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Der Telebasel Sport Beitrag vom 16. November 2018.

Basel

Wo die «wahren» Fans feierten

Während in der Messe mit Cüpli-Gläsern vorsichtig angestossen wurde, feierten die FCB-Fans auf dem Landhof ein kleines Volksfest zu Ehren ihres Herzensvereins.

«Schreyhals, Sonderedition» verheisst es aus lauten Kehlen auf dem Barfi. Zwischen Bérets, Stoffmänteln und Latzhosen ergattert sich der eine oder andere FCB-Fan im Gedränge ein Exemplar und beginnt damit die Zeitreise durch die 125-Jährige Geschichte des Fussballclub Basel.

Spaziergang mit 3000 Menschen

Alles begann mit der Gründung am 15. November 1893 in der Schuhmacher Zunft. Diese ist aus dem Basler Stadtbild von 2018 verschwunden. Dennoch machte der Tross aus über dreitausend Menschen in der Freien Strasse vor dem ehemaligen Zunftgebäude Halt und lauschte gespannt, wie die Gründung nachgespielt wurde.

Darauf setzte sich der Massenspaziergang wieder in Bewegung in Richtung der Mittleren Brücke. In 125 Jahren floss so einiges an Wasser den Rhein hinab. So auch heute, bis plötzlich ein Schiff auftauchte. Im Fackelschein liess sich ein Banner erkennen: «Eimol gohts uffwärts», lasen die unzähligen Augen auf der Brücke, bevor das Boot wendete und ein zweites Transparent offenbarte: «Und eimol duurab».

Für die Anhänger ging es weiter zum Landhof. Dann gab es erst einmal Stau. Das Eingangstor war absichtlich nicht ganz geöffnet. So stiessen sich wie 1953 vor dem ersten Titelgewinn Stoffmantel an Stoffmantel. Drinnen angekommen offenbarte sich das altehrwürdige Stadion in ganzer Pracht.

«Naturtalänt und Kämpfernature»

Seit 1967 finden die FCB-Heimspiele im «Joggeli» statt, aber gestern standen nochmals alle grossen Namen auf dem Platz. Nicht ganz so lebendig wie früher, dafür austauschbar. Es wurde den Fans überlassen, welche elf liebevoll angefertigten Pappfiguren auf dem Platz stehen durften. So trug jemand Marco Streller vom Platz, während jemand anders den sich an der Nase grübelnden Christian Gross schnappte und durch Helmut Benthaus ersetzte.

Hat gut lachen. Helmut Benthaus an der Seitenlinie.

«Nidrigi Erkenntnis & höchere Blödsinn»

Der Landhof ist mittlerweile genauso Spiel- wie Fussballplatz. Ein Stück Grün im Herzen des Kleinbasels. So liessen sich auch gestern im Weg, der Rund um das Fussballfeld geht, einige «komische Käuze», «Eigegwächs» und «Neophyte» finden. Unzählige Wortspiele, Grussbotschaften von gegnerischen Präsidenten und Überbleibsel aus der FCB-Geschichte säumten den Weg.

Matthias Hüppi ist wieder im Fernsehen, wenn auch nur, um dem FCB zum Geburtstag zu gratulieren.
Diese Nuss findet man nur selten in Basel. Dafür war sie ziemlich gut.

Volles Programm

Damit nicht genug. Es gab ja noch ein Showprogramm. Schnitzelbängg, ein Tanz inklusive Kritik am Videoassistenten, Witze und ein Überraschungsauftritt des Drum-Corps «Top-Secret».

Als die «Männerstimmen» auf der Tribüne des Landhofs ihre Stimmbänder erklingen liessen, liess sich im Licht der Fackeln auf dem Platz auch die eine oder andere Männer-und Frauenstimme den einen oder anderen Ton entlocken.

Noch mehr Töne gab es später im Rundhof, in welchen sich die Masse als letzten Teil des Spaziergangs verschob. Es sei noch das eine oder andere Bier getrunken, das eine oder andere Lied geträllert und die eine oder andere Freudenträne geflossen. Hoffentlich auch, denn schliesslich wird der FCB nur einmal 125 Jahre alt. Und das wurde gebührend gefeiert.

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