Firma eigens mit der Zusammenstellung der «perfekten» Hintergrundmusik. «Studien zeigen: Mit der richtigen Musik und dem richtigen Duft bleiben Kunden länger im Geschäft. Und wer länger im Geschäft ist, gibt auch mehr Geld aus», erklärt Thomas Helbling die Mühe.

Filialleiter Roger Rittscher erklärt dann auch, dass der Zuckerwatten-Duft in der Weihnachtsabteilung bewusst gewählt sei: «Kunden und Kundinnen sollen sich an ihre Kindheit erinnern», sagt er.

Lautsprecher im Warenhaus: Nicht nur zum Spass da, sondern als Verkaufsförderungsmassnahme. (Bild: Telebasel)

Ganz zufällig ist die immer intensivere, längere und üppigere Berieselung mit «Weihnachtsstimmung» also nicht. Im Gegenteil: Gewisse Effekte sind vom Detailhandel sogar gewünscht.

Was der zunehmende Stress rund um Weihnachten mit uns macht und weshalb Stress nicht nur mit einem Zuviel an Familie und Zuviel an Weihnachten entsteht, erklärt der Telebasel Report.

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