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Cortège (fast) wie in Basel: Die Basler Bebbi marschieren durch Prag. (Video: zVg)

International

«Basler Bebbi» und die «Glaini Opti-Mischte» an Prager Cortège

An der Moldau statt am Rhein: Zwei Basler Cliquen mischen die Prager Fasnacht auf. Trotz politischem Hintergrund stand für die Gäste der Spass im Vordergrund.

Über 100 Basler Tambouren und Pfyffer nahmen gestern am Cortège der Prager Fasnacht teil. Eine Tradition welche bereits vor sieben Jahren ihren Ursprung nahm. Für die «Basler Bebbi» war es aber eine von langer Hand geplante «wunderbare» Premiere.

Basler Tradition an der «Sametové Posvícení»

Olga Cieslarová ist Mitbegründerin der Prager Fasnacht nach Basler Vorbild, Pfeiferin und Stammgast an der Basler Fasnacht. Zu ihr pflegen einige Basler Cliquen einen regen Kontakt. So kam es, dass im letzten Jahr gar 17 «Aggtive» von den Optimisten – eine ganze Stammclique – am Cortège in Tschechien teilnahm. In diesem Jahr wurde diese Anzahl Basler noch um ein Weites übertroffen.

Es seien, seitdem die «Sametové Posvícení» ins Leben gerufen wurde, stehts Basler Einzelmasken beim Umzug dabei gewesen, sagt Guy Macquat, Obmann der «Basler Bebbi». Dass seine Clique in diesem Jahr gleich mit 70 Teilnehmern präsent war, sei jedoch kein Zufall: «Wir haben uns bereits vor längerer Zeit vorgenommen, in Prag an der Fasnacht teilzunehmen.» Und: «Weil der 17. November in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, konnten wir so zahlreich gehen.»

Gedenktag als Ursprung

Der Anlass wird zum Gedenken an die Studentenproteste von 1989 zelebriert, welche die «Samtene Revolution» auslösten. Und das war eben am 17. November und bestimmt den Prager Fasnachtstag.

Fast wie in Basel: Eine Prager Formation am Cortège:

(Video: zVg)

Die tschechische Version würde sich sehr an der Basler Fasnacht anlehnen. Cortège mit vorgegebener Route, Kostüme und politische Sujets. Diese seien wohl tendenziell noch etwas bissiger wie in Basel. «Wir machten jedoch keine politische Aussage und trugen die Kostüme von der letzten Basler Fasnacht.»

Trotz Gedenktag und bereits siebenjähriger Ausgabe merke man jedoch schon noch, dass sich die Prager Fasnacht erst noch richtig etablieren müsse. An die grösse des Basler Cortèges käme der Umzug in Prag lange nicht heran. So seien in diesem Jahr zehn Formation mitmarschiert. Der Eindruck: «Es fühlte sich wie eine Mischung zwischen einem professionellem Schulhauszügli und einer ausgewachsenen Fasnachts-Tradition an.»

Gässle was das Zeug hält

Auch die «Glaini Opti-Mischte» – eine junge Garde – war in diesem Jahr Teil des Cortèges. Die Clique war im Rahmen eines Jugend-Kulturaustauschs über die Landes- und Sprachgrenzen in Prag, schreibt Matthias Bosshart vom OK Jugend-Kulturaustausch. So seien die 23 Jugendlichen bereits am Mittwoch nach Tschechien gereist und erarbeiteten zusammen mit einer Prager Grundschule und einem Prager Gymnasium das gemeinsame Sujet «plastic wave».

Die «Glaini Opti-Mischte» in ihren Kostüms. (Bild: zVg)

Zwar habe man den Ausflug in den Osten nicht gemeinsam geplant, aber: «Wir waren bereits am Freitag vor dem Umzug mit ihnen eine Runde «go Gässle.» Weil Prag jedoch um einiges grösser ist als Basel, seien «die Runden schon eher happig» gewesen, schmunzelt der Bebbi-Obmann.

Die «Glaini Opti-Mischte» am Cortège:

(Vidoe: zVg)

Bereits heute reisen die «Basler Bebbi» und die «Glaini Opti-Mischte» wieder zurück in die Schweiz. Was sie mitnehmen von der «Schwester-Fasnacht» in Tschechien? «Es war eine tolle Sache zu erleben, wie fast eine einzige Person einen solchen Anlass entwickeln kann. Zudem war der Cortège wurderschön und Freundschaften wurden geschlossen», sagt Macquat.

Bis das nächste Mal die «Basler Bebbi» und die «Glaini Opti-Mischte» gemeinsam in Basel Gässeln können, müssen sie sich noch bis zum 11. März 2019 gedulden. Dann heisst es auch in der Stadt am Rhein wieder «Morgestraich, vorwärts, Marsch!» Und: Dann werden auch die Prager Jugendlichen im Rahmen des Jugend-Austauschs die Basler Fasnacht besuchen.

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