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Der Telebasel Talk vom 20. November 2018 mit Andreas Ruby.
Basel

Umfrage: Sind die neuen Hochhäuser in Basel hässlich?

Was halten Sie von den neuen Türmen? Böse Kommentare fluten die Kommentarspalten. Im Talk verteidigt Experte Andreas Ruby die neue Architektur.

Wann hat das begonnen? Die neuen Türme von Roche und Baloise sowie das Meret Oppenheim-Hochhaus dominieren plötzlich das Stadtbild mit neuen ästhetischen Formen. Basel kriegt eine neue Skyline. Heute sehen wir davon erst einen Bruchteil. Auch wenn sich manche darüber ärgern oder dabei Schmerz empfinden: Niemand wird den Trend stoppen.

Gebrochenes Verhältnis zur Schönheit?

Wer die neuen Häuser hässlich findet, erhält am einen Ort viel Applaus, riskiert aber am anderen den eisigen Blick von Akademikern, die sagen, die «Schönheit» werde überbewertet, die Debatte darüber werde «unsachlich» geführt.

Tatsächlich haben nur die wenigsten Menschen den nötigen Bildungshintergrund, um die Qualität von Architektur beurteilen zu können. Andererseits sind alle Menschen, ob sie wollen oder nicht, den Gebilden und ihrer Wirkung ausgesetzt. Und bei gewissen Beton-Quadern ist es sicher nicht vermessen zu fragen: Haben wir ein gebrochenes Verhältnis zur Schönheit, zur Harmonie?

Wir fragen ohne Anführungszeichen, stimmen Sie hier ab:

Ein Bild, ein Wort: Hitzige Debatte

Die Geschichte dieses Talks begann am 10. September 2018: Ich postete auf Facebook ein Foto des noch im Bau befindlichen Meret Oppenheim-Hochhauses und schrieb die Frage «Schön?» darüber.

Minimaler Aufwand, maximaler Effekt: Die gereizte Debatte, die sofort losbrach, funktionierte bald nach dem Jesus-Wort, Du bist für mich (resp. für die Hochhäuser) oder gegen mich. Kritiker riefen: «Hässlich!» oder «Arrogant!», fragten, ob die Schuhkartons noch aufgeräumt würden, bevor das Gebäude fertig sei. Oder ob man die Architekten nicht dazu zwingen könnte, ein Jahr lang da drin zu wohnen.

Aber es gab auch viele andere Stimmen: Endlich mal was Neues! Spannender Bau! Imposant! Basel nähere sich damit anderen Metropolen. Die neuen Hochhäuser in Basel bedeuteten einen Aufbruch.

Andreas Ruby warf sich in die hitzige Debatte

Ins Gespräch mischte sich bald auch ein Topexperte ein: der Direktor des in Basel ansässigen Schweizerischen Architekturmuseums, Andreas Ruby. Bald schlug er mir vor, zum Thema einen «Talk» durchzuführen.

Mit passendem Anlass: Am Freitag, 23. November, eröffnet sein Museum die Ausstellung unter dem provozierenden Titel «Dichtelust – Formen des urbanen Zusammenlebens in der Schweiz». Da heisst es etwa im Medientext: «Der Begriff der Dichte ist in der Schweiz auffällig negativ besetzt. In der politischen Diskussion um die städtebauliche und raumplanerische Entwicklung der Schweiz wird Dichte oft als Kampfbegriff eingesetzt und beschwört Schreckensbilder von «zugebauten» Städten und Horrorszenarien von Hochhäusern, die gewachsene Stadtkerne «überwuchern».» Dies gelte es zu korrigieren.

Andreas Ruby nimmt im Telebasel Talk Stellung, verteidigt die aktuelle Architektur und das verdichtete Bauen. 

Andreas Ruby ist ein deutscher Architekturpublizist, Kurator und Buchverleger. Er wurde 1966 in Dresden geboren und studierte Kunstgeschichte an der Universität zu Köln. Nach Forschungsaufenthalten in Paris und New York arbeitete er als Redakteur und ständiger Korrespondent für die Architekturzeitschriften Daidalos sowie Werk, Bauen + Wohnen. 2001 gründete er zusammen mit Ilka Ruby «Textbild», eine Agentur für Architekturkommunikation, mit der er zahlreiche diskursive Architekturprojekte international realisierte, Architekturausstellungen kuratierte und Vortragsserien über zeitgenössische Architektur organisierte.

2008 gründete er zusammen mit Ilka Ruby den Architekturverlag «RUBY PRESS», mit dem er seitdem über 30 teils preisgekrönte Buchprojekte als Herausgeber und Verleger realisierte. Parallel lehrte Andreas Ruby Architekturtheorie unter anderem an der Cornell University in Ithaca, New York, der TU Graz und der ENSAPM in Paris.  Seit 2016 ist er Direktor des SAM Schweizerisches Architekturmuseum.

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